Inspirador Ein Leitfaden für nachhaltiges Kulturmanagement

Inspirador 1.3

Nachhaltigkeit und Ressourcenmanagement in der Kulturarbeit ist ein wichtiges Thema für das Goethe-Institut als Veranstalter von Kulturprogrammen. Der Inspirador dient mit seiner Sammlung an Strategien und Werkzeugen als Ideengeber für ein nachhaltiges Kulturmanagement. Er ist eine Aufforderung, neue Wege zu gehen und soll zum Nachdenken über nachhaltige Arbeitsweisen anregen. Dabei stellt der Leitfaden keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit: Jede kulturelle Veranstaltung, jede Gruppe, jedes Künstlerkollektiv kann einen eigenen Inspirador hervorbringen.

Der Leitfaden wurde in Brasilien in Form von Workshops in verschiedene Städte getragen. Innerhalb dieser Workshops regte der Leitfaden die Teilnehmenden dazu an, über neue Anwendungen und Methoden nachzudenken. Mit jedem Workshop und jeder Gruppe entstanden viele neue Ideen, die die Funktion des Inspiradors widerspiegeln: Er ist ein Appell an die Fantasie und Kreativität von Kulturmanagern und Kulturmanagerinnen. Der Leitfaden steht unter CC-Lizenz (CC BY-SA) und eröffnet somit die Möglichkeit, unendlich viele Inspiradore zu gestalten. Kulturschaffende können damit weitere Initiativen erfassen, die für die kreative, inklusive und nachhaltige Praxis im Kulturmanagement beispielhaft sind.

   

Inspirador 1.3 (Deutsch, 2017)

 

Nachhaltigkeit im Kulturmanagement

Der Inspirador fördert Nachhaltigkeit nicht nur im Sinne der Erhaltung von Natur und Umwelt, sondern auch in Bezug auf die Arbeitsbeziehungen oder die Stadt. Der Begriff Nachhaltigkeit ist sehr weit gefasst und beinhaltet auch kollaborative und faire Arbeitsweisen. Zudem soll – wie der Name des Inspiradors schon andeutet – der Leitfaden inspirieren. Da er lokale Besonderheiten respektiert und fördert, wurden mit jeder Sprachversion neue Beispiele aus der Praxis des Kulturmanagements gewonnen, die die Realitäten in den jeweiligen Ländern und Regionen abdecken.

Über den Inspirador

Die Idee für den Inspirador entstand im Rahmen eines Festivals für Nachhaltigkeit in der Kunst, das vom Goethe-Institut organisiert wurde. Das Ziel war es, die dort gesammelten Erfahrungen für andere Künstlerkollektive, Künstler und Künstlerinnen sowie Kulturmanager und -managerinnen in anderen Städten, Regionen und Ländern aufzubereiten. Der Inspirador fügt sich damit in ein Grundprinzip des Goethe-Instituts ein, Kulturmanagement als einen netzwerkartigen Prozess anzusehen, der Kulturmanager und Kulturmanagerinnen weltweit verbindet und den Ideenaustausch für lokale Projekte untereinander fördert.

Im Jahr 2015 entstand die erste Version des Leitfadens auf Portugiesisch. Zentrale Fragen des Leitfadens „Inspirador: dá para fazer produção cultural de outro jeito" waren: Wie entscheiden Kulturmanagerinnen und Kulturmanager über Aktivitäten, die nicht nur auf den Erfolg eines Events abzielen, sondern auch beispielgebend für den Umgang mit der Welt sind? Welchen Einfluss hat ein ressourcenschonender Umgang im Kulturmanagement auf Nachhaltigkeit und Umwelt?

Nach zwei Jahren wurde die aktualisierte Fassung des Inspirador auch auf Englisch veröffentlicht. „Inspirador 1.2: International guidelines for sustainable cultural management" listet Strategien und Werkzeuge aus der Kulturproduktion auf und enthält 48 Beispiele zum Nachmachen, vom Erstellen eines fairen Einsatzplans bis zur Kommunikation mit dem Publikum.

Die dritte Version ist seit 2018 in deutscher Sprache verfügbar. Im „Inspirador 1.3: Internationaler Leitfaden für ein nachhaltiges Kulturmanagement" finden sich neue und bewährte Strategien und Werkzeuge des ökonomischen Kulturmanagements. Im Mittelpunkt stehen Initiativen in Deutschland, wie das Café Botanico, das etwa 200 Pflanzenarten für den Eigenbedarf anbaut, oder die Leaf Republic, ein Unternehmen, das biologisch abbaubare Teller und Besteck herstellt.