Benedict Wells Vom Ende der Einsamkeit

Der Münchner Schriftsteller Benedict Wells, Jahrgang 1984, ist ein literarisches Wunderkind. Bereits im Alter von Mitte zwanzig gelang ihm ein Bestseller, Becks letzter Sommer, der mit Christian Ulmen verfilmt wurde. (...) Vom Ende der Einsamkeit, Wells´neuer Roman, ist sein bisher ambitioniertestes Werk: die Chronik einer Familie, nachgezeichnet über mehr als drei Jahrzehnte. Der Icherzähler, ein Mann namens Jules, blickt mit Anfang vierzig voller Wehmut auf sein Leben und das seiner Familie zurück. (...) Als er elf Jahre alt ist, sterben seine Eltern bei einem Autounfall. (...) Gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern Liz und Marty muss Jules ins Internat. (...) Anders als bei Joachim Meyerhoff, der seine oft tragischen Kindheits- und Jugenderinnerungen mit Selbstironie abfedert, ist der Ton bei Wells fast durchgängig melancholisch. Trotzdem entwickelt der Roman einen Sog wie ein guter Krimi, lebensklug und voller Mitgefühl für seine Figuren. Mit Anfang dreißig schreibt Wells wie ein alter Meister.
 

Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
Diogenes Verlag, Zürich, 2016
ISBN 978-3-257-06958-7
368 Seiten