Arquiteturas Sonoras #3
Goethe na Vila

 Leo Lins

Stimme, Bewegung, Körper und Performance werden verstanden vor dem Hintergrund möglicher Beziehungen zur Körperlichkeit der Materialien, aus denen Wände, Dach und Boden von Haus des Goethe na Vila bestehen.

Arquiteturas Sonoras #3 - Memórias do Concreto [Klangarchitekturen # 3 – Erinnerung des Betons] ist eine Künstlerresidenz der Gruppe NUA in Haus 8 der Vila Itororó. Bei diesem Experiment werden Stimme, Bewegung, Körper und Performance verstanden vor dem Hintergrund möglicher Beziehungen zur Körperlichkeit der Materialien, aus denen Wände, Decken und Boden von Haus 8 bestehen.

Das Projekt ist die Fortsetzung einer Studie, die mit den Projekten Arquiteturas Sonoras #1 und #2 begonnen hat. Darin hat die Gruppe mögliche poetische Schnittmengen zwischen Bewegung, Stimme und Architektur untersucht und dabei besonders auf die akustischen Eigenschaften verschiedener Orte der Architektur geachtet.

In diesem dritten Projekt ist die Körperlichkeit des Raums der Ausgangspunkt, die verschiedenen Materialschichten, aus denen das Haus des Goethe na Vila besteht. Beton, Mörtel, Sand, Backstein, Zement - jedes Material hat eine Schwingung, eine poetische Eigenschaft und eine Beziehung zur menschlichen Materie. Stimme, Bewegung, Körper und Erfahrung werden verstanden vor dem Hintergrund möglicher Beziehungen zur Körperlichkeit der Materialien, aus denen Haus 8 besteht.

Die Linie, die Erinnerungen im Körper hinterlässt, und die Linie, die die Wände verändert. Die Wirkung, die Abschälung, der Zerfall, die Renovierung und der Bau in unseren Haus-Körpern. Die Erinnerung der Haut, der Wände, der Putzschichten dieses Raums tanzen, der verschiedenen Materialien aus verschiedenen Epochen, die übereinander aufgetragen wurden und die Struktur des Gebäudes ausmachen.

Zusätzlich zur Künstlerresidenz gibt es eine offene Praxiswoche, in der die Gruppe 8 Personen einlädt, einige Geräte und Situationen auszuprobieren, die im Rahmen der Residenz geschaffen werden. Zum Abschluss des Projekts werden die klangchoreographischen Materialen dem Publikum gezeigt, gemeinsam mit den Teilnehmern an der offenen Praxiswoche.

Daten

Performance: NUA
Leitung: Lineker 
Kreation und Performance: Carolina Holy, Chico Lima, Lineker, Renata Dalmora und Talita Florêncio 
Audio-Berater: Thiago Salas
Produktionsleitung: Iolanda Sinatra
 

teilnehmer

Carolina Holy ist Künstlerin, Interpretin und Forscherin, Bachelor in Darstellender Kunst an der Universität des Bundesstaats São Paulo in Campinas (Unicamp), Abschluss 2012. Derzeit nimmt sie als Schauspielerin und Improvisateurin teil an der Musa Heroica Companhia de Teatro, geleitet von Rhena de Faria und der Gruppe NUA - interdisziplinäres Künstlerkollektiv.
 
Chico Lima ist Bachelor in Darstellender Kunst, Unicamp, und Mitglied und Gründer der Theatergesellschaft Teatro Acidental. Er ist Balletttänzer in der Tanz- und Gesangsgruppe NUA, arbeitet mit an einigen Projekten der Cia. 8 Nova Dança und hat sein Solo-Projekt „Tentativas Contra o Vento“ [„Versuche gegen den Wind“].
 
Lineker ist Balletttänzer, Sänger, Komponist, Performer und Regisseur. Seine Kreationen lassen sich nicht nach einer bestimmten, eingegrenzten Kunstgattung definieren, sondern durch die Kreuzung der Erfahrungen, die seinen Weg prägten - die Mittelachse sind dabei die poetischen Schnittmengen zwischen Bewegung und Gesang. Er hat an der UNICAMP seinen Bachelor der Música Popular und seinen Master in Darstellender Kunst gemacht.
 
Renata Dalmora ist Schauspielerin und hat an der UNICAMP das Studium der Darstellenden Kunst abgeschlossen. Sie gehört seit 2012 zu NUA und war schaffende Interpretin der Theaterstücke „Depois“ [„Danach“] und „Arquiteturas Sonoras“ [„Klangarchitekturen“]. 2016 trat sie als Schauspielerin auf im Theaterstück „Ouvido no Escuro“ [„Im Dunkeln gehört“] unter Leitung von Juliana Galdino. Sie spielt auch in Werbespots und in Kinofilmen mit.
 
Talita Florêncio hat ein Studium an der UNICAMP abgeschlossen und arbeitet als Performer und als Tanzforscherin. In ihren Forschungsarbeiten hat sie Strategien entwickelt, um Körper, Klang und bildende Künste miteinander in Beziehung zu setzen, mit Schwerpunkt auf Zeichnen, Improvisation und der Entwicklung von Medien und analogen Techniken im künstlerischen Schaffungsprozess.