Canteirinho
Goethe na Vila

Canteirinho - Goethe na Vila

Wie bereiten wir die Erde auf eine Zukunft vor, die von der Vergangenheit durchdrungen ist? Wie fördern wir die Teilhabe von Kindern an politischen Entscheidungen? Wie kann aus dem Zusammentreffen von Erwachsenen und Kinder ein wirkungsvoller pluralistischer Austausch und Wissensproduktion entstehen?

Aus diesen Fragen entwickelte sich der Wunsch, in der Vila Itororó das CANTEIRINHO zu schaffen: Einen Ort der Geselligkeit, an dem Erwachsene und Kinder sich treffen und über Kunst, den öffentlichen Raum und den Aufbau eines Kulturzentrums nachdenken.
 
„Ein Kind zu fragen, was es werden möchte, wenn es groß ist, ist eine Beleidigung. Als ob es erst als Erwachsener etwas ‚sein‘ wird. Dabei wird komplett ausgeblendet, was es bereits jetzt ist.“
Ailton Krenak. Auszug aus einem Gespräch während der „Ciranda de Filmes“ im Cinsesc im Juni 2016.
 
Die Baustelle der Vila Itororó ist offen, alle können an den zukünftigen Entwürfen mitwirken. Der Versuch, Kinder an der Gestaltung der Stadt teilhaben zu lassen und ihnen einen Platz zu schaffen, an dem sie sich an den Entscheidungen über die Transformation ihrer Umgebung und dem entsprechenden Prozess beteiligen können, ist Herausforderung und Chance zugleich.
 
Das CANTEIRINHO wurde von Künstlern aus den verschiedensten Bereichen, die sich für die Schnittpunkte der unterschiedlichen Sprachen der Kunst interessieren, erdacht und entwickelt. Dazu gehören: Architektur, Tanz, Eutonie, Mode, Musik und Performance. Aus diesen Kenntnissen verschiedener Bereiche gestalten sie gemeinsam mit den Kindern ein aktives Angebot: Sie spielen, bauen Objekte, besetzen und erdenken öffentlichen Raum. Das legt die Saat für eine neue Herangehensweise, die Vila Itororó im materiellen wie immateriellen Sinne aufzubauen.
 

Datenblatt

CANTEIRINHO
Koordination: Caio
Canteirólas: Ana Dupas + Caio + Juliana França + Valentina Soares
Partner: Mavi Veloso + Thelma Bonavita
 

Teilnehmer

Künstlerin mit besonderem Interesse an Körperstudien, Performance und Choreografie.
Sie ist vom Instituto Gerda Alexander (SP) in Eutonie ausgebildet. 2006 schloss sie den Studiengang „Künstlerische Bildung mit Qualifikation in bildender Kunst“ der Escola de Comunicação e Artes (Schule für Kommunikation und Kunst) an der Universität São Paulo ab.
Sie war an künstlerisch-pädagogischen Projekten mit dem Schwerpunkt Vielfalt künstlerischer Sprachen beteiligt. 2007 gründete sie gemeinsam mit verschiedenen anderen Künstlern den COMO Clube – Plattform, Studio, Wohnung und Brutkasten für Projekte, Ideen und multidisziplinäre künstlerische Forschung im Stadtzentrum von São Paulo. Seit 2013 arbeitet sie mit dem Festival CAUSA <ações artísticas> zusammen.
Caio besuchte den Studiengang „Kommunikation und Körperkunst“ an der Pontifícia Universidade Católica (PUC-SP) und wurde am Teatro Escola Macunaíma in São Paulo zum Schauspieler ausgebildet (2004). Er arbeitete in Teresina, Piauí, mit dem Núcleo do Dirceu zusammen, war Artist-in-Residence im Jardim Equatorial von Thelma Bonavita und ist einer der Partner/Mitbegründer der Kunstplattform  COMO Clube, mit der er an der 31. Biennale in São Paulo teilnahm. 2014 stellte er bei Small Projects in Tromso, Norwegen, aus.
Er konzipierte FRÁGIL, eine zeitgenössische Kunstausstellung und leitete die „Gogóinhas“. Seit 2013 entwickelt er gemeinsam mit Alex Cassimiro, Andrez Lean Ghizze, Eidglas Xavier, Mavi Veloso und Teresa Moura Neves das Projekt preta.
Derzeit organisiert er die Festa MEL, auf der er auch selbst auftritt, und arbeitet an der Performance Macaquinhos. 
Juliana França schloss eine Tanzausbildung an der UNICAMP ab und hat sich an der UFBA auf zeitgenössischen Tanz spezialisiert. Bereits seit 2009 arbeitet sie daran, den Schaffensprozess zwischen Erwachsenen und Kindern zu fördern. Damals gründete sie gemeinsam mit Künstlerkollegen das Kollektiv SIM, das 2012 mit dem RUMOS-Preis für Kunst und Bildung ausgezeichnet wurde. 2011 nahm sie als Mitglied des Kollektivs NUCLEO DO DIRCEU, Teresina/PI am Projekt GOGOINHAS teil, das gemeinsam mit dem Kollektiv COMO_clube ähnlich geartete künstlerische Experimente für die Kinder des Bezirks Dirceu Arco Verde entwickelte. 2014 ist sie Miturheberin des Projekts CRIANÇA CRIA, das während der Besetzung eines Theaters (Sala René Gumiel da FUNARTE/SP) Treffen zwischen einer Gruppe von Kindern und zeitgenössischen Künstlern mitten im Schaffensprozess organisierte
Valentina Soares schloss 2006 ihr Architekturstudium an der Escola da Cidade in São Paulo ab und bildete sich 2011 im Estúdio Berçot in Paris in Mode weiter. Sie forscht zu Kleidung, Szenografie und dem Design von Objekten. Sie war für Modemarken tätig und rief das Projekt Fardaria ins Leben, das sich mit dem Entwurf von Uniformen für unterschiedliche Bereiche beschäftigt.
Sie arbeitete auch als Kostüm- und Bühnenbildern und Art-Direktorin und realisierte verschiedene Projekte mit Cia. Empório de Teatro Sortido, Aberta, Mungunzá und der Direktorin Rita Carelli. Gleichzeitig schuf sie Designobjekte für Architektur, zur Dekoration oder als Schreibwaren.
Mavi Veloso, entwickelt interdisziplinäre Projekte. Sie studierte Tanz, Theater, Musik und Zirkus sowohl auf formellen als auch informellen Ausbildungswegen. Sie schloss das Kunststudium an der Universidade Estadual de Londrina in Paraná ab und studierte weiter Performativität mit der Plattform COMO clube in São Paulo (2011-2014) Sie besuchte den Masterstudiengang Performance des Programms A.PASS (Advanced Performance And Scenography Studies) in Brüssel, Belgien. 
Unter ihren jüngsten Arbeiten sind insbesondere die Kurzfilme, Performances („Indementária Popular_cut & paste,PRIVATE ROOM“) und das Projekt PRETA hervorzuheben. Derzeit entwickelt sie das multimediale, transdisziplinäre Projekt „iwannamakerevolution“ über Verschiebungen, Übergänge und mutierte Körper.
Thelma Bonavita arbeitet in den Bereichen Choreografie, Mode und bildende Kunst. 1995 gehörte sie zu den Entwicklern und Gründern des mehrfach ausgezeichneten Studio Nova Dança. Ihre künstlerischen Aktivitäten entwickelt sie über die Plattform Como-clube. 2014 erhielt sie eine Einladung zur 31. Biennale in São Paulo und präsentierte als ästhetische Vermittlerin des Symposiums Trans_religião „Ritual Falso“, „Fervo“ und andere Produktionen des Como_clube und seiner Partner.
Kürzlich realisierte sie gemeinsam mit den Modedesignern Bruna Petreca und Douglas Atkinson eine Reihe von Workshops im London College of Art in England. Sie lehrt an der Akademie für zeitgenössische Kunst in Tromsø, Norwegen und entwickelt eine digitale Kulturplattform für gemeinschaftliche Praktiken, den Como_cloud clube.
Gemeinsam mit der Künstlerin und Modedesignerin Karlla Girotto erforschte sie die intime Beziehung des Körpers zur Mode und entwickelte entsprechende künstlerische Aktivitäten. Daraus entstand das Projekt FLESHION (flesh = Fleisch, Körper und Fashion = Mode), der Workshop Mutantes na Sala de Jantar und der Workshop de Coisas.