Echos des Südatlantiks
ÜBER DIE ZUKUNFT DER SÜD-TRANSATLANTISCHEN BEZIEHUNGEN

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ÜBER DIE KONFERENZ

Lies im Blog über die Konferenz "Echos des Südatlantiks - Über die Zukunft der süd-transatlantischen Beziehungen", die vom 23. bis 25. April in Salvador da Bahia (Brasilien) stattfand

Programm

TEIL 1
OFFENE VERANSTALTUNGEN

Goethe-Institut Salvador
Av. Sete de Setembro, 1809 | Vitória, Salvador - BA
Simultanübersetzung
Anmeldungen: tinyurl.com/ecosgoethe

9:00 | Bergrüßung

10:00 | "An Afro-Atlantic visual history", von Lilia Schwarcz

Brasilien war das letzte Land, das die Sklaverei abschaffte - erst 1888, nach den USA und Kuba. Sklavenarbeit war überall in Brasilien verbreitet, und fast 45% aller Menschen, die aus Afrika über den Atlantischen Ozean verschleppt wurden, gelangten nach Brasilien. Unterschiedliche Nationen kamen ins Land und schufen eine sehr gewalttätige aber auch sehr gemischte Gesellschaft. Die so genannte Vermischung von Hautfarben und Kulturen (Miscegenation) ist nicht nur eine Frage des Mischens und Zusammenbringens von Menschen, sondern auch eine der Separation. Aus diesem Grund entwickelte sich in Brasilien eine sehr hierarchisierte und gewalttätige Gesellschaft. Trotzdem entwickelte diese neue Diaspora zugleich eigenständige Formen der Zirkulation von Ideen, Gerichten, Texturen, Gerüchen, Ritualen, Religionen, Worten und Symbolen. Brasilien steht unmittelbar in Verbindung mit diesem neuen Kreislauf, der Afrika, Europa und amerindische Bevölkerungen trennte und zusammenbrachte. Für einige Zeit, vor allem unter der ersten Republik in Brasilien und der Zeit nach der Abschaffung der Sklaverei, blieb die Vergangenheit „unter Verschluss“. Diese Art von sozialer Unsichtbarkeit hält an bis in die heutige Zeit. Diskriminierung ist im nationalen Zensus leicht nachzuweisen, der ungleichen Zugang zu Arbeit, öffentlichen Räumen, Gesundheit und Bildung dokumentiert. Ungleichheit ist weltweit ein schwerwiegendes Problem, in Brasilien jedoch eine andauernde und kontinuierliche Herausforderung. Nichtsdestotrotz zeigen Afrikaner seit Kolonialzeiten, dass die Definition des Systems der Sklaverei nicht zu trennen ist von der Formulierung einer Erwartung auf der anderen Seite: Freiheit. Diese Präsentation versucht, einige Daten und eine Menge an Ikonografie zusammenzutragen, die zeigen, wie diese afro-atlantische Geschichte gemeinsame Sprachen und visuelle Formen schuf, die ebenfalls mit den Sklavenschiffen gekommen ist. 

11:00 | "It Is Dark and Damp On the Front - Betreten des akustischen Pfades von Halim El-Dabh", von Bonaventure Ndikung

Dieser Vortrag basiert auf dem 2007 erschienenen Album „The Dog Done Gone Deaf“ des Komponisten, Musikwissenschaftlers, Pädagogen, Klangkünstlers und Panafrikaners Halim El-Dabh. El-Dabhs elektronische Musik, Kammermusik, Schlagzeug-Ensembles, Orchester, Konzert, Windensemble, Chormusik, dramatische Musik und Filmmusik gehören zu den kühnsten und innovativsten des 20. Jahrhunderts. Dieser Vortrag bietet die Möglichkeit einer Counterzählung und einer Re-Konfiguration einer Genealogie der Klangkunstgeschichte, wenn auch von innen heraus. „It Is Dark and Damp On the Front“ wird der Versuch sein, El-Dabhs musikalische Geschicklichkeit, die Raffinesse und Komplexität seines künstlerischen Schaffens – welches Allegorien, Mythen und pluriversale Kosmogonien integriert – und sich über siebzig Jahre zog, zu offenbaren.

Es ist wahr, dass El-Dabh, als er im Jahr 2000 unter dem Titel "Wire Recorder Piece" einen Auszug aus seiner Komposition "The Expression of Zär" von 1944 veröffentlichte, als einer der ersten Komponisten in Kunstmusikkreisen gefeiert wurde, der die Techniken von Pierre Schaeffer verwendete (die später 1948, von ihm verwendet werden sollten), wodurch „Musique concrète“ geboren wurde. Aber es ist auch wahr, dass El-Dabhs Praxis nicht auf Referenzen des westlichen Kanons reduziert werden kann und sollte (obwohl er unter anderem mit Alan Hovhaness, Henry Cowell, John Cage oder Martha Graham spielte), da seine musikalischen Philosophien tief in afrikanischen, afrodiasporischen und arabischen Musiktraditionen verwurzelt sind und seine Kompositionen und Experimente den Rahmen der „musique concrète“ übertreffen.

In dem Vortrag wird versucht, einen vergessenen Vorläufer der Klangkunst ins Rampenlicht zu rücken, eine „zwingende“ Figur dessen, was man eine afrosonische Kunstpraxis nennen könnte und es wird über El-Dabhs elaboralen Epistemologien reflektiert und sie werden verbreitet.
 

12:00 | “FROM THE CABINET OF CURIOSITIES TO A CABINET OF CURIOUS HISTORIES", von Nanette Snoep

Der Ableger des Kabinetts der Kuriositäten, das sogenannte Ethnographische Museum, diese europäisch-koloniale Erfindung des 19. Jahrhunderts, ist heute ein politisches Minenfeld. Diese kulturelle Institution passt nicht zu den heutigen postkolonialen Gegebenheiten und reflektiert nicht die historische und geopolitische Verteilung von Menschen, Objekten und Ideen.
 
Die hartnäckige Identitätskrise des westlichen Ethnographischen Museums scheint nicht zu enden wollen. Die Schwierigkeiten, denen es in Europa gegenübersteht, um ein neues Museumsmodell anzubieten, das alle Erwartungen von verschiedenen Publika berücksichtigt, reflektieren dies. Was bedeutet das für ein Ethnographisches Museum mit Besitztümern, die hauptsächlich während der Kolonialzeit gesammelt und von einer westlichen Elite im 21. Jahrhundert klassifiziert wurden? Wie sollen die Geschichten des Atlantiks innerhalb des Museumraums wiedergegeben werden, die unsere drei Kontinente verbinden, aber immer noch vernachlässigt werden?
 
Um das zu erreichen, muss das Museum die geografischen Grenzen verwischen, Objekte und Geschichten jeder Kategorie mischen, Disziplinen und Klassifikationen verschwimmen lassen. Dieses Vorgehen wird in der Ausstellung “Prolog #1-10 Geschichten von Menschen, Dingen und Orten“, die ich kuratiere, aufgezeigt und ich werde mich in meinem Vortrag darauf beziehen.

Ich schlage das Museum nicht als nur als Ort der „Kon-ser-vierung“ von Objekten und Kulturen vor, sondern eher als Ort der „Kon-ver-sation“. Das heißt ein Museum, das als Ort betrachtet wird, an dem Praktiken der übergreifenden KonVersation, KonServation, Kontextualisierung und des Experimentierens gefördert werden. Ein Museum, das die europäische und westliche Weltsicht öffnet, indem die Pluralität der Geschichte und der Geschichten hervorgehoben wird. Dieses neue Museum muss die Sammlungen und deren Geschichten umstrukturieren, um einen neuen narrativen Missklang oder in anderen Worten ein „Kabinett der Neugierigen Geschichten“ zu schaffen. 
 

Teil 2 
Offene Veranstaltung

Die „Echos des Südatlantiks-Konferenz“ unterstützen die Idee der Multiperspektivität. Daher werden die Panels anstatt kuratorische und thematische Achsen vorzugeben, aus einer interessanten und gemischten Gruppe von Menschen (aus Afrika, Südamerika und Europa) bestehen, die keine direkte Verbindung zwischen Ihren Forschungen vorweisen. Die Panels sollen dann, mit den einzelnen Beiträgen der jeweiligen Panelisten beginnen, in denen Sie die Verbindungen zwischen Ihren Arbeiten/Ansätzen und dem Südatlantik erklären (10 min). Das Panel soll eine dynamische Diskussion zwischen den Diskussionsteilnehmern, dem Moderator und dem Publikum anstoßen. Als letzte Aufgabe sollen die Panelisten am Ende einen Titel für jeden ihrer Panels finden. "

14:00 - 15:30

Panel 1

Teilnehmern: Robert F. Reid-PharrSelene Wendt, Nana Oforiatta AyimManuel Monestel und Felix Kaputu
Moderation: Moisés Lino e Silva
Ort: Bibliothek des Goethe-Instituts Salvador

Panel 2

Teilnehmern: Felipe Arocena, Koyo KouhDiedrich Diederichsen und Ute Fendler
Moderation: Amilcar Packer 
Ort: Theater des Goethe-Instituts São Paulo

16:00 - 17:30

panel 3

Teilnehmern: Juan Angola MacondeFernando OlivaCiraj RassoolAsligul Berktay und Patrick Mudekereza
Moderation: Emi Koide
Ort: Bibliothek des Goethe-Instituts Salvador

Panel 4 

Teilnehmern: Elisa NascimentoAyesha HameedWolgang Schneider und Abdulai Silai
Moderation: Carol Barreto
Local: Theather des Goethe-Instituts Salvador

TEIL 3
OFFENE VERANSTALTUNGEN

18:00 | Performances

18:00 - 18:30
Sarojini Lewis
Ort: Theather des Goethe-Instituts Salvador

18:30 - 19:30 
Jota Mombaça  
Ort: Galerie des Goethe-Instituts Salvador

 
Goethe-Institut Salvador
Av. Sete de Setembro, 1809
Vitória, Salvador – BA
Simultanübersetzung

Teil 1
Nicht öffentliche Veranstaltungen

9:00 - 13:00 | Deconference

 

TEIL 2
NICHT ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNGEN

15:00 - 18:00 | Project Lab - Intervention labs

 

TEIL 3
ÖFFENE VERANSTALTUNGEN

18:00 | Performance 

18:00 - 18:30
Carol Barreto
Ort: Theater des Goethe-Instituts São Paulo
 

18:30 - 19:00 
Anita Ekman 
Ort: Theater des Goethe-Instituts São Paulo

Teil 1
ÖFFENE VERANSTALTUNG

Universidade Federal da Bahia
Salão nobre da Reitoria da UFBA
Rua Augusto Viana s/n - Canela | Salvador - BA
Simultanübersetzung

09:00 - 12:00 | panel

TEIL 2
NICHT ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNG

Goethe-Institut Salvador
Av. Sete de Setembro, 1809 | Vitória, Salvador - BA

14:00- 18:00 | ERGEBNISSE UND DISKUSSION

 

teil 3
ÖFFENE VERANSTALTUNG

Goethe-Institut Salvador
Av. Sete de Setembro, 1809  | Vitória, Salvador - BA

19:00 | Ausstellungseröffnung „Echos des Südatlantiks“ + Launch des Magazins "C& AMÉRICA LATINA" 

Künstlern: Yolanda Chois, Antonio TársisCássio BonfimEmeka Ogboh, Akinbode Akinbiyi, Ayrson Heráclito, Ana Hupe, Camila Sposati, Tatewaki Nio, Isaac Julien, Jonathan Dotse, Anita Ekman, Jota Mombaca, Sarojini Lewise Carol Barreto

20:00 | Konzert mit Neo Muyanga and DJ Ntone Edjabe + Abschlussparty

Cousine aus Bahia mit Vilson Caetano und Solange Nsaba

20:00 - 22:00

Cássio Bomfim
Ort: Foyer des Theater - Goethe-Institut Salvador
 

 

 

Blog

Unsere Konferenzblogger berichten täglich auf Englisch von den Panels und Diskussionen.

Keynote Speakers

Alle Teilnehmenden

Über 60 Personen aus Südamerika, Afrika und Europa nehmen an der Konferenz teil.

Kontakt für Presse

Simone Malina
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Goethe-Institut Sao Paulo
Tel.: (11) 3296 7000
simone.malina@goethe.de
Paula Berbert
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Salvador
paula@marcatexto.com.br