Margarete Stokowski Untenrum frei

Margarete Stokowski: Untenrum frei Foto: © Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2016 Wie ein Mädchen quasi nebenbei lernt, dass sein Körper per se unzulänglich ist und der Bearbeitung und Verbesserung bedarf, beschreibt die als Kolumnistin von „taz“ und „Spiegel Online“ bekannt gewordene Autorin auf unaufgeregte und prägnante Weise. Dabei geht es ihr selbstredend nicht darum, Schminke, High Heels oder rasierte Achseln zu verdammen. Vielmehr interessiert sie sich für die Frage, wo die Grenze zwischen eigenen Schönheitsvorstellungen und verinnerlichten gesellschaftlichen Zwängen verläuft. „Alles ist schöner, wenn es freiwillig ist und bewusst selber gewählt, und dazu muss man die Alternativen zumindest kennen“, schreibt Stokowski.
Sie bezweifelt, dass bei jungen Frauen eine ausreichende Kenntnis von Alternativen zu den stereotypen Rollenbildern vorhanden ist, folglich könne von einer echten Wahlfreiheit nicht die Rede sein. Diese Unfreiheit wiederum spiegele eine gesamtgesellschaftliche Unfreiheit. „Wir können untenrum nicht frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind“, lautet die zentrale These ihres Buches. Da Frauen von dieser Unfreiheit immer noch stärker betroffen sind als Männer, ist ihre Perspektive eine dezidiert feministische.

Margarete Stokowski
Untenrum frei
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2016
ISBN 978-3-498-06439-6
256 Seiten