Joachim Meyerhoff Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Der Roman (und als solcher ist das Werk etikettiert) setzt ein im Jahr 1989. Eigentlich kommt Joachim, der Ich-Erzähler, aus Norddeutschland nach München, um seinen Zivildienst anzutreten, wird aber völlig überraschend an der Otto Falckenberg-Schauspielschule angenommen. Mangels finanzieller Mittel quartiert der Lieberling sich im Gästezimmer der mondänen Villa seiner Großeltern ein, gelegen unmittelbar am Nymphenburger Schloss. Dreieinhalb Jahre, das ist der erzählte Zeitraum des Buchs, wird er dort bleiben.
"Ach, diese Lücke..." ist zweierlei: Die Beschreibung der Künstlerwerdung eines unbeholfenen jungen Mannes zum einen. Es gibt schreiend komische Szenen, in denen die neun Schauspielschüler und -schülerinnen in grotesken Übungen von überkandidelten oder verschrobenen Kursleitern in unmögliche Situationen gebracht werden.

Zum anderen aber, und das ist der weniger lustige, aber doch anrührende Part, zeichnet Meyerhoff ein Porträt seiner Großeltern: Zwei Menschen, denen nichts darüber geht, ein Leben in Stil und Würde zu führen.
 

Joachim Meyerhoff
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln, 2015
ISBN 978-3-462-04828-5
352 Seiten