Terézia Mora Die Liebe unter Aliens

Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens Foto: © Luchterhand Literaturverlag, München, 2016 Sonderlinge und Querköpfe interessieren Terézia Mora von jeher. Vor 17 Jahren veröffentlichte die in Ungarn geborene Schriftstellerin ihr erstes Buch, Seltsame Materie, heißt es… (…)
Ihre eigensinnige Sprachverliebtheit fiel auf und dass sie die Gesellschaft vom Rand her in den Blick nahm. Seitdem hat sie Preise und Stipendien gewonnen, drei große Romane geschrieben, ihr Stil ist souveräner geworden, der häufige Wechsel zwischen auktorialer und personaler Perspektive, zwischen Außen- und Innensicht, verleiht ihren Texten etwas Quecksilbriges. Das neue Buch ist nun wieder ein Kurzgeschichtenband, Die Liebe unter Aliens heißt er. Die Schauplätze sind großstädtischer, Berlin, London, die Themen vielfältiger, doch der Blick vom Rand ist geblieben und auch die spürbare Liebe zur deutschen Sprache.
Es gibt sperrige, unberechenbare Figuren in diesem Buch, die man zu kennen glaubt, weil sie einem täglich auf der Straße, in der U-Bahn oder im Supermarkt begegnen. Die einzelnen Erzählungen stehen erst mal zusammenhanglos nebeneinander, doch es lassen sich gedankliche Fäden spinnen, Motive kehren wieder, der Glaube an Zusammenhalt scheint durch eine Art Gegengift zu seelischer Kälte, Unverständnis und Stummheit. (…)
Ganz offensichtlich weiß Terézia Mora, welche Anstrengung es bedeutet, im Leben die Balance zu halten und nicht ins Trudeln zu kommen. Den Figuren, denen das nicht gelingt, gehört ihre Zuneigung: Außenseitern, deren Geschichten beleuchten, wie wir leben.

Terézia Mora
Die Liebe unter Aliens
Luchterhand Literaturverlag, München, 2016
ISBN 978-3-630-87319-0
272 Seiten