Marginalisierung des schwarzen und weiblichen Körpers

'Meine Festung, die Kinder von so nem Typen'
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"Minha fortaleza, os filhos de fulano" [Meine Festung, die Kinder von so nem Typen], ein Film von Tatiana Lohmann, zeigt im Titel die verwirrende Verzweigung der Handlung, die einerseits die elterliche Entfremdung im Stadtteil Vila Flávia in der östlichen Zone von São Paulo thematisieren will, andererseits aber auch darauf hinweist, dass die Abwesenheit des Vaters die Rolle der Mutter überfordert. Die Aussagen aus verschiedenen Familienkreisen bilden den Plot des Films.

Durch den Einsatz von schnellen Bildwechseln und die Anhäufung von Themen, die an der Oberfläche der Handlung bleiben, verursacht der Schnitt eine narrative Enge, die wenig zum Verständnis und zur Entwicklung des Werkes beiträgt. Die Intentionen des Films bleiben qualvoll, vor allem wenn wir uns die Darstellung der Frauen, insbesondere der schwarzen, genauer ansehen. Wenig gefilmt oder gehört, zeigt und präsentiert der Film diese Körper fast ausschließlich aus der Perspektive des Schmerzes, unter dem überwiegend männlichen Blick, ohne darauf zu achten (oder ihnen Zeit zu geben), sich demjenigen zu zeigen (wie sie selbst sagen), der vor der Leinwand sitzt. Wie soll ich mich als schwarze Zuschauerin (aus einer schwarzen Familie) mit dem oberflächlichen Umgang mit der physischen und strukturellen Gewalt, der diese Frauen ausgesetzt sind, verbunden fühlen?

Zu Beginn des Films achtet die Regisseurin sehr darauf, wie männliche Kinder ihre Mütter sehen (und allmählich verstehen). Tätowierungen und Lieder, in denen sie verehrt werden, bestärken die Idee, dass sie als heilige Menschen angesehen werden, und lassen ihnen oftmals wenig Autonomie. Das Einfrieren, das sich symbolisch auf der Leinwand aus der Materialität religiöser Codes ergibt, führt zu dem Glauben, dass der filmische Diskurs einer deterministischen Perspektive auf die Geschichte dieser Frauen folgt. In Familiengesprächen lässt die Kamera sie immer am Bildschirmrand stehen, mit eingezogenen Körpern und wenig Präsenz, in Gesprächen, in denen die männliche Figur die Sprachmacht innehat.

Der Versuch, am Ende des Films wieder zu den Frauenfiguren zurückzukehren, ohne einen narrativen, symbolischen und identitätsstiftenden Weg zu zeigen, verstärkt die Verortung dieser Frauen als marginalisierte Personen auf der Bühne, indem sie als bloße Objekte benutzt werden, um die Filmerzählung in Gang zu halten. Der einsame Samba überzeugt weder als Vorsatz, die Schmerzen zu besänftigen, noch dient er der "Rettung" dieser schwarzen Frauen aus der ihnen zugewiesenen geschlossenen Umgebung. Das Dahingleiten über solch sensible (und für unsere schwarze Existenz teure) Themen ist nicht mehr möglich. Wir bleiben wachsam.