Niklas Luhmann Der neue Chef

Hier und da trifft man ihn sicher noch an, den Chef, der seine Untergebenen, gerne Mitarbeiter genannt, zurechtstutzt oder auch mal anbrüllt, um seine Autorität zu markieren und seine Unsicherheiten zu überspielen. Meist wird der Chef oder die Chefin aber wissen, dass solche Methoden, Stoff unzähliger Witze, Karikaturen und Feierabendgespräche, eigentlich gar nicht so schlau sind. Dies aber ist keine neue Erkenntnis jüngster Managementtheorien, welche von flacher Hierarchie, Kreativität und Teamarbeit künden. Vielmehr hat es vor Jahrzehnten schon der Verwaltungswissenschaftler und angehende Jahrhundert-Soziologe Niklas Luhmann (1927-1998) ganz kühl notiert. (…)Viele haben den Eindruck, dass sich Arbeit, professioneller Habitus und Kommunikation derzeit radikal verändern. Stimmt ja auch. Gleichwohl gilt für die sozialen Beziehungen im Büro- und Geschäftsalltag auch heute, was Luhmann für das Verhältnis zwischen Angestellten und Chef feststellt: ,,Es gilt das Gesetz des Wiedersehens.“ Und gerade die Trockenheit seiner Analysen macht das kleine Buch für alle, die einen Chef haben oder einer sind, so treffend, ja immer wieder auch witzig, wie so oft bei dem Systemtheoretiker.
 

Niklas Luhmann
Der neue Chef
Suhrkamp Verlag, Berlin, 2016
ISBN 978-3-518-58682-2
120 Seiten