TRANSIT: Beben

Transit - logo GROSS Goethe-Institut Porto Alegre

Do, 17.05.2018 -
So, 01.07.2018

Auditorium des Goethe-Instituts Porto Alegre

24 de Outubro Strasse, 112
90510-000 Porto Alegre

Doppelte Premiere | Podiumsgespräch | Spielzeiten am Goethe-Institut

Nachdem im letzten Jahr die Globalisierungsgroteske „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz gleichzeitig von zwei Theatergruppen in Porto Alegre inszeniert wurden, hat das Goethe-Institut Porto Alegre in diesem Jahr einen Text ausgewählt, der aufgrund seiner Offenheit besonders für das Regie-Experiment geeignet ist. Die Personen sind „Wir. Wer immer und wie viele wir auch sind“. „Beben“ ist das zweite Stück der jungen Dramatikerin Maria Milisavljevic (Jahrgang 1982), die damit den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts sowie den Else-Lasker-Schüler-Stückepreis gewonnen hat und nun auch zu den diesjährigen Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde.  Die dialogische Textfläche ist für Übersetzer wie Regisseure eine Herausforderung. Wie in einer Facebook-Timeline vermischen sich Jugendslang, wuchtige poetische Worte, Alltagssprache, Kitsch und Pathos. Es ist ein Stück über die Verfasstheit der Welt in unseren Tagen, über Migration, Krieg und unsere alltägliche banale Realitätsflucht. 
 
Nun wird das Stück erstmals in Brasilien zu sehen sein – in zwei verschiedenen Inszenierungen. Was im hiesigen Stadttheatersystem keine Seltenheit ist, bedeutet für brasilianische Verhältnisse ein Novum. Dass sich zwei Regisseure demselben Stoff widmen, ist im dortigen Kulturbetrieb unüblich.
 
Zwei Blicke in die Fremde
 
Auf Initiative des Goethe-Instituts brechen die brasilianischen Theatermacher Patricia Fagundes und Lucca Simas mit der Konvention. Im Rahmen des Festivals Palco Giratório in Porto Alegre setzen sie ihre Interpretationen von Milisavljevics Endzeitstück dem Vergleich aus. Am 17. und 18. Mai ist die Inszenierung von Patricia Fagundes und ihrer Theatergruppe Cia. Rústica zu sehen, am 22. und 23. Mai die Deutung von Lucca Simas. Nach der Aufführung am 23. Mai sprechen die beiden Regisseure mit der Autorin und mit lokalen Kritikern der Online Plattform AGORA Crítica Teatral sowie einem Kritiker aus São Paulo.
 
Schulterschluss der Generationen
 
Die Doppelinszenierung führt nicht zuletzt zwei Generationen von Theatermachern zusammen. Patricia Fagundes hat eine lange Karriere als Leiterin der Theatergruppe Cia. Rústica, Produzentin, Theaterwissenschaftlerin und Professorin für Regie an der Theaterfakultät der Bundesuniversität Rio Grande do Sul. Sie hat für etliche Inszenierungen Preise gewonnen. Für Lucca Simas ist es dagegen die erste große Regiearbeit. Er ist in lokalen Theaterkreisen bekannt für seine Lichtgestaltung, unter anderem in einigen preisgekrönten Theaterproduktionen.  Die Jury hat diese beiden Inszenierungsvorschläge aus insgesamt 13 Einreichungen ausgewählt. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Patricia Fagundes für ihre Arbeit mit Schauspielern bekannt ist, setzt Lucca Simas auf den Einsatz von Technologie. 
 
Maria Milisavljevic wird sich beide Inszenierungen in Porto Alegre anschauen und einen Workshop für Theaterstudenten geben. 

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