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Berlinale Blogger 2018 Porträt eines indigenen Volks vom Amazonas

Ex-Pajé.
Ex-Pajé. | Foto © Pedro J. Marquez

„Ex-Pajé“ (Ex-Shaman), der zweite Langfilm des Drehbuchautors und Regisseurs Luiz Bolognesi verwischt mit einem Porträt über den Alltag der Paiter Suruí, einem Volk aus dem Inneren des Amazonasgebiets, die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion.
 

Von Camila Gonzatto

Der Handlungsstrang orientiert sich am Protagonisten Perpera. Der war zwanzig Jahre alt, als sein Volk Ende der 1960er-Jahre erstmals mit Weißen Kontakt hatte. Damals war er Pajé, spiritueller Häuptling und verantwortlich für das Gebet und die Kommunikation mit den Geistern sowie für die Heilung von Erkrankungen. „Früher suchten die Leute den Pajé auf, heute nehmen sie Aspirin“, sagt er in den ersten Minuten des Films.

Die Paiter Suruí leben auch heute noch in der Region, doch ihre Art zu leben war und ist tiefen Veränderungen unterworfen: Im Laufe der Jahre bekamen sie Zugang zu Elektrizität, Elektronik und anderen Annehmlichkeiten des modernen und urbanen Lebens. Gleichzeitig verloren sie nach und nach ihre ursprüngliche Spiritualität: Anstatt ihren Glauben zu pflegen, kam die Konvertierung zum evangelikalen Christentum, und so verschwindet Stück für Stück die Tradition.

Der Film wurde mit den Indigenen gemeinsam erarbeitet. Er zeigt sie bei der Feldarbeit, bei den Mahlzeiten, ihre Begegnungen in der Kirche, wie sie den Jüngeren Geschichten erzählen, ihre Probleme mit illegalem Holzeinschlag durch Holzfirmen auf ihrem geschützten Territorium. „Jeden Abend besprachen wir, was wir am nächsten Tag filmen würden. Manchmal filmten wir, was sie tun wollten, manchmal erzählten sie, was in den Wochen davor passiert war, und wir beschlossen, es fiktional nachzustellen“, erklärt Bolognesi. Dann spielten die Protagonisten sich selbst. „Ich bat sie, mir zu zeigen, was geschehen war und was sie dabei empfunden hatten, und wir zeichneten die Szenen auf, erzählt er.

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