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Em Nome da América
Em Nome da América | Pressefoto / Festival do Rio

Em Nome da América untersucht die Präsenz amerikanischer Freiwilliger im brasilianischen Nordosten der 1960er Jahre
Von Sérgio Raimundo
 

Em nome da América (Im Namen Amerikas) porträtiert die Anwesenheit Hunderter Nordamerikaner im brasilianischen Nordosten in den 1960er Jahren. Jugendliche Teilnehmer der Friedenscorps. Das erste, was mir an diesem Film auffiel, ist der Titel, der mich zunächst denken ließ, es handele sich um einen Dokumentarfilm über die Ereignisse in Amerika als einem einzigen geopolitischen Raum. Im Film sah ich dann, dass er nur von zwei amerikanischen Ländern erzählt. Explodierten die Ereignisse in diesen Ländern im Namen Amerikas? Oder nur eines amerikanischen Landes?

In einem ersten Moment versucht der Dokumentarfilm von Fernando Weller, allein im Rückgriff auf Brasilien die Spuren zu zeigen, die diese Nordamerikaner im brasilianischen Nordosten hinterließen. Tatsächlich wurden die Spuren in Brasilien hinterlassen, aber der Film würde gewinnen, wenn er sich nicht nur auf eine Quelle stützen würde. Wenn es die Absicht des Autors war, den Film nur auf einen einzigen Raum zu beschränken, liege ich in meiner Lektüre falsch. Man versucht, Amerikaner zu hören, die über dieses Programm in Brasilien waren, aber man geht nicht in die amerikanischen Archive, um etwas über die nordamerikanischen Motivationen und Haltungen gegenüber dieser Politik von Kennedy zu erfahren.

Die Aussagen und die zeitliche Ausweitung eines Themas, das besser zusammengefasst hätte werden können, dazu die Schilderung, die bisweilen unbedeutende oder nebensächliche historische Elemente miteinbezieht, schränken die Erfahrung des Zuschauers ein.

Betont werden muss aber, dass der Film auch eine Art didaktisches Paket ist für Jugendliche, die nach dieser Zeit zur Welt kamen. Auf dieser historischer Ebene gewinnt er an Bedeutung, denn er versucht in der Zeit nach einer Erinnerung zu graben, die wenig bekannt ist und Gefahr lief, im Sarkophag der Zeit zu verschwinden.

Dennoch verliert sich die Investigation des Films in einer Schwäche, die wir als „zeitliches Substrat“ bezeichnen können. Was genau will der Film hauptsächlich in die heutige Zeit übertragen? Ich denke also, es gibt nur die Notwendigkeit, eine Vergangenheit aufzurufen, wenn sie uns nützlich sein kann und versucht, uns etwas zu lehren.