entre:dramaturgismos

entre:dramaturgismos

entre:dramaturgismos lädt das Publikum ein, über die Praxis der Dramaturgie im Theater in verschiedenen Kontexten nachzudenken. Die Veranstaltung findet online zwischen dem 8. und dem 15. April statt und besteht aus drei Diskussionsrunden mit Gästen aus Brasilien und Deutschland, einem Forum zum Erfahrungsaustausch und Networking sowie der Veröffentlichung einer Publikation.

Das „entre“ aus dem portugiesischen Titel der Veranstaltung, das sowohl „zwischen“ als auch „einsteigen“ bedeuten kann, verweist auf den Schwellenraum, den die Dramaturgie im theatralen Prozess einnimmt, in der Vermittlung zwischen Theorie und Schaffen, Forschung und Sinnproduktion. „Dazwischen“ sein ist auch eine Einladung, an einer im Theaterkontext noch wenig geführten Diskussion teilzunehmen. Die Kombination aus Debatten, Forum und Publikation soll Dialogfelder und Netzwerke initiieren, aus denen zukünftig weitere Wege zur Stärkung und Erweiterung des Feldes entstehen können, die wiederum zum Schaffen und zur Forschung im Theater beitragen.

Mit dem Ziel, die Diskussion über ein Tätigkeitsfeld zu erweitern, das in Brasilien nach und nach wächst und besser erforscht wird, stellt die Veranstaltung in den drei Diskussionsrunden verschiedene Kenntnisse von Kulturschaffenden aus dem dramaturgischen Bereich vor – sowohl aus der Perspektive ihrer eigenen Schaffensprozesse, als auch aus der Perspektive theoretischer Beiträge und einschlägiger Forschung. Präsentiert werden unter anderem bestehende Initiativen zur dramaturgischen Ausbildung in Brasilien sowie Aspekte der Dramaturgie, die keine Entsprechungen im brasilianischen Kontext haben und hier daher wenig bekannt sind (wie beispielsweise die dramaturgische Tätigkeit im institutionellen Umfeld und in Repertoiretheatern).

In der auf die Diskussionsrunden folgenden Woche findet zum Abschluss das Forum Offener Raum: Mögliche Netzwerke [Espaço Aberto: Redes possíveis], statt, mit dem Ziel, Netzwerke zwischen brasilianischen Dramaturgen aufzubauen. Zuhörer, die Interesse an einem intensiveren Austausch haben, sind eingeladen, nach vorheriger Anmeldung an diesem Online-Forum teilzunehmen. Es bietet die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, die in den Diskussionsrunden angeregten Debatten zu vertiefen, neue Fragen einzubringen und engere Kontakte zu anderen Dramaturgen zu knüpfen.

Schließlich wird im Juli ein Online-Magazin mit Texten von allen eingeladenen Diskussionsteilnehmer*innen veröffentlicht, in dem die in den Gesprächen beleuchteten Themen vertieft werden. Auf diese Weise erschöpft sich die Initiative nicht in einer einmaligen Veranstaltung, sondern vergrößert ihre Reichweite und trägt zur Produktion von Wissen und Forschungsmaterial auf dem Gebiet der Dramaturgie bei.
 

PROGRAMM

Diskussionsrunden

Mit Gebärdensprachdolmetschen
Live-Übertragung auf dem YouTube-Kanal des Goethe-Instituts São Paulo:
www.youtube.com/goethesaopaulo
Für Teilnahmebestätigungen bedarf es der Anmeldung zu jeder Diskussionsrunde auf Zoom, wo die Debatten auch verfolgt werden können.

entre:dramaturgismos - dia 08
8/4/2021, Donnerstag, 19 Uhr, live auf: www.youtube.com/goethesaopaulo

Die Dramaturgie in Prozessen szenischer Gestaltung

Experimentelle zeitgenössische Schaffensprozesse, die theoretische und praktische Forschungsprozesse hervorbringen, sind oftmals durch kollaboratives Schaffen, die Hybridisierung künstlerischer Sprachen, die Situierung im öffentlichen Raum und andere Bewegungen gekennzeichnet. Sie heben das künstlerische Schaffen auf eine neue Ebene der Komplexität und haben Auswirkungen auf die Praxis der Dramaturgie. In dieser Diskussionsrunde soll debattiert werden, wie sich die Dramaturgie im Kontext kreativer Prozesse am Theater in Anbetracht dieser Veränderungen positioniert.

Diskussionsteilnehmerinnen: Fátima Saadi und Silvana Garcia
Provokateur: Cacá Brandão
Moderation: Michele Rolim 

Für eine Teilnahmebestätigung bedarf es der Anmeldung auf: https://zoom.us/webinar/register/WN__aI0uus9TY2IdG6Wrt1-FQ
entre:dramaturgismos - dia 09
9/4/2021, Freitag, 19 Uhr, live auf www.youtube.com/goethesaopaulo

Studium und Ausbildung in Dramaturgie

­Eines der Anzeichen für die Zunahme der dramaturgischen Praxis in Brasilien ist die Gründung von Ausbildungskursen, wie beispielsweise die technischen Kurse in Dramaturgie an der SP Theaterschule in São Paulo und der MT Theaterschule in Cuiabá im Bundesstaat Mato Grosso, die sich beide der theoretischen und praktischen Ausbildung in Dramaturgie widmen. Diese Diskussionsrunde beleuchtet, wie der Ausbildungsprozess in Dramaturgie aufgebaut sein sollte und welche Kenntnisse und Fähigkeiten er im Hinblick auf die Veränderungen von zeitgenössischen Schaffensprozessen und die Komplexität des Aufgabenbereichs vermitteln sollte.

Diskussionsteilnehmer*innen: Marici Salomão und Edélcio Mostaço 
Provokateurin: Beti Rabetti
Moderation: Antonio Duran

Für eine Teilnahmebestätigung bedarf es der Anmeldung auf:  https://zoom.us/webinar/register/WN_D7VxP55gT5CblTUWVa9V4g
entre:dramaturgismos - dia 10
10/4/2021, Samstag, 15 Uhr, live auf www.youtube.com/goethesaopaulo

Die Dramaturgie an Institutionen

Das Gespräch findet auf Portugiesisch und Deutsch mit Simultanübersetzung statt.

Die besonders in Europa verbreitete Form der institutionellen Dramaturgie bezeichnet sowohl die Tätigkeit an Repertoiretheatern, an denen der verantwortliche Dramaturg Teil eines festangestellten Kreativteams ist, als auch in institutionellen Bereichen außerhalb des kreativen Prozesses, wie beispielsweise die Auswahl des Repertoires oder die Programmgestaltung an Freien Theatern. Diese Diskussionsrunde verortet die verschiedenen Ansätze der Dramaturgie im europäischen Kontext, um dem Publikum einen in Brasilien wenig bekannten Aspekt der Tätigkeit vorzustellen und zu überlegen, ob und wie dieser für das hiesige Theaterschaffen einen Beitrag leisten könnte.

Diskussionsteilnehmer*innen: Carmen Hornbostel und Marcus Droß
Moderation: Daniel Cordova

Für eine Teilnahmebestätigung bedarf es der Anmeldung auf: 
https://zoom.us/webinar/register/WN_5dukDn8fQLaKcDDd7deQ8Q
entre:dramaturgismos - dia 15

Offener Raum: Mögliche Netzwerke


15/4/2021, Donnerstag, 15-18 Uhr

Das Forum Offener Raum: Mögliche Netzwerke [Espaço Aberto: Redes possíveis], welches die Veranstaltung abschließt, soll einen Beitrag zum Aufbau von Netzwerken zwischen Dramaturgen in Brasilien leisten. Es sind alle Zuhörer, die Interesse an einem intensiveren Austausch haben, eingeladen, nach vorheriger Anmeldung an diesem Online-Forum teilzunehmen. Es bietet die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, die in den Diskussionsrunden angeregten Debatten zu vertiefen, neue Fragen einzubringen und engere Kontakte zu anderen Dramaturgen zu knüpfen.


Das virtuelle Treffen findet im Portugiesisch statt. 
 

TEILNEHMER*INNEN

Carmen Hornbostel

Carmen Hornbostel

Carmen Hornbostel studierte Psychologie an der Georg-August-Universität in Göttingen und an der Universität Sevilla. Seit 2018 ist sie Dramaturgin am Theater NTGent und seit 2017 am International Institute of Political Murder (IIPM). Sie wirkte als dramaturgische Mitarbeiterin an Milo Raus „General Assembly“ (Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, 2017) und an „La Reprise“ (Théâtre National Wallonie-Bruxelles, 2018) mit; als Dramaturgin erarbeitete sie „Box of Truth“ (NTGent, 2018), „Family“ (NTGent, 2019) und „Everywoman“ (Salzburger Festspiele, 2020). Sie ist Mitherausgeberin von „Why Theatre?“ (NTGent&Verbrecher Verlag, 2020).


Edélcio Mostaço

Edélcio Mostaço

Edélcio Mostaço ist Professor an der Staatlichen Universität Santa Catarina (UDESC). Er promovierte an der Fakultät für Kommunikation und Kunst der Universität São Paulo (ECA-USP), nachdem er sich dem Journalismus, der Theaterkritik und der akademischen Forschung gewidmet hatte. Er ist Autor des Buches „Teatro e política: Arena, Oficina e Opinião“ (2016 in der Neuauflage bei Annablume erschienen). Als Dramaturg hat er an den Stücken „Vestido de Noiva“ (Márcio Aurélio, 1987), „Mme. Pommery“ (Antônio Abujamra, 1988), „A Cerimônia do Adeus“ (Ulysses Cruz, 1989), „A Falecida“ (Gabriel Vilella, 1994), „Péricles, Príncipe de Tiro“ (Ulysses Cruz, 1995), „Mary Stuart“ (Gabriel Vilella, 1996) und „À Margem da Vida“ (Beth Lopes, 1998) mitgewirkt.


Fátima Saadi Foto: Carolina Maduro

Fátima Saadi

Fátima Saadi ist Übersetzerin, Essayistin und Dramaturgin am Teatro do Pequeno Gesto in Rio de Janeiro. Sie hat Theatertheorie an der Staatlichen Universität Rio de Janeiro (UniRio) studiert und ihren Master sowie ihre Promotion in Kommunikation und Kultur an der Bundesuniversität Rio de Janeiro (ECO-UFRJ) absolviert. 2018 veröffentlichte sie das Buch „A configuração da cena moderna – Diderot e Lessing” (www.pequenogesto.com.br/edicoesvirtuais), dessen französische Ausgabe 2020 im Verlag L’Harmattan erschien. Sie hat viele Beiträge für Publikationen über das Theater geschrieben und wurde zu zahlreichen Festivals als Diskussionsteilnehmerin eingeladen.


Silvana Garcia Foto: Maria Fanchin

​Silvana Garcia

Silvana Garcia ist Wissenschaftlerin, Pädagogin, Dramaturgin und Regisseurin. Sie ist Professorin an der Fakultät für Darstellende Kunst der Universität São Paulo (ECA/USP); Autorin der Bücher „Teatro da Militância“ (Perspectiva), „As Trombetas de Jericó – Teatro das Vanguardas Históricas“ (Hucitec), und „Territórios e Paisagens. Estudos sobre teatro“ (Giostri); Regisseurin der Theaterstücke „Lesão Cerebral“ (2007), „Há um crocodilo dentro de mim“ (2009), „Não vejo Moscou da janela do meu quarto“ (2014), „Mergulho“ (2015) und „Senhora X, Senhorita Y“ (2018); Kuratorin der Serie „Cena Inquieta“ (Olhar Imaginário, SESC-TV).


Carlos Antônio Leite Brandão Acervo Pessoal/Divulgação

Carlos Antônio Leite Brandão

Carlos Antônio Leite Brandão ist emeritierter Professor der Bundesuniversität Minas Gerais (UFMG) und Wissenschaftler des Nationalen Forschungsrats CNPq. Er war über zehn Jahre Dramaturg der Gruppe Galpão, bei der er zahlreiche Werke schuf, darunter die Adaptionen von „Romeu e Julieta“, „Um Molière Imaginário“, „Partido“ und „O Inspetor Geral“. Unter den vielen Publikationen zu diesen Arbeiten sind hervorzuheben: „Os Diários de Montagem“, die Texte der inszenierten Stücke und das Buch „Grupo Galpão: 15 anos de risco e rito“.


Marici Salomão Acervo Pessoal/Divulgação

​Marici Salomão

Marici Salomão ist Dramaturgin, Wissenschaftlerin und Journalistin. Sie absolvierte ihr Studium an der Katholischen Universität Campinas (PUC-Campinas). Sie war Reporterin und Kritikerin für Caderno 2, dem Feuilleton der Tageszeitung O Estado de São Paulo, und der Zeitschrift Bravo!. Ihr Stück „Bilhete“ wurde von Celso Frateschi und ihr Stück „Maria Quitéria“ von Fernando Peixoto inszeniert. Von 1999 bis 2003 koordinierte sie den Dramaturgenkreis des Zentrums für Theaterwissenschaften (CPT/SESC) und von 2008 bis 2019 das Zentrum für Dramaturgie des British Council (SESI/ Shell Innovation Award 2015). Sie war Kuratorin des Projekts Dramaturgias Urgentes am Centro Cultural do Banco do Brasil (CCBB) in São Paulo. Zurzeit koordiniert sie den Studiengang Dramaturgie an der SP Theaterschule in São Paulo. Sie veröffentlichte die Bücher „O Teatro de Marici Salomão“ und „Sala de Trabalho“ bei Imprensa Oficial.


Beti Rabetti Acervo Pessoal/Divulgação

​Maria de Lourdes (Beti Rabetti)

Maria de Lourdes (Beti Rabetti) ist Theaterhistorikerin. Sie widmet sich besonders der Geschichte des Populären Komischen Theaters, des Schauspielers und der Dramenübersetzung. Sie hat als Dramaturgin für verschiedene Theaterkompanien gearbeitet, zuerst von 1984 bis 1991 bei der Companhia de Encenação Teatral in Rio de Janeiro. Sie hat zahlreiche Aufsätze zu diesem Thema in brasilianischen Fachzeitschriften veröffentlicht, einen davon als Buchkapitel im Ausland. Sie ist emeritierte Professorin der Staatlichen Universität Rio de Janeiro (UniRio) und am Postgraduierten-Programm für Darstellende Kunst (PPGAC) sowie Senior Researcher des Nationalen Forschungsrats CNPq. Ihr aktuelles Forschungsthema ist die „Übersetzung auf der Bühne: Beitrag zu einer Geschichte der Dramenübersetzung in Brasilien“ („Tradução em cena: contribuição para uma história da tradução teatral no Brasil”).


​Marcus Droß Acervo Pessoal/Divulgação

​Marcus Droß

Marcus Droß absolvierte sein Studium der Angewandten Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Er gründete zusammen mit Michael Wolters das Musiktheater-Netzwerk New Guide to Opera und arbeitete als Regisseur, Dramaturg und künstlerischer Mentor in den Bereichen Musiktheater, Performance und Choreographie sowie für Festivals, Residenzprogramme, Koproduktionshäuser und in der künstlerischen Ausbildung. Seit 2012 ist er Dramaturg am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt/Main, einem internationalen Produktionshaus für Performance-Kunst, wo er künstlerische Forschung, Mentoring- und Residenzprogramme entwickelt und die konzeptionelle Entwicklung und Produktion von Performances begleitet.


KURATOR*INNEN

Antonio Duran Acervo Pessoal/Divulgação

​Antonio Duran

Antonio Duran ist Dramaturg, Schauspieler, Regisseur und Wissenschaftler. Er hat einen Doktortitel in Darstellender Kunst der Universität São Paulo (ECA-USP) und einen Masterabschluss in Kommunikation der Cásper Líbero Fakultät in São Paulo. Er ist Mitglied der Forschungsgruppe Kultur, Kommunikation und Gesellschaft des Spektakels (Cásper Líbero) und der Studiengruppe für Zeitgenössische Ästhetik an der Universität São Paulo (FFLCH-USP). Seit 2010 ist er Dramaturg des Teatro da Vertigem und Gastprofessor an der SP Theaterschule in São Paulo. Er führte Regie bei dem von ihm verfassten Theaterstück „Estudo sobre o masculino: primeiro movimento“. Er ist ausgebildeter Schauspieler von der Schauspielschule TUCA der Katholischen Universität São Paulo (PUC-SP).


Daniel Cordova Denitsa Stoyanova

​Daniel Cordova

Daniel Cordova ist Kulturproduzent. Derzeit macht er einen Master in Angewandten Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. 2010 schloss er das Studium der Darstellenden Kunst an der Universität São Paulo (ECA-USP) ab. Er arbeitete im Produktionsbüro prod.art.br als Executive Producer und redaktioneller Koordinator für interdisziplinäre Veranstaltungen sowie Vorführungen und Ausstellungen von ausländischen Künstlern und Kollektiven in São Paulo. Darüber hinaus arbeitet er als unabhängiger Produzent mit Tanz- und Theaterkünstlern aus São Paulo. 


​Michele Rolim Tania Meinerz

​Michele Rolim

Michele Rolim ist Journalistin, Wissenschaftlerin und Theaterkritikerin. Sie ist Doktorandin in Darstellender Kunst an der Bundesuniversität Rio Grande do Sul (UFRGS), wo sie auch ihr Masterstudium absolvierte. Seit 2009 arbeitet sie als Journalistin für Feuilletons. Sie ist Herausgeberin der Webseite für Theaterkritik Agora Crítica Teatral und Autorin des Buches „O Que Pensam os Curadores de Artes Cênicas“ (Cobogó, 2017). Sie nahm als „künstlerische Provokateurin“ an dem Projekt TRANSIT teil, das zwischen 2017 und 2020 vom Goethe-Institut Porto Alegre entwickelt wurde. Sie ist als Kritikerin und Diskussionsteilnehmerin für zahlreiche brasilianische Theaterfestivals tätig.


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