Sarau de Cordas
Goethe na Vila

Sarau de Cordas - Goethe na Vila

Das Casa Ecoativa bietet während seiner Residenz allen Interessierten offene Treffen sowie viertägige Werkstätten zu den Themen Literatur, Zine, Holzstich, Gastronomie und Permakultur an. Ziel ist es, gemeinsam kollektive und erzählerische Arrangements zu schaffen, die in der Spezialausgabe des Sarau de Cordas in der Vila Itororó präsentiert werden. 

Das Projekt „Sarau de Cordas“ wird von Pädagogen, Künstlern und Aktivisten des Casa Ecoativa umgesetzt. Das Casa Ecoativa ist ein in Ilha do Bororé in der Zona Sul von São Paulo ansässiges Kultur- und Umweltzentrum. In den offenen Ateliers und während einer Spezialausgabe des Sarau de Cordas lädt das Projekt im Raum Goethe na Vila zum Austausch zwischen den Künstlern aus Grajáu und allen Interessierten ein.
 
In Ilha do Bororé fördert die Nähe zur Natur den Kontakt zu unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen, welche die Volkskultur bewahren und einen Raum für Selbstverwirklichung bieten sollen. Ausgehend von ihren Erfahrungen bietet das multidisziplinäre Künstlerteam der Öffentlichkeit einen Monat lang einmal wöchentlich vier parallel stattfindende Aktivitäten. Insgesamt gibt es vier Tage lang offene Ateliers zu den Themen Literatur, Zine, Holzstich, Gastronomie und Permakultur für alle Interessierten.
 
Ziel ist es, gemeinsam kollektive und erzählerische Arrangements zu schaffen, die in der Spezialausgabe des Sarau de Cordas in der Vila Itororó am 17. März präsentiert werden.
 
Abschlussveranstaltung des Sarau de Cordas – Sonderausgabe Goethe na Vila mit einer Ausstellung der Holzsticharbeiten, Zines und Videos der Aktionen* plus einer Gesprächsrunde und Darbietungen von Künstlern, Dichtern, Musikern, kulinarische Angebote sowie Offenes Mikrofon.

programm

Ateliê aberto Sarau de Cordas - Literatur, Holzstich, Zine, Gastronomie und Permakultur
22. Februar, 01., 08. und 15. März
von 10:00 bis 16:00 Uhr

Atelier für Literatur und Poesie
​mit Jean Gonçalves und Israel de Lima

  • Ursprung und Autoren
  • Anhören von Cordel- und Rap-Texten (Literatur)
  • Konzipieren und Schreiben von Texten
  • Ausdruck und Performance


Offenes Atelier für Zines mit Gedichten und Illustrationen
mit Jaison Pongiluppi

  • Einführung in die Kunst der Gedichtblätter, das Universum der Zines
  • Ausarbeitung des Hefts, Formatieren und Vektorisieren der Illustrationen
  • Montage und Collagen
  • Fertigstellung der Hefte aus recycelbaren Materialien


Offenes Holzstichatelier
mit Wellington Neri und Vanilson Rosa

  • Vorstellung der brasilianischen Kultur, Literatura de Cordel, Holzstiche
  • Anfertigen von Illustrationen, die von Volksliteratur und eigenen Ideen inspiriert wurden
  • Gravuren im Holz
  • Druck/Gravur auf Papier


Offenes Atelier für Gastronomie und Permakultur
mit Kim Marques

  • Rohkost
  • Nahrungszubereitung
  • Agrarökologie
  • Was passt auf meinen Teller?

 
Sarau de Cordas Goethe na Vila
17. März von 14:00 bis 17:00 Uhr

Abschlussveranstaltung des Sarau de Cordas
Sonderausgabe Goethe na Vila mit einer Ausstellung der Holzsticharbeiten, Zines sowie Videos der Aktionen
* plus Gesprächsrunde und Darbietungen von Künstlern, Dichtern, Musikern sowie Offenes Mikrofon.


ZU DEN PERSONEN

Israel de Lima Barbosa
Provokateur, Performance-Künstler und Kunsterzieher 

Schloss 1992 seine Theaterausbildung an der Escola Macunaíma und 1996 an der Teatro Escola Recriarte ab und leitete verschiedene Werkstätten in Kulturzentren. Er entwickelte unterschiedliche künstlerische Sprachen und Ausdrucksformen wie Theater, afrikanischer Tanz, körperlicher Ausdruck, Maskenbild, Geschichtenerzählen, Jazz und Tänze aus dem Nordosten Brasilien. War als Schauspieler an den Aufführungen „Canaã e O guarani“ (Regie: Caetano Vilela und Sérgio Ferrara), „Poesia em movimento“ (Regie: Eliana Santana), „Como se fosse um crime“ (Regie: Ester Góes und Francisco Milani), „O Reino de Roselândia“ von Maria Vilani (Regie: Bel Antunes) und „O Cântico negro“ (Regie: Vitor Trindade) beteiligt. Führte Regie bei den Theaterstücken „Milagre na Cela“ (von Jorge Andrade) und „Extremo“ (selbstverfasst). Werkstattleiter im Casa de Cultura Santo Amaro de Palhaço Carequinha (2002-2009), Körper- und Ausdruckswerkstatt (UBSs Jd. Castro Alves und Jd. Clipper).
 
Jaison Pongiluppi Lara
Kunsterzieher, Fachmann für Permakultur und Grafikdesigner

Geboren und aufgewachsen im Bairro Ilha do Bororé, seit 2012 Lehrer und Kultursprecher der dortigen Schule, verantwortlich für den Schulgarten, seit 2013 kultureller Leiter und Lehrer für Umwelt im Casa Ecoativa. Organisiert gemeinsam mit Kollektiven aus der Region Grajaú seit 2 Jahren den Sarau de Cordas und nahm 2015 als Ehrenamtlicher am Programm VAI des Sarau de Cordas teil. In seiner Funktion als kultureller Leiter zeichnet er sich insbesondere für die Residenzprogramme verantwortlich, an denen u. a. namhafte Künstler wie Karina Buhr, Neo Muyanga, OsRetirante, Mano Money’s, Xênia França, Giovani di Ganzá, Lello di Sarno, Grada Kilomba, Grupo Semente do Jogo de Angola, Mulheres na Luta und das Centro de Arte Promoção Social teilnahmen. Organisiert das Programm „Zona Sul do Virada Sustentável“ (Wende zur Nachhaltigkeit in der südlichen Zone) und das Festival de Direitos Humanos (Festival der Menschenrechte) und nimmt seit 2013 am Fórum de Cultura do Grajaú (Kulturforum Grajaú) teil. War Koordinator des Projekts Ecolab (Programm Redes e Ruas) und in dieser Funktion ein Jahr lang in Grajaú, Ilha Bororé und Parelheiros als Ausbilder jugendlicher Kommunikatoren tätig. Studierte 2008 Grafikdesign an der Instituição Nossa Senhora de Fátima und arbeitet seitdem an Projekten im Bereich Grafik, visuelle Identität, Formatierung und Bearbeitung. Entwickelt grafische Projekte und leitet Werkstätten in diesem Bereich. Bei den Arbeiten handelt es sich zum Großteil um Material zur Öffentlichkeitsarbeit für Kulturveranstaltungen in der Region, Kataloge, Zeitschriften, Fanzines sowie die Systemisierung von Inhalten der einzelnen Kollektive u. v. m.
 
Jean Cícero Gonçalves
Dichter, Musikproduzent und Kunsterzieher
 
Kulturaktivist u. a. des Casa Ecoativa, Sarau do Grajaú, Sarau de Cordas, Sarau Projeto Clamarte und Sarau do Mercado in der Stadt São Paulo. Verfügt über künstlerische Erfahrungen als Teil der Dichtergruppe Osretirante und Aktivist des Fórum de Cultura Grajaú. Vermittelte für das Casa Ecoativa Schülern der vierten und fünften Klasse der Escola Estudal Professor Adrião Bernardes in Werkstätten das Geschichtenerzählen und entsprechende Ausdrucksformen und stellte die Gruppe zur Umsetzung des Primeiro Grande Encontro Poético (Erstes großes Dichtertreffen) der Stadt São Paulo in der Biblioteca Alceu Amoroso Lima zusammen. War ehrenamtlich als Tontechniker beim ersten Festival de Pipas do Lago Azul in der Gemeinde Grajaú tätig und nahm bei der achten Aktion des Forum de Cultura do Grajaú u. a. an der gemeinsamen Säuberung der öffentlichen Plätze im Stadtviertel teil.
Kimberly Marques dos Santos: Kunsterzieherin im Bereich Ernährung und Finanzverwalterin
Wohnt im Stadtteil Pq. Cocaia, nimmt als Aktivistin des Casa Ecoativa seit 2015 an gemeinsamen Säuberungsaktionen und der Instandhaltung des Hauses teil und übernimmt organisatorische Tätigkeiten und den Empfang für den Sarau de Cordas. Konzipierte das Projekt „O que cabe no meu prato?“ (Was passt auf meinen Teller?), eine Initiative zur Heranführung an eine gesunde Ernährung und zur Entwicklungen von Essgewohnheiten, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt zugutekommen. Leitete Workshops zu gesunder Ernährung für Schüler der Escola Adrião Bernardes im Rahmen des 2017 vom Programm Proac geförderten Projekts Sarau de Cordas. Ist zudem für lokale Gruppen wie u. a. Imargem, Periferia em Movimento und Ecoativa als Essensanbieterin tätig.  Verantwortlich für die Rechnungslegung und die Bilanzen der folgenden Projekte: Sarau de Cordas (2016/2017 vom Programm Proac in der Kategorie Saraus Culturais gefördert); Sarau de Cordas (2016 bis heute laut dem Gesetz zur Förderung der Kultur in der Peripherie  unterstützt)

Vanilson da Silva Rosa
Kunsterzieher, Experte für Permakultur und Kulturagent

Mitglied des Kollektive O.C.A. (Ocupação Comunitária Alternativa - Alternative gemeinschaftliche Besetzung), beteiligt sich an sozialen Maßnahmen, indem er Dokumentationen und Filme zu Alltagsthemen, die die Geschichte des Stadtviertels bewahren, sowie zu anderen Themen zeigt. Sein Ziel ist es Debatten und Aktionen im Rahmen von Kulturveranstaltungen zu fördern. Arbeitet mit dem Casa Ecoativa zusammen, wo er sich an der Organisation und Vernetzung von Aktivitäten beteiligt, die die Kultur mittels Saraus, sozialem Tourismus, gegenseitige Besuche mit anderen Institutionen und Nichtregierungsorganisationen, Umweltaktionen und Konzepten der Permakultur fördern. 2015, als das Kollektiv im Rahmen des Programms „Redes e Ruas“ für sein Ausbildungsprojekt für junge Kommunikatoren von verschiedenen Städten und Gemeinden gefördert wurde, übernahm er die Rolle des Anleiters und Ausbilders der Jugendlichen. Im selben Jahr, als das Kollektiv über das Programm VAI der städtischen Kulturverwaltung eine Förderung für die Umsetzung von „Sarau e Oficina" erhielt, leitet er Grafik-, Holzstich- und Stencilwerkstätten. Er war auch für die städtische Kulturverwaltung als so genannter „Agente Comunitário Cultural“, also als städtischer Kulturagent, tätig, um Gruppen und Kollektive für Kulturaktionen in der Region Grajaú zusammenzubringen und war als Teil des Technikteams der Aufführung von „A Margem“ der CIA Humbalada de Teatro verantwortlich für das Bühnenbild im Atelier DaMargem.


 
Wellington Neri da Silva
Kunsterzieher, Graffiti-Künstler und Kulturschaffender

Gründer und seit 2007 Mitglied des Kollektivs Imargem. (2015) Recherche und Produktion - Expo Cartograffiti im CCSP; (2015) Vortrag „Graffiti e Letramento“ - Campo Limpo; 2015 – Ausbilder beim Projekt Ecolab – Grajaú, Ilha do Bororé und Parelheiros – (Redes e Ruas); (2015) Lokaler Koord. und Produzent des Projekts „Projeto Transformações“; (2015) Vortragender beim Encontro Internacional Espaços Culturais Urbanos – Sesc; (2014/2015) Bühnenbild für die Theateraufführung „A Margem“ der Cia Humbalada de Teatro.; (2014/2015) Kurator und Produzent von „Virada Sustentável Z/S“; (2014) Ausbildung von Volkserziehern „Graffiti e Letramento – Projeto N’Tomo – CEU Feitiço da Vila; (2013/2014) Kurator und Produzent der Ausstellung „In-Visível“ Galerie Prestes Maia; (2013) Kurator der Ausstellung „#DialogoPopRua - Praça da Sé“; (2013/2014/2015) Koord. des Projekts „Geração Reversa – FEMA9“; (2012/2013/2014/2015) Projektassistent - Programa Jovens Urbanos CENPEC; (2006-2016) Mitglied des Kollegialvorstands und Sozialerzieher – CEDECA Interlagos; (2014) – Beteiligung an der Dokumentation „RUA“ der Regisseurin Tata Amaral; (2014) Produktion und Beteiligung an der Gesprächsrunde bei der Vorführung des Films „Cidade Cinza“ in Grajaú.