BlackKkKlansman Spike Lees strategische Vereinfachung

Infiltrado na clã
© Divulgação

In Zeiten faschistischer Bedrohung entscheidet sich der Regisseur für eine direkte Sprache.

Mit BlackKkKlansman (2018) geht Spike Lee einen doppelten Weg, den nordamerikanischen Rassismus für die Leinwand zu bearbeiten: Zum einen stellt er durch gekonnte Anordnung der Bilder seine im Lauf seiner Filme erwiesene Beherrschung der filmischen Sprache unter Beweis, andererseits gestattet er sich Abweichungen von der wirklichen Erzählung über einen schwarzen Polizisten, der sich in den weißen rassistischen Ku Klux Klan einschleicht. Das Ergebnis ist ein Film für das Mainstreamkino, der geeignet ist, die Aufmerksamkeit eines nicht unbedingt für das Thema sensibilisierten Publikums zu erregen.

Als ein Regisseur, dem schon weitaus komplexere Darstellungen von Schwarzen auf der Leinwand gelungen sind (siehe Do the right thing, 1989), trifft Spike Lee hier auf einen historischen Augenblick, in dem die Aufgabe des Subtilen notwendig wird. Damit verliert die Komplexität des Drehbuchs und der Konstruktion der Figuren insofern, als die Erzählung zahlreiche sehr einfache Lösungen bietet, vor allem in der Darstellung der weißen Extremisten (allesamt flach und wie Karikaturen). Doch für ein Publikum, das sich immer mehr in der Aufmerksamkeit zwischen sozialen Netzwerken und Mainstreamkino verliert, klingen diese Elemente spannend. Zum Beispiel ist da die Entscheidung, Flip Zimmerman (Adam Driver) zu einem Juden zu machen oder die Konstruktion einer entbehrlichen heteronormativen Liebesbeziehung, um die Verstrickungen intensiver zu machen.

Doch selbst im Rahmen dieser fragwürdigen erzählerischen Entscheidung gibt es starke Momente. Der Konflikt des Protagonisten ist gut herausgearbeitet in Szenen wie der, in der Ron (John David Washington) sich als Zivilpolizist für die Ideen des schwarzen Aktivisten Kwame Ture (Corey Hawkins) begeistert oder mit seiner Freundin über den „Aufbruch des Systems von innen“ diskutiert.

Über den traditionellen Anstrich hinaus gewinnt diese Entscheidung aber auch eine antifaschistische Komponente: Inhalt zu ermöglichen, der in seinem Gehalt revolutionär ist, doch an der Oberfläche gut greifbar erscheint. Man spürt eine gewisse Ungeduld des Regisseurs, was diese (didaktische, dafür weniger subtile) Entscheidung betrifft, sieht man den Film im aktuellen historischen Kontext, der von Rückschritten progressiver Themen geprägt ist. Lee verzichtet auf Metaphern, verstärkt aber das, was er zu zeigen versucht: die Institutionalisierung des Rassismus in der nordamerikanischen Gesellschaft (und nicht nur in ihr). Was viel über den Geist des Regisseurs sagt und über den der Zuschauer heute.