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Berlinale-Blogger*innen 2021
Wege der Veränderung

Se hace camino al andar (The path is made by walking). Regie: Paula Gaitán. Im Bild: Paulo Nazareth. Berlinale Forum Expanded 2021.
Se hace camino al andar (The path is made by walking). Regie: Paula Gaitán. Im Bild: Paulo Nazareth. Berlinale Forum Expanded 2021. | Foto: © Pressfoto

Die Filmemacherin Paula Gaitán ist diesmal auf der Berlinale im Forum Expanded mit dem Film „Se hace camino al andar“ (The Path Is Made by Walking). Der Film hat den brasilianischen Künstler Paulo Nazaré als Protagonisten.

Von Camila Gonzatto

Das Forum Expanded ist die Sektion der Berlinale, auf der die Grenzen zwischen Film und visuellen Künsten ausgelotet werden. Das Thema der diesjährigen Ausgabe ist „The days float through my eyes“ (Die Tage treiben durch meine Augen), ein Vers aus Changes von David Bowie, der hier auf die verlangsamte Zeit in der Pandemie anspielt, aber auch auf ersehnte Veränderung.

Se hace camino al andar (The Path Is Made by Walking) der in Brasilien ansässigen französisch-kolumbianischen Filmemacherin Paula Gaitán entspricht diesen beiden Determinanten des Forum Expanded: Zeit und Veränderung. Auf der Leinwand geht der brasilianische Künstler Paulo Nazareth auf einer unbefestigten Straße auf die Kamera zu. Die Struktur des Films ist die elliptische Wiederholung dieses Gehens, das nie gleich ist. Die Wiederholung ist für Gaitán eine Metapher für das Filmemachen an sich: „In jedem neuen Film suche ich Möglichkeiten, über die ich vorher nie nachgedacht hatte. Ich fange jedes Mal neu an. In Se hace camino al andar stecken Entdeckungen, die sich gerade unter den anhaltenden Wiederholungen machen lassen.“

Mensch, Maschine und Natur

Bei einem dieser sich wiederholenden Gänge taucht plötzlich eine landwirtschaftliche Maschine vor ihm auf. Ohne auszuweichen geht er unter der Maschine hindurch weiter. Dieser Moment markiert eine Entscheidung: Von der Straße abzugehen und sich in das grüne Meer der Umgebung zu stürzen. Allerdings ist die vom Protagonisten gewählte Natur eine künstliche: ein Mais- und ein Sojafeld – zwei Monokulturen des Agrobusiness. Die „Natur“ des Films ist, wie sich herausstellt, eine von der Maschine gestaltete Landschaft. Offen für unterschiedliche Interpretationen lädt Gaitáns Film ein zum Nachdenken über die (Un)Möglichkeit einer Rückkehr zur Natur, die es im Original nicht mehr gibt, sondern ausschließlich in ihrer vom Menschen und vor allem der Technik veränderter Form.

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