Queer Bike Story
Goethe na Vila

Queer Bike Story

Diese Workshops befassen sich mit der individuellen Gestaltung von Fahrrädern mit  Botschaften und Bildern aus LED-Leuchten und entwickeln so eine gemeinsame Geschichte über ein Leben in Gemeinschaft. 

Das Projekt Queer Bike Story möchte das Fahrrad als Sozialisierungsinstrument nutzen. Es soll einen Stadtteil beleben und ihm auf demokratische Weise eine Stimme verleihen. Das Fahrrad dient während des Projekts als Treffpunkt für die Queer-Community: Es bietet die Möglichkeit, Wünsche und Gedanken zu und Erfahrungen mit der Vila Itororó und der Stadt auszudrücken. 
In den letzten Jahren hat São Paulo sich zum Begründer der Fahrradkultur in Brasilien und gleichzeitig zu ihrem wichtigsten Verfechter entwickelt. Dies spiegelt sich sowohl in den jüngsten öffentlichen Initiativen als auch in dem Interesse, das die Einwohner von São Paulo für dieses Thema aufbringen, wider. Die neu geschaffenen Radwege bilden letztendlich einen Kontrast zur Vorherrschaft des Autos, das bis dahin als wichtigstes Fortbewegungsmittel galt.
 
Das Projekt ist eine offene Initiative und richtet sich an die Menschen vor Ort, insbesondere an jene, die nicht in einem traditionellen Familien- oder Wohnmodell leben und sich gegen eine Gentrifizierung der Gefühle wehren. Gebrauchte Fahrräder werden gesammelt und gemeinsam von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft individuell gestaltet. Im regen Ideenaustausch entstehen funktionale Skulpturen und unterschiedliche Objekte.
 
Der Workshop ist offen für alle und findet in drei Treffen abhängig vom Arbeitsaufwand und der Verfügbarkeit der Teilnehmer statt. Zum Abschluss des Projekts in der Vila Itororó wird ein Umzug der Fahrräder durch das Viertel organisiert. Alle ausgewählten Fahrräder werden am Hinterrad mithilfe von LED-Leuchten mit persönlichen Botschaften oder sonstigen Darstellungen ausgestattet. Das Video dieser Performance wird gemeinsam mit einigen der im Rahmen dieses Workshops gestalteten Objekte im Projektraum Goethe na Vila präsentiert.

Program

Bike Foreplay
Samstag, 24. Juni | 15 bis 17 Uhr
Samstag, 1. Juli | 14 bis 17 Uhr
Freitag, 7. Juli | 14 bis 17 Uhr
Vila Itororó Canteiro Aberto
Anmeldungen: average@gmx.de
 
Drei aufeinanderfolgende offene Treffen bieten die Möglichkeit, sich mit dem Mechanismus von Fahrrädern zu befassen. Das Fahrrad ist heute Ausdruck einer politischen Haltung und einer alternativen Lebensweise im urbanen Raum. Willkommen sind Einzelne oder Gruppen, die andere Formen des Zusammenlebens praktizieren oder sich für solche interessieren, insbesondere aus der Queer-Community. Die Teilnahme an allen Treffen ist kostenlos. Spenden sind herzlich willkommen. Das Mitbringen von Fahrrädern (oder Fahrradteilen) ist nicht erforderlich, wird aber empfohlen.
 
Bike Parade
8. Juli
Abfahrt um 18 Uhr von der Vila Itororó Canteiro Aberto
Ankunft um 20 Uhr
 
Ein Event unter freiem Himmel. Die in den ersten Treffen gemeinsam entwickelte Geschichte wird in den Straßen von São Paulo ausgestellt und geteilt. Die an die Hinterräder der Fahrräder angeschlossenen LED-Leuchten erhellen den Weg für ein nicht-traditionelles Zugehörigkeitsgefühl.
 
 
Bike Fairplay
13. Juli | 17 bis 20 Uhr
Vila Itororó Canteiro Aberto
 
Öffentliche Veranstaltung in der Vila Itororó: Objekte, Skulpturen, Texte und bewegte Bilder illustrieren den Arbeitsprozess und erzählen im Kontext der Vila Itororó einmal mehr Geschichten der Teilnehmer des Workshops und unterstreichen so die Bedeutung der unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens in einem gemeinsamen Raum.

Zu den Personen

Real Madrid ist ein in Berlin beheimatetes Kollektiv, das 2015 von den Italienern Bianca Benenti Oriol (1987) und Marco Pezzotta (1985) gegründet wurde. Beide studierten an der KHB Weißensee in Berlin, an der HEAD in Genf und an der Brera Academy of Fine Art in Mailand. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt auf Themen wie sexuelle Entwicklung, queere Identität und kollektive Bedingungen. Der Name des Kollektivs spielt mit den Konzepten des Sports und des Merchandisings von Stärke, Teamgeist und Herzlichkeit. Sie haben bereits bei O'Artoteca in Mailand und bei LIYH, Forde, Silicon Malley und 1.1. in der Schweiz ausgestellt. 2017 gehörten sie zu den Finalisten des BNP Prize.
 
Marco Pezzotta
Geboren 1985 in Italien. Studium an der Academy of Fine Art in Mailand und an der KHB Weißensee in Berlin. Er ist Mitbegründer des Kollektivs Real Madrid und nahm an verschiedenen Artist-in Residence-Programmen teil, u. a. an der Kunstmeile in Krems, am VASL in Karachi (Pakistan), am Seul Museum of Art (Südkorea) und am Q21 Museumsquartier in Wien (Österreich). Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit organisiert er Bildungsprogramme in Berlin.
 
Bianca Benenti Oriol
Geboren 1987 in Turin, Italien. Studium an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Master in Bildender Kunst der Haute École d’Art et Design in Genf, Schweiz. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs Real Madrid. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören 1.1 (Schweiz), Silicon Malley (Schweiz), LIYH (Schweiz) und O'Artoteca (Italien).