Studioresidenz und Pickle Bar

Foto: © Raster Gallery Warschau und Slavs and Tatars, 2019

Die Slavs-and-Tatars-Studio-Residenz und Pickle Bar experimentiert mit räumlichen Rahmenbedingungen in der zeitgenössischen Kunst.

Üblicherweise ist das Atelier ein nicht-öffentlicher Raum des Rückzugs und der schöpferischen Abgeschiedenheit. Die Arbeitsräume von Slavs and Tatars befinden sich in einem Ladenlokal im belebten Berliner Bezirk Moabit. Durch die große Fensterfront nehmen Passant*innen und Nachbarn Einblick in die künstlerische Produktion.
 
Die Vielfalt des Bezirks ist auch in Berlin einmalig – Menschen aus dem Libanon leben hier ebenso wie Westafrikaner*innen, Türk*innen und Emigranten aus Osteuropa (vor allem aus Ukraine, Polen und Russland). Das Atelier wird zu einer Schnittstelle, die diese Heterogenität reflektiert.
 
Das slawische Äquivalent zum Aperitivo ist Eingelegtes. Statt Käse und Wein wird in der Pickle Bar fermentiert Flüssiges serviert. Neben dem Verzehr erlauben solche Konservierungstechniken auch neue Perspektiven auf unser aktuelles politisches Klima. Denn Fermentation ist beides: ein den Stoffwechsel stärkender Katalysator und ein Zeichen von Gärung und Fäulnis.
 
Künstler*innen aus Belarus werden in diesen Monaten Residenten des Ateliers und der öffentlichen Pickle Bar sein. Hier werden sie von Slavs and Tatars in die Konzeption und Produktion neuer Arbeiten eingebunden, aber auch ihren eigenen Projekten begleitet. Die Resident*innen wiederum haben so die Möglichkeit, einen professionellen Kunstbetrieb von innen her kennenzulernen.
 
Im Rahmen der Residenz werden öffentliche Begegnungen mit den Künstler*innen veranstaltet. Eine Abschlusspräsentation findet im Juni 2019 in der Berliner Galerie Aperto statt.