Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Berlinale-Blogger 2020
Feministische Perspektive aus Brasilien

My Name Is Baghdad, Brasilien 2020. Regie: Caru Alves de Souza. Im Bild: Grace Orsatto. Berlinale Generation 2020.
My Name Is Baghdad, Brasilien 2020. Regie: Caru Alves de Souza. Im Bild: Grace Orsatto. Berlinale Generation 2020. | © Luh Barreto

Die Filme „My Name Is Baghdad“ und „Sisters in the End of the World“ präsentieren eine neue Generation von jungen Frauen, die nach Respekt und Autonomie streben.

Bagdad (Grace Orsato) ist eine junge Skaterin, die zusammen mit ihrer Mutter (Karina Buhr) und zwei jüngeren Schwestern in Freguesia do Ó, einem Stadtviertel von São Paulo, lebt. Sie ist daran gewöhnt, mit Jungs, mit denen sie auch befreundet ist, Sakteboard zu fahren. Bei einem Ausflug in die Innenstadt lernt sie eine Gruppe junger Skaterinnen kennen, und das verändert ihr Verhältnis zur Welt und zu ihren eigenen Freunden. Zusammen haben die Mädchen mehr Kraft, um über Vorurteile und die Macho Gesellschaft zu sprechen und sich Gehör zu verschaffen. Das sind Themen, die den Alltag der Figuren von Meu nome é Bagdad (My name is Baghdad) durchdringen. Sie kämpfen für das Recht zu sein wer sie sind und für einen Perspektivwechsel – ausgehend von den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Sowohl im Drehbuch, als auch durch die Arbeit der Darsteller sind die Figuren hervorragend angelegt. Das sorgt dafür, dass die Kraft dieser jungen Frauen den Zuschauer erreicht. „Wir wollten keinen Film über die Jugend machen. Wir wollten einen Film mit Jugendlichen machen, etwas gemeinsam aufbauen. Als Grace Orsato zu unserem Projekt stieß, änderte sich ihre Figur sehr, weil sie schon einen politischen Diskurs mitbrachte und diese Energie in die Rolle der Bagdad einfloss“, erzählt die Regisseurin Caru Alves de Souza.

Fast wie eine weitere Skaterin weicht die Kamera den Protagonistinnen kaum von der Seite und trägt zum Fluss dieser Geschichte bei. „Wir wollten die Darsteller nicht einschränken und ihnen sagen, was sie machen sollen. Die Gesellschaft tut das sowieso schon oft genug. Wir folgten einfach ihren Bewegungen“, erklärt die Regisseurin. Zur Hauptkamera des Films kommen die Bilder hinzu, die Bagdad in den Szenen macht und die ihre Freunde und deren Leben aufzeichnen.

Sisters in the End of the World, Brasilien 2020. Regie: Luciana Mazeto, Vinícius Lopes. Im Bild​: Maria Galant, Anaís Grala Wegner . Berlinale Generation 2020. Sisters in the End of the World, Brasilien 2020. Regie: Luciana Mazeto, Vinícius Lopes. Im Bild​: Maria Galant, Anaís Grala Wegner . Berlinale Generation 2020. | © Carine Wallauer

Hinterland Brasiliens

In Irmã (Sisters in the End of the World), dem Debütfilm des Duos Luciana Mazeto und Vinícius Lopes, liegt die Mutter von Ana und Julia im Sterben. Die zwei Schwestern reisen daraufhin ins Hinterland von Rio Grande do Sul, um ihren Vater zu treffen, der in ihrem Leben in Porto Alegre nicht präsent ist. Diese Begegnung bringt die Unterschiede zwischen ihrem Lebensstil in der Hauptstadt und der konservativen Sicht des Vaters auf die Welt und die eigenen Töchter zum Vorschein.

Die beiden müssen mit dem Verlust der Mutter und der Wiederannäherung des Vaters zurechtkommen und kämpfen dabei für ihre Unabhängigkeit. Im Film kommt auch ein phantastisches Element vor: Dinosaurier, die einst die Region bewohnten, und die metaphorisch für die Gefühle stehen, welche die Protagonistinnen durchleben. Die Filmmusik mit Songs von Karina Buhr und das Szenenbild schaffen eine nostalgische Atmosphäre für die Wiederbegegnung mit dem aus der Zeit gefallenen Vater.


 

Top