Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Berlinale Blogger 2018
Drei brasilianische Kurzfilme im Wettbewerb

Foto: "The Hooligan Soul", von Marco Antônio Pereira.
Foto: "The Hooligan Soul", von Marco Antônio Pereira. | Berlinale Pressefoto.

Brasilien ist ber den Berlinale Shorts mit drei Filmen, die sich mit periphären Themen und Lebensläufen beschäftigen, stark präsent.

Ich habe viel Sympathie für Kurzfilme: ein Format, das weit über die filmische Anfängerübung hinausgehen kann. Durch präzisen Erzählfokus und Zuspitzung ebnet der Kurzfilm sprachlichen Experimenten den Weg und wird so zu einem Kompass für die Möglichkeiten des Kinos. Die Auswahl der Berlinale bringt üblicherweise genau diese Intensität auf die Leinwand.
 

In dieser Ausgabe des Festivals ist Brasilien in der Kurzfilmschau stark präsent mit drei Filmen, die sich mit periphären Themen und Lebensläufen beschäftigen. In Alma Bandida (The Hooligan Soul) erzählt Regisseur Marco Antônio Pereira von dem Jugendlichen Fael, der seiner Freundin ein ganz besonderes Geschenk machen will. Der Film spielt in der Kleinstadt Cordisburgo im Bundesstaat Minas Gerais und überträgt Faels Wünsche und Fantasien in eine Sprache, in der sich Wirklichkeit mit Videospielen vermischt. Das Thema Bergbau erscheint in dem Film und überführt den Goldtraum des brasilianischen Repertoires in die Gegenwart.
 
Bárbara Wagner und Benjamin de Burca stehen mit Terremoto Santo (Holy Tremor) im Wettbewerb, einem Musikvideo über die Welle evangelikaler und neopentekostaler Kirchen in Brasilien. Der Film zeigt die religiöse Musik von jungen Gläubigen aus der Zona da Mata Sul (Bundesstaat Pernambuco) in Videoclips, die inmitten der üppigen Natur dieser Gegend gedreht wurden. Terromoto Santo lässt sich als eine Fortführung der Recherche der beiden Künstler über volkstümliche Musik sehen, die mit Estás vendo coisas (You are seeing things; gezeigt auf der Berlinale 2017) und Bye Bye Deutschland! Eine Lebensmelodie (im Rahmen der Skulptur Projekte Münster 2017) begann.
 
Der Kurzfilm Russa schließlich entstand aus der Zusammenarbeit des Portugiesen João Salaviza und dem Brasilianer Ricardo Alves Jr. Der Film erzählt die Geschichte von Russa, einer inhaftierten Frau, die über das Wochenende ihren alten Kiez im Stadtviertel Aleixo besucht - eine Gegend, die von tiefen Umwälzungen betroffen ist. Der Film entstand im Rahmen einer Residenz in der portugiesischen Stadt Porto und zeigt durch eine dem Ort und den Figuren gegenüber sehr intime Kamera auch die Realität der einheimischen Bewohner.
 

Top