Ernestine Amy Buller Finsternis in Deutschland. Was die Deutschen dachten.

Ernestine Amy Buller: Finsternis in Deutschland. Was die Deutschen dachten. Interviews einer Engländerin 1934-1938 Foto: © Elisabeth Sandmann Verlag, München, 2016 In den Jahren vor dem Kriegsausbruch 1939 hatte Amy Buller als Organisatorin von deutsch-britischen Studientagungen auf ein tieferes Verständnis zwischen den Ländern hingewirkt, in der Hoffnung, dass der Krieg noch zu vermeiden sei. Ihr Buch schrieb sie mit Blick auf eine Zukunft, in der sich die Finsternis gelichtet haben würde. (…)
Aus heutiger Sicht liegt der Wert des Buches weder in den christlich geprägten Zukunftshoffnungen der Autorin noch in der Beurteilung Hitlers und seiner Bewegung, sondern in den authentischen Stimmen, die Amy Buller zu Wort kommen lässt. (…) Viele ahnen Böses, können aber nicht wissen, dass alles noch viel schlimmer kommen wird, als sie befürchten. Das macht ihre Zeugnisse umso ergreifender. Obgleich Amy Buller auch regimetreue Funktionäre und glühende Hitler-Anhänger vernimmt, die sie mit britischer Bodenständigkeit zur Räson zu bringen versucht, widerlegt das Potpourri der Aussagen das Bild einer Nation von willigen Vollstreckern. Die Einzelschicksale veranschaulichen vielmehr, unter welch schwierigen Umständen normale Bürger, die dem „Nazispuk“ kritisch gegenüberstehen, ihren Alltag bestreiten, oft unter erheblichem persönlichen Risiko.

Ernestine Amy Buller
Finsternis in Deutschland. Was die Deutschen dachten.
Interviews einer Engländerin 1934-1938
Elisabeth Sandmann Verlag, München, 2016
ISBN 978-3-9455-4309-2
352 Seiten