Fire-kitchen
Goethe na Vila

Fire Kitchen Johanna Dehio

Die “FEUER-KÜCHE” ist eine partizipative, öffentliche Aktion, bei der in einem exemplarischen Prozess rohe Materialien in eine funktionsfähige Kocheinheit umgewandelt werden: Geschirr, Töpfe, Tisch-Öfen und Dachziegel werden aus Ton geformt und im Holzfeuer gebrannt, wobei sie eine matt-schwarze Oberfläche bekommen. Als Höhepunkt wird an einer festlichen Tafel nach Rezepten aller Teilnehmer gekocht und gemeinsam bei Musik und Gesprächen gegessen.

Durch hands-on Arbeit wird der sinnliche Kontakt mit dem Rohmaterial Ton und das Archaische des Kochens auf offenem Feuer zelebriert. Das Projekt möchte die Entwicklungsschritte erfahrbar machen, die auf dem Weg vom Rohmaterial zum Gebrauchsgegenstand und seiner kulturell geprägten Form durchlaufen werden.
 
Die Feuerküche ist inspiriert von den brasilianischen Barro Preto Töpfen, die durch den Feuerbrand ihre typische schwarze Färbung erhalten und eine offenporige aber verdichtete und dadurch kochtaugliche Oberfläche. Weiterhin sollen Möglichkeiten erforscht werden, wie diese Technik als atmende, technologisch einfache und effiziente Haut für einen Raum auf einen architektonischen Maßstab übertragen werden kann.
 
Wir wollen versuchen, vorhandenes Wissen über Keramik, Alltagskulturen und Transformation durch Feuer aus unterschiedlichen Kulturen zu sammeln, anzuwenden und umzudenken. Neben Materialströmen wollen wir Wissensströme beobachten und ermöglichen, die über soziale, kulturelle und wirtschaftliche Kategorien hinaus gehen. Wir untersuchen so das praktische Wissen, das in Objekte und Traditionen verschiedener Kulturen eingeschrieben ist und haben zum Ziel eine freundschaftliche Atmosphäre um die gemeinsame Tafel zu schaffen um einen fruchtbaren Austausch zu ermöglichen.

ZU DEN PERSONEN

Johanna Dehio (1984) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeit umfasst Produkt- und Möbeldesign, räumliche und soziale Interventionen sowie kulturelle Initiativen, Ausstellungen und Workshops und sie lehrt an der UdK Berlin im Institut für Produkt- und Prozessgestaltung. Die unterschiedlichen Aspekte von Improvisation sind immer wieder Inspirationsquelle für Ihre Arbeit gewesen. Die Beziehung zwischen dem Nutzer und dem Objekt spielt für sie eine wichtige Rolle, die auch eine Verantwortlichkeit für den Umgang mit Dingen, Ressourcen und Ökonomien impliziert. In Ihren Projekten liegt der Fokus auf dem Prozess, der zu einem wichtigen Teil des Ergebnisses wird.
 
Mascha Fehse lebt in Berlin und arbeitet im Grenzgebiet von Architektur, Kunst und Kultur. Sie konfrontiert sich mit Fragen zu Öffentlichkeit und Gemeinwohl, mit Fokus auf Mikro-Kollesionen und angewandte experimentelle Ansätze für einen offenen Diskurs über soziale Konstellation, infrastrukturelle Beziehungen, strukturelle Verbindungen und phantasievolle Assoziationen. 
 
David Moritz ist Architekt, betreibt seit 2008 das Studio rocknrollarchitecture, und lehrt an der Universität (BTU). Seine Fokus liegt auf experimentellen prozessorientierten Projekten, die mit ergebnisoffenen methodischen Ansätzen untypische Konstruktionsentwürfe produzieren. Die Kombination von intelligenten Low-Tech-Materialien mit modernen experimentellen Bautechniken fasziniert ihn besonders.