​Hotel by the River Das Hotel am Ufer des Flusses

Hotel by the river
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​Hotel by the River, der neue Spielfilm von Hong Sang-Soo (On the Beach at Night Alone; Right Now, Wrong Then), ist ein Zurück zu einem eher finsteren Blick innerhalb des großen Werks des südkoreanischen Regisseurs. Über die Figur eines Dichters (Ki Joo-Bong), der eine Zeit in dem titelgebenden Hotel verbringt, sinniert der Film mit sparsamen Kamerafahrten und entlang eines schmalen Drehbuchs - beides Markenzeichen des Regisseurs - über das Ende des Lebens.

Ein Hauch von Komödie ergibt sich vor allem aus der Beziehung der Söhne des Dichters, dem Duo Kwon Hae-Hyo und Yoo Joon-Sang. Die zartesten Momente wiederum widmen sich weiblichen Protagonisten, interpretiert von Kim Min-Hee und Song Seon-Mi. Min-Hee, im wirklichen Leben Partnerin des Regisseurs, wird diesmal nicht so herausgestellt, was nicht schlecht ist, denn die Figur der Seon-Mi ist nuancenreicher. Manchmal stört das Ätherische der Frauen etwas, rechtfertigt sich aber dadurch, dass es die thematische Klammer des Todes am besten fixiert.

Mit anderen Worten: Die Männer scheinen in größerer Disharmonie mit dem eigenen Ich zu sein. Die Brüder stehen für eine komische Rivalität, teilweise befeuert vom eigenen Vater, der in einer berührenden Szene die Namen der Kinder erklärt und wiederholt Allegorien von Himmel und Erde, Leben und Tod von sich gibt. Die Frauen kommen reflektierter daher, selbst wenn sie ihre alltäglichen Zweifel darlegen. Vielleicht deswegen nähern sie sich, je mehr der Dichter Joo-Bong sie idealisiert, zunehmend dem Abbild von Engeln. Das Weiß (Schnee, die Kostüme, Trauer in der asiatischen Symbolsprache) umgibt sie auf der Leinwand hartnäckig wie ein Vorzeichen.

Das Resultat ist ein Film, der unter dem Niveau der anderen Filme von Sang-Soo bleibt, verglichen mit den dramatischen The Power of Kangwon Province und Eine Kinogeschichte oder den leichteren wie The Day He Arrives und Hahaha. Die kontinuierliche Übung in Minimalismus jedoch ist zum Genuss des Betrachters geblieben und macht es unumgänglich, die Flut der Bilder zu loben, die er spontan anordnet, mit wackelnder Kamera durch nur halb offene Türen und große Fensterfronten, die den Schnee trennen von der unpersönlichen Sicherheit der Menschen in diesem Raum des vorübergehenden Aufenthalts, der so vergänglich ist wie die Existenz an sich.