Jürgen Kaube Die Anfänge von allem

Jürgen Kaube: Die Anfänge von allem Foto: © Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2017 Es erfordere Mut, „sich auf Anfänge fest­zu­legen“, schrieb Jürgen Kaube einmal. Es setze außerdem eine „hohe Ansprechbarkeit durch Geschichtsphilosophie voraus“. Mut und solche Ansprechbarkeit bezeugt Kaube, Feuilleton-Chef und Mit­heraus­geber der „FAZ“, nun in einer umfangreichen Studie, deren Titel eine Enzyklopädie der Anfänge verspricht. (…) Doch Jürgen Kaube geht es gerade um das Wozu, freilich nicht im Sinne eines blanken Funktionalismus. Gerade die Technik­ge­schich­te wird weitgehend ausgeklammert. Nicht die Anfänge der Nutzung des Feuers, sondern die Geschichte des Kochens und ihre Im­pli­ka­tionen, die Zeiten der „Zähne und Feste“, werden im zweiten Kapitel diskutiert; nicht die Anfänge des Pflugs, sondern der Land­wirt­schaft, nicht die antike Erfindung des Krans, sondern die Geschichte der Stadt. Nicht materielle Techniken, sondern symbolische Operationen stehen im Mittelpunkt des Interesses: die Anfänge des Sprechens und der Sprache, der Kunst, der Religion, der Musik, der Schrift oder der Mathematik, die Anfänge des Tanzes, des Staates, des Rechts oder des Geldes, die Anfänge des Erzählens oder der monogamen Ehe. (…) Insgesamt eröffnen „Die Anfänge von allem“ inspirierende und kurzweilige Lektürechancen.

Jürgen Kaube
Die Anfänge von allem
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2017
ISBN 978-3-87134-800-6
400 Seiten