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Berlinale Blogger 2018 Volles Haus für Karim Aïnouz' Dokumentarfilm „Zentralflughafen THF“

Zentralflughafen THF, von Karim Aïnouz​.
Zentralflughafen THF, von Karim Aïnouz​. | Foto: © Juan Sarmiento

Der Film baut sich aus Bildern auf, die die Architektur des Ortes in Beziehung zu seinen Bewohnern setzt, und er setzt den Innenraum der Hangars in Beziehung zum Park draußen - zwei komplett unterschiedliche Welten.
 

Die Eintrittskarten waren nach wenigen Stunden ausverkauft und das Kino International voll besetzt zur Premiere von Zentralflughafen THF des Brasilianers Karim Aïnouz. Schauplatz des Films ist der 2008 geschlossene Berliner Flughafen Tempelhof, dessen Start- und Landebahnen 2010 zu einem Park wurden und in dessen Hangars 2015 Geflüchtete untergebracht wurden. Zwei von ihnen, Ibrahim Al Hussein (Syrien) und Qutaiba Nafea (Irak), sind Protagonisten des Films.

Der Flughafen THF spielte zur Nazizeit eine wichtige Rolle und war später im geteilten Deutschland im Rahmen der Luftbrücke wichtig für die Versorgung Westberlins. Und er war US-amerikanische Luftwaffenbasis. Dennoch ist es kein historischer Film. Der Flughafen wird in seinen Widersprüchen der Gegenwart gezeigt und spiegelt die Ambivalenzen der Stadt wider.

Ich konnte dieses Projekt als Regieassistentin aus der Nähe verfolgen. Was das Publikum nun zu sehen bekommt, ist Ergebnis einer engagierten Arbeit des Regisseurs, der über Monate regelmäßig die Hangars besuchte und Kontakt zu Sozialarbeitern und Bewohnern aufbaute. Oft war ich bei diesen Besuchen dabei. Die Dreharbeiten erstreckten sich praktisch über ein ganzes Jahr, mit einem reduzierten Team, um die schon geringe Privatsphäre der Bewohner in den Hangars so gut wie möglich zu achten.

Der Film baut sich aus Bildern auf, die die Architektur des Ortes in Beziehung zu seinen Bewohnern setzt, und er setzt den Innenraum der Hangars in Beziehung zum Park draußen - zwei komplett unterschiedliche Welten. Der Alltag, die Erwartungen, das lange Warten, die vergeblichen Versuche und schließlich das, was Ibrahim und Qutaiba erreichen, erfüllen die Leinwand und machen sie zu Protagonisten ihres eigenen Lebens. Es gibt keine Interviews, und die Erzählung, die den Film vorantreibt, stammt aus Texten von Ibrahim, die im Rahmen von Schreibwerkstätten, die ich während der Dreharbeiten leitete, bearbeitet wurden. THF zeigt das Leben der Geflüchteten mit einem solidarischen Blick, der uns in die Lage von Menschen auf der Durchreise versetzt, die zahlreiche Herausforderungen zu meistern haben und von einem aussichtsreicheren Leben träumen.
 

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