Gerd Koenen Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen: Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus Foto: © C. H. Beck Verlag, München, 2017 Was war der Kommunismus? Laut Brecht das Einfache, das schwer zu machen ist. Gangchanzhuyi – die chinesische Um­schrei­bung des höchsten Ideals und endgültigen Ziels der Partei, bedeutet etwa „die ge­mein­sa­me Wiedergeburt der Herrschaft der Gerechtigkeit“. (…) In Gerd Koenens mo­nu­men­ta­ler Studie über die „Ursprünge und die Geschichte des Kommunismus“ findet man all diese Bestimmungen, Aphorismen, Selbst­be­schrei­bungen – und noch viele mehr. Ein Charakteristikum des Kommunismus sieht Koenen, angeregt vom Roman „Der stille Don“, für den Michail Scholochow den Li­te­ratur­no­bel­preis erhielt, in der extremen „Spannung zwischen dem Höchsten und dem Niedrigsten, zwischen Humanismus und Terror“. (…)
Koenen misstraut der wohlfeilen, allzu oft mit liberaler Selbstzufriedenheit verbundenen Formel vom „Ende des Kom­mu­nis­mus“. Er schreibt im kritischen Handgemenge, widerspricht beliebten Deutungen, etwa denen von Ernst Nolte oder Eric Hobsbawm. Von der ersten Seite an enttäuscht er alle Erwartungen an ein Handbuch, eine konventionelle Darstellung in antiquarischer Absicht. Er spannt den Bogen von mythischen Erzählungen über die Anfänge der Zivilisation bis hin zu jüngsten Ankündigungen der KP Chinas, berichtet von Rebellen wie Thomas Müntzer und Georg Büchner, schildert die Welt des Karl Marx, die Zukunftsbilder eines August Bebel, die politischen Strategien Lenins, die Logiken des Terrors und die Täuschungen des Kalten Krieges.

Gerd Koenen
Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus
C. H. Beck Verlag, München, 2017
ISBN 978-3-406-71426-9
1133 Seiten