Call for Applications: Kreative Prozesse über Distanz – 2. Runde

Experimente zu künstlerischem Austausch und räumlicher Entfernung

Am Anfang vieler kreativer Prozesse steht die Begegnung und der Austausch mit anderen, sei es im direkten Gespräch, in kollaborativen Arbeitsformen oder in zufälligen Begegnungen. Die massiven und anhaltenden Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben diese meist persönlichen Begegnungen deutlich erschwert. Insbesondere Begegnungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Länder sind sogar zeitweise unmöglich geworden. Zudem führt die Notwendigkeit nachhaltigerer Lebensweisen im Kontext des Klimawandels auch unabhängig von der Pandemie zu weniger internationalen Reisen, um den Flugverkehr zu reduzieren. Direkte Begegnungen werden in Zukunft zumindest seltener stattfinden. Kreative Prozesse leben aber ganz entscheidend von diesen Begegnungen, insbesondere solchen, die zufällig und spontan entstehen.
 
Digitale Formen der Kommunikation und Begegnung werden daher in Zukunft auch in kreativen Prozessen eine noch größere Rolle spielen. Gleichzeitig sind kreative Austauschprozesse über räumliche Distanz noch wenig eingeübt oder laufen in engen Bahnen (Stichwort: Zoom) ab – fast immer steht am Beginn einer Zusammenarbeit die persönliche Begegnung, das persönliche Kennenlernen. Im Rahmen dieser Ausschreibung unterstützen wir zehn Formatexperimente, die für dieses Dilemma Lösungen erproben möchten. Im Zentrum stehen dabei diese Fragen:
 
Wie kann kreativer Austausch stattfinden, ohne dass sich die Beteiligten physisch treffen oder bereits kennen? Welche Möglichkeiten bieten digitale Formate oder Formate über Distanz, um gemeinsam Ideen und künstlerische Projekte zu entwickeln?
Wie lassen sich digitale Plattformen für kreative Prozesse einsetzen, ohne nur präsenzbasierte, eingeübte Formen des Austauschs in digitale Kontexte zu übertragen?
Wie können die für Kreativität wichtigen Aspekte des Zufälligen und Ergebnisoffenem im Digitalen ermöglicht werden?
 
Nach einem ersten erfolgreichen Durchgang unterstützen die Goethe-Institute in Südamerika wieder zehn neue Projektvorschläge, die mit neuen kreativen Austauschprozessen über Distanz experimentieren. Im Fokus steht dabei der gemeinsame kreative Prozess. Ein Ziel der Initiative ist die Erweiterung von Wissen über kreative Prozesse auf Distanz, daher ist die Dokumentation des Austauschs ein zentraler Aspekt, um die Erkenntnisse in andere Kontexte übertragen zu können. Die Beteiligten der zehn Projekte werden zudem untereinander vernetzt. 
 

Rahmenbedingungen:

  • Idee für kreativen Austauschprozess mit Beteiligten aus mindestens zwei verschiedenen Ländern (mit Verbindung zu Südamerika), mindestens 2 Personen oder Institutionen sollen beteiligt sein
  • Analoge, digitale oder hybride Medien sind zulässig
  • Neue Projektidee, keine Fortsetzung / neue Ausgabe alter Projekte
  • Vorgabe für Dokumentation: Jeden Monat ein kurzes Videoupdate von max. 1,5 bis 2,5 Min., welches das Goethe-Institut über seine sozialen Medien posten kann. (insgesamt 3 Videos)
  • Zeitraum des Austausches: Drei Monate, von Anfang Oktober bis Anfang Januar
  • Budget pro Projekt: bis zu 5.000 EUR

Auswahlkriterien:

  • Innovativität des Austauschformates, im Fokus steht das Format und der experimentelle Charakter des Austauschprozesses
  • Ziel des Austausches: Hierarchie- und barrierefreier Prozess, Kreieren von Momenten des Spontanen und Zufälligen, gemeinsame kreative Entwicklung
  • Schlüssiges Dokumentationskonzept
Wir freuen uns besonders auf Bewerbungen aus den Peripherien / außerhalb der Hauptstädte und Zentren.
 
Für die vollständige Bewerbung bitte das untenstehende Formular ausfüllen und mit Kostenplan sowie einem CV der Beteiligten abschicken. Bewerbungsschluss ist der 05.09. Die Projektvorschläge werden bis zum 20.09. ausgewählt.

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