Intra-Cos
Goethe na Vila

 Intra-coz

Das Projekt INTRA-COS fokussiert auf die äusserst lebendige Cosplay Szene in Sao Paulo’s Stadtteil Liberdade. Die Villa Itororo wird dabei zum Set für die Produktion einer Videoarbeit, welche die narrativen Strukturen der dem Cosplay zugrundeliegenden Erzählungen untersucht und sie mit den individuellen Geschichten der Cosplayer in Beziehung setzt.

Das Projekt INTRA-COS untersucht die Bilder und Geschichtenwelten globaler Unterhaltungsindustrien und die vielfältigen Subjektivierungsformen und Strategien  die damit in Zusammenhang stehen, im Kontrast zur gegenwärtigen individuellen Lebenssituation junger Menschen in Brasilien. Cosplay, ursprünglich im Japan der 80er Jahre entstanden, ist mittlerweile ein globales Phänomen, das Fans verschiedenster popkultureller Narrationen (Filme, Animationen, Video und Computerspiele) dazu bringt virtuelle Entitäten materiell zu verkörpern. Absolut zentral ist dabei die Rolle die das Internet als Medium der Verbreitung dieser Narrative und visuellen Vorlagen spielt. Zudem stellt sich die Frage, wem diese kulturellen Ausdrucksformen denn eigentlich gehören?

Einerseits gibt es natürlich international agierende Medienkonzerne, welche die Urheberrechte an den jeweiligen Charakteren halten. Andererseits eignen sich die Fans diese Charaktere durch buchstäbliche Verkörperung an. In diesem Sinne kristallisieren sich im Phänomen des Cosplay viele, teils auch problematische, Charakteristika globaler digitaler Kultur heraus. INTRA-COS zielt darauf ab, die individuelle Perspektive der jeweiligen Cosplayer, ihre konkrete, lokale Verortung, mit den Geschichten der von Ihnen verkörperten Charaktere in ein Spannungsfeld zu setzen. In einem script-writing -workshop mit verschiedenen Mitgliedern der Cosplay Community in Liberdade wird die narrative Basis für das Video, aufbauend auf den verschiedensten subplots der jeweiligen Anime Serien, Filme und Computerspiele aus denen die Charaktere entnommen sind, erarbeitet. Auf dieser Basis finden Dreharbeiten vor Ort statt. Am Ende des Projektzeitraumes wird das so entstandene Video in dem Goethe na Vila dem Publikum präsentiert.

Das Projekt ist gefördert mit Mitteln des Österreichischen Bundeskanzleramts für Kunst.

Programm 

Film Vorstellung
Freitag,  11. August | 16:30
Goethe na Vila | Vila Itororó Canteiro Aberto

Vorstellung des von Axel Stockburger realisierten Films, gemeinsam mit Cosplayern aus dem Stadtviertel Liberdade in São Paulo, sowie Get Together zum Abschluss des Projektes. Der Film analysiert die narrativen Strukturen von Cosplay und setzt diese in Beziehung zu den individuellen Geschichten der Cosplayer.

Bio

Axel Stockburger ist Künstler und arbeitet als assoziierter Professor an der Akademie der Bildenden Künste, Wien in der Klasse für Kunst und Digitale Medien. In seinem PhD an der University of the Arts, London, forschte er über die räumlichen Strukturen digitaler Spiele. In seinen künstlerischen und theoretischen Arbeiten konzentriert  er sich konsequent auf die veränderten Rahmenbedingungen einer medial globalisierten Welt. Er ist Mitglied der Wiener Secession.
 
www.stockburger.at