'Intervention' und die Filmbombe

Intervention
Divulgação

Der von Caio Cobra gedrehte und von Mídia Bridge produzierte Film "Intervention" wurde erstmals in einer Gala-Session im Cine Odeon gezeigt. Beeinflusst vom Prozess des Vordringens der Befriedenden Polizeieinheit UPPs über die Hügel von Rio de Janeiro und dem Versuch, sich (mithilfe vieler Drohnen) zu einer Wiederholung des Phänomens Tropa de Elite emporzuschwingen, landet der Film höchstens auf der Goldenen Himbeere.

Zuerst könnten wir darüber sprechen, dass einige der Bilder des Films aussehen, als hätte mein 6-jähriger Bruder sie aufgenommen, der davon träumt, Youtuber zu sein – die Unmöglichkeit, das Format der mit einem Handy aufgenommenen Bilder zu reproduzieren, ist wirklich beeindruckend. Wir könnten auch über die szenischen Reproduktionen von Favelas oder die vom Espaço Favela beim Rock in Rio sprechen – die Szene des Bierglases auf dem Billardtisch zum Klang von Dudu Nobre und dem Vorbeifahren eines gepanzerten Polizeiwagens ist unglaublich schlecht. Oder über den peinlichen Wunsch sprechen, Frasen zu erfinden – Was ist los, Chef?; Ich bin das Kommando; Wo ist das Stück?; Verscheuche die Ratte nicht, das sind einige der hervorstechenden Beispiele. Ganz zu schweigen davon, wie es dem Film gelingt, das Talent von Zezé Motta, André Ramiro und Babu Santana zu vergeuden. Dachtest du, das wäre alles, Chef? Es gibt nämlich noch mehr.

Die Plünderungs-Szene des gestohlenen Lastwagens, in der sich die Menschen der Favela wie Kannibalen auf LCD-Fernseher stürzen, ist eine der schrecklichsten Momente, die das brasilianische Kino 2019 hervorgebracht hat: unmoralisch, weil es einfach eine Favela erfindet und auf die Leinwand bringt, un-moralisch (ja, mit Bindestrich), weil es sich nicht um die Wahrnehmung dieser Bilder kümmert und schädlich, weil es die Darstellung der Hügel und Slums von Rio verschandelt. Die Stimme einer Zuschauerin, deren Namen und Gesicht ich nicht kenne, betonte dies am Ende der Vorführung, und dieser Kritiker nahm es dankend auf.

In einer filmischen Geste, die am Ende so komplexe Räume wie die Hügel von Rio de Janeiro nachbildet, scheint der Film von Cobra und dem Team letztlich so sehr daran gelegen zu sein, über Waffen, Krieg in den Städten und Bürgergewalt zu sprechen, dass er sich selbst zum größten Symbol der Konflikte macht: eine laut explodierende Bombe.