Hausbesuch
Katja Lange-Müller

„Gut, human bin ich, zum Mediziner hat es leider nicht gereicht, aber immerhin zur Schriftstellerin, und warum sollte sich eine solche nicht mal auf den einen oder anderen Haubesuch begeben?“
Aus: Katja Lange-Müller, Hausbesuch

Katja Lange-Müller
Katja Lange-Müller | © Ute Döring

Katja Lange-Müller, 1951 in Ostberlin geboren, ist für ihre Romane, Erzählungen, Hörspiele und Radiodramen bekannt. Diese behandeln oftmals die deutsche Teilung und ihre Folgen mit einer Mischung aus Melancholie und Humor. Zwei Jahre nach ihrer Flucht aus der DDR nach West-Berlin veröffentlichte sie 1986 ihr erstes Buch Wehleid – wie im Leben, für das sie den Ingeborg Bachmann-Preis erhielt. Danach folgten weitere Werke wie Die Letzten. Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei, Die Enten, die Frauen und die Wahrheit oder Böse Schafe. Für ihre Bücher wurde sie u.a. mit dem Alfred-Döblin Preis, dem Berliner Literaturpreis und 2013 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet.

Im August 2016 erscheint ihr neuer Roman Drehtür, in dem sie ein aktuelles und existenzielles Thema behandelt: das Helfen und seine Risiken.
 

Nachgefragt

Was haben Sie von dem Projekt für sich mitgenommen?
   
„Das Projekt „Hausbesuch“ hat mich mit sehr unterschiedlichen Menschen zusammengeführt, auch mit solchen, denen ich sonst wohl nicht begegnet wäre, etwa der Damenkapelle in Freiburg, der meine geschätzte Kollegin Annette Pehnt angehört, oder den Berliner Obdachlosen am Bahnhof dieser schönen, reichen Stadt und jenen Studenten aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt, die das deutsche Wort „Helfen“ erstaunlicherweise noch skeptischer sehen als ich. In Brüssel wiederum traf ich Hilde, die Schwester meiner Übersetzerin Els, die mir beim Essen im afrikanischen Matongé-Viertel von ihrer schweren Arbeit für illegale Einwanderer erzählte, oder meine Gastgeberin Sylvia Binger, die lange für den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss tätig war.“
  Katja Lange-Müller
 

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