Yvonne Hofstetter Das Ende der Demokratie. Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt

Yvonne Hofstetter: Das Ende der Demokratie. Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt Foto: © C. Bertelsmann Verlag, München, 2016 Würde man den Vordenkern von Silicon Valley sagen, ihre Technologie sei unmenschlich, würden sie dem wahrscheinlich sogar zustimmen. Sie würden es aber nicht als Werturteil betrachten. Der Mensch, schreibt Yvonne Hofstetter in ihrem Buch „Das Ende der Demokratie“, gilt im Valley als ultimative Maschine, mittelfristig aber als Auslaufmodell: ein Ding unter Dingen im Internet of Everything.
Silicon Valley ist hier zwar nur Chiffre für einen weltweiten Prozess. Trotzdem ist die Metapher keine zufällige Wahl. Bei Hofstetter ist es ein spezifisch amerikanisches Denken, das den Sargnagel in die Demokratie schlägt. Im Gegensatz zu ihrem europäischen Pendant räume die amerikanische Verfassung dem freien Handel Priorität vor der Menschenwürde ein, im Sinne eine Freiheit, die zuallererst die Freiheit vom Staat meint. Die digitale Technologie verhilft dieser Anschauung zur weltweiten Dominanz. Sie erlaubt es den IT-Giganten, Staat und Gesellschaft nach ihrem Geschäftsmodell umzuprogrammieren. Demokratische Regeln und individuelle Autonomie werden subtil ausgehebelt. Wenn sich nicht Entscheidendes ändert, schließt Hofstetter, steuern wir geradewegs auf die Diktatur der amerikanischen IT-Konzerne zu.

Yvonne Hofstetter
Das Ende der Demokratie.
Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt
C. Bertelsmann Verlag, München, 2016
ISBN 978-3-570-10306-7
352 Seiten