Hausbesuch
Guy Helminger

„Obwohl der Schriftsteller ihn nicht verstand, fühlte er, wie die Küche sich veränderte, die Worte von den Wänden zurücksprangen, aufgeraut zwischen den Speisen liegen blieben.“
Aus: Guy Helminger, Hausbesuch

Selbstportrait
Selbstportrait | © Guy Helminger

Guy Helminger, geboren 1963 in Esch/Alzette, schreibt Lyrik, Prosa, Hörspiele und Theaterstücke. Er studierte Germanistik und Philosophie in Luxemburg, Heidelberg und Köln. Danach arbeitete er bis 1990 als Schauspieler beim Georg-Büchner-Ensemble in Köln. Er war Regieassistent beim Fernsehen, Barkeeper und 3D-Grafiker. 2012 hatte er die Poetikdozentur an der Universität Duisburg-Essen inne. In Köln moderiert er gemeinsam mit Navid Kermani den Literarischen Salon International und in Luxemburg ist er als Moderator für das Fernsehen tätig. Zahlreiche Reisen führten ihn nach Afrika, Asien, Indien, Neuseeland und in die USA. Die Eindrücke dieser Reisen fließen seit 2005 in seine Bücher als Migrations- und Alteritätserfahrungen ein. Sein letzter Roman Neubrasilien erschien 2010.

Guy Helminger wurde 2002 mit dem Prix Servais ausgezeichnet. Zudem erhielt er 2004 den 3sat-Preis und 2006 den Prix du mérite culturel seiner Heimatstadt Esch/Alzette.

Nachgefragt

Was war für Sie überraschend oder neu bei diesem Format?  
   
„Neu war die Unmittelbarkeit des Eindringens in die Fremde. Normalerweise taste ich mich an Menschen in anderen Städten erst einmal heran, lerne irgendwann jemanden kennen und finde so durch die Fremde zu Bekanntem. In diesem Fall saß ich mit fremden Gastgebern sofort am Essenstisch, was das Gefühl mit sich brachte, ich kenne alle schon seit längerem. Überraschend dabei war, dass ich nun begann, in dem scheinbar längst Bekannten das Fremde zu suchen
.“
 
  Guy Helminger
 

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