Goethe na Vila 2016/2017

Teaser Quer Goethe na Vila Rechte

Als eins von vielen Projekten, die das Goethe-Institut weltweit entwickelt, haben wir „Goethe na Vila“ gestartet: einen Raum für nichtkommerzielle Kulturprojekte in São Paulo. Der Raum in Haus 8 des Architekturkomplexes Vila Itororó im Viertel Bela Vista wird von denjenigen geleitet, die das Projekt selbst vorgeschlagen haben.

Eingereicht wurden über 200 Arbeiten aus den unterschiedlichsten Richtungen: Tanz, audiovisuelle Produktion, Performance, Theater, Architektur, Gastronomie, Permakultur u.a. Nach den Richtlinien sollten die Vorschläge z.B. die Raumpolitik, das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie oder die Gentrifizierung thematisieren, eine einzelne Geschichte erzählen oder sich damit beschäftigen, wie der Raum eine globale und breitgefächerte urbane Dynamik darstellt. Außerdem sollten die erfolgreichen Kandidaten eine offene, kostenfreie Veranstaltung anbieten, die das Publikum dazu einlädt, den Raum von Goethe na Vila zu erkunden.

Nach einer Vorauswahl wurden die Gewinner von einer Jury ausgewählt, die sich zusammensetzte aus Marcos Rosa, inhaltlicher Leiter der 11. Architektur-Biennale, Camila Moraes, Journalistin von El País Brasil, Renato Cymbalista, Dozent an der Fakultät für Architektur und Urbanistik der USP, Renata Martins, Cineastin, Benjamin Seroussi, Kurator des Projekts Vila Itororó Canteiro Aberto („Vila Itororó – offene Baustelle“), Alexandre de Oliveira von der Koordinationsstelle für Kulturzentren im städtischen Kulturreferat von São Paulo (Secretaria Municipal de Cultura de São Paulo) und Katharina von Ruckteschell-Katte, Leiterin des Goethe-Instituts.

Ein thematischer Ausschnitt zeigt Vorschläge, die sich mit der Stadt oder einem Gefühl von Urbanität beschäftigen: Der Fokus liegt auf menschlichen Beziehungen als im Raum geschaffene Erfahrung. Die Projekte sollten beispielsweise Fragen der Raumpolitik, das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie, die sozialräumlichen Strukturen in Städten, die Gentrifizierung, den Zugang zum öffentlichen Raum und die periphere Kultur thematisieren. Untersucht werden konnten außerdem die Subjekte, die diesen Raum bevölkern: Projekte, die sich auf persönliche Geschichten konzentrieren, auf Spiele mit Identitäten, auf vielfältige Bedeutungsprozesse. Zu beachten ist, wie der Raum eine weitreichende, globale Dynamik darstellt und wie sich diese Schnittstellen zwischen dem Globalen und dem Lokalen auf die Bewohner auswirken.

PROJEKTE

​Das Projekt will den Anwohnern des Viertels „Bixiga“ die Schönheiten und Werte der afrobrasilianischen Kultur, insbesondere aus dem brasilianischen Nordosten, näherbringen. Ein Teil des Projekts widmet sich dem Capoeira und dem Samba de Roda aus Bahia. Unterstützt wird das Projekt von der Casa Mestre Ananias, einem Haus in der Nachbarschaft von Vila Itororó.
Das Residenzprogramm soll das Miteinander und den Dialog zwischen Rap und Graffiti fördern. Das Haus erhält die Struktur eines Home Studios zur Entwicklung und Aufnahme von Musik, die das Verhältnis der Musiker zur 
Bei Memórias do Concreto werden – durch Experimente mit Ton, dem menschlichen Körper, der Stimme und der Bewegung sowie einem Workshop – die Möglichkeiten einer tongestaltenden und choreographischen Komposition ausgelotet, ausgehend von der Architektur, der Akustik und insbesondere der verschiedenen Materialien des Gebäudes. Der kreative Prozess wird am Ende der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Projekt besteht aus einer Reihe von Studien, Okkupationen, einer Ausstellung und dem Prototyp einer Publikation. Es soll untersucht werden, was es bedeutet hat und was es bedeuten kann, in der Vila Itororó zu wohnen, dem damaligen Wohnkomplex und dem heutigen Kulturzentrum.
Fahrräder werden mit schriflichen Botschaften und einer LED-Beleuchtung versehen, um eine Radtour durchs Viertel Bela Vista zu organisieren. Das Ganze wird audiovisuell aufgezeichnet.
Das Projekt INTRA-COS beschäftigt sich mit der populären Cosplay-Kultur, einem wichtigen Element des japanischen Erbes in São Paulo, v.a. im japanischen Viertel „Liberdade“. Es soll ein Video produziert werden, mit ausgewählten Cosplayern aus Liberdade. Das Drehbuch soll in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Die Ergebnisse werden aufgenommen und ausgestellt.
Das Projekt will zur Erinnerung an die Vila Itororó beitragen. Mit 3-D-Scannern soll ein Archiv mit virtuellen Repliken, von  „Artefakten“, eingerichtet werden, die auf dem Gelände der Vila Itororó gefundenen werden. Diese sollen als Aufhänger dienen für persönliche Geschichten über den Ort.
FIRE-KITCHEN will eine Küche aus Tontöpfen, einem Holzofen und kulinarischen Zutaten fertigen. Aus den Rezepten aller Workshop-Teilnehmer wird ein Abendessen zubereitet, und es wird gemeinsam auf einem offenen Bankett gegessen. Die manuelle Arbeit, der Kontakt mit dem Ton und das Kochen direkt auf dem Feuer sorgen für ein ganz neues kulinarisches Erlebnis.
Wie lässt sich die Beteiligung von Kindern an politischen Entscheidungen fördern? Wie könnte die Begegnung zwischen Erwachsenen und Kindern einen vielfältigen Austausch und die Produktion von Wissen ermöglichen? Auf Grundlage dieser Fragestellung wird ein Ambiente geschaffen, in dem sich Erwachsene und Kinder begegnen, um Überlegungen anzustellen zu Kunst, öffentlichem Raum und dem Aufbau eines Kulturzentrums.
„Hansdampf in allen Gassen“ kommt ursprünglich aus der Tradition in Deutschland, wo junge Leute, die drei Jahre lang durch die Welt ziehen, umein Handwerk zu erlernen und danach hren Meister machen. Das Projekt besteht aus Schreiner-Workshops, wobei die Teilnehmer durch die Straßen des Viertels Bela Vista ziehen und den Anwohnern anbieten, ihre Möbel kostenlos zu reparieren.