Grave of the Fireflies Das Grab der Glühwürmer

Los silencios
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Die Entscheidung für den Plural im Titel des Films von Beatriz Seigner ist nicht zufällig; das Schweigen, das dieses Werk ausmacht, ist ungleich und vielfach. Im Ton verdichten sich Sprache und Musik zugunsten der Geräusche der Nacht, vor allem der Insekten.

In der Inszenierung ergibt sich die Stille des Raums durch die isolierte Lage der Insel, auf der die Geschichte spielt, aber auch durch das Wasser, das regelmäßig rund um die Pfahlbauten ansteigt und Architektur und Körper auflöst. In der Erzählung selbst herrscht das Schweigen der Behörden zu den bewaffneten Konflikten entlang des Dreiländerecks von Brasilien, Kolumbien und Peru. Und auch das Schweigen des Mädchens Núria, das paradoxerweise, obwohl schweigend, als Bild wie ein Donner wirkt.

Núria kommt auf die Insel mit ihrer Mutter Amparo (Marleyda Soto) und Fabio, ihrem jüngeren Bruder. Dort treffen sie den Vater Adão (Enrique Diaz) wieder. Doch nicht alles ist, wie es scheint. Der Film deckt das allmählich auf. Das Mädchen ist Kern dieses vielfachen Schweigens, angefangen von dem Einfluss, den es auf Kamera und Einstellungen ausübt. Núria betrachtet die sie umgebende Welt lange, und im gleichen Rhythmus scheint diese Welt sich zurückzugeben. So ist die Einstellung als Zeiteinheit still, weil die Schnitte sparsam und präzise sind. Gleiches gilt für die Räumlichkeit, denn indem er die Mittel der Bewegung meidet, sucht der Blick nicht umher, sondern verharrt und wartet darauf, dass die Welt sich physisch oder metaphysisch entfaltet.