Konzert
Premiere Robert Levin’s „Requiem“ von Mozart

Konzert (Symbolfoto)
Konzert (Symbolfoto) | Foto (Ausschnitt): © Colourbox

Belarussische Staatliche Philharmonie

Am 25. Februar 2018 werden im Großen Saal der Belarussischen Staatlichen Philharmonie zwei bekannteste Werke von Mozart und wahrscheinlich auch der europäischen Musik aufgeführt: Die 40. Sinfonie und das Requiem.
 
Bezüglich der Sinfonie gibt es sehr viele Fragen, die wir bis heute nicht beantworten können. Es ist unbekannt, mit welcher Absicht wurde sie komponiert: Entstand sie für ein Konzert oder war es eine Auftragsproduktion? Wir wissen nicht, wann sie zum ersten Mal aufgeführt wurde. War es das Konzert im April 1791 unter der Leitung von Salieri? Wir wissen auch nicht, wann Mozart die Instrumentierung geändert hat indem er die Klarinetten ergänzt hat, die in erster Fassung fehlten. Es sind Blätter geblieben, wo Mozart Klarinettenpartien zusammen mit angepassten Oboe-Partien aufgeschrieben hat. Aber mindestens gibt es keine Zweifel an einer absoluten Authentizität des Sinfonietextes.
 
Es sieht aber ganz anders mit dem Requiem aus. Die Entstehungsgeschichte ist ziemlich bekannt. Das war ein Auftrag von einem Aristokraten, der das Werk beim Gedenkgottesdienst anlässlich seiner verstorbenen Frau aufführen wollte und zwar als sein eigenes Werk. Als Mozart am 5 Dezember 1791 starb, gab´s Requiem als ein Fragment, das man auf keinen Fall dem Auftraggeber übergeben konnte. Constanze, seine Witwe, wendete sich hintereinander an mehrere Komponisten. Jeder hat ein gewissen Teil der Arbeit geleistet und dann die Manuskripte zurück Constanze Mozart gegeben. An der Endfassung hat Franz Xaver Süßmayr gearbeitet.
 
Im 19. Jahrhundert klang das Requiem, umweht von romantischen Sagen, verbunden mit dem tragischen Tod des Autors, bei den Beerdigungen der bekanntesten Menschen der Zeit: Napoleon, Goethe, Beethoven, Chopin. Aber schon damals gab es vorsichtige Stimmen, die die Authentizität des Requiems bezweifelten. Vieles spricht davon, dass Süßmayr sich doch entweder an Mozarts Notizen oder an mündliche Anweisungen gerichtet hat, als er die fehlenden Teile des Werkes ergänzte. Aber in seiner Arbeit hatte er zahlreiche Fehler und Ungenauigkeiten zugelassen, die dann im 20. Jahrhundert zu einem argumentierten Kritikgegenstand geworden sind. Einige neue Redaktionen von Requiem der letzten Jahrzehnte hatten das Ziel, diese Fehler wieder gut zu machen.
 
Die letzte der Redaktionen ist die von Robert Levin und stammt aus 1991. Nach der ausführlichsten Recherche aller Materialien hat er zahlreiche Veränderungen eingetragen. In erster Linie hat das die Süßmayr´s Teile betroffen. Neben vielen Instrumentierungs- und Tonführungskorrekturen hat er tatsächlich die Fuge “Нosanna in excelsis” neukomponiert, indem er die Fuge von 27 auf 57 Takte erweitert hat. Zusätzlich wurde die fehlende Fuge „Amen“ rekonstruiert, die der berühmten „Lacrimosa“ folgte. Zur Grundlage der Rekonstruktion wurde das 1960 entdeckte Blatt mit einzelnen Anfangstakten der Fuge.
 
Das Mozarts Requiem in der Redaktion von Robert Levin wurde bisher in Belarus nie aufgeführt. Desto interessanter wird es für die Zuhörer in der gut bekannten Musik manchmal neue und absolut unbekannte Momente zu entdecken.
 
Am 25. Februar 2018 wird das Requiem von Diana Trifonowa (Sopran), Natalja Akinina (Mezzosopran), Juri Gorodetski (Tenor), Andrej Achmetow (Bass), dem Staatlichen Kammerchor der Republik Belarus und dem Ensemble Minsker Kammersolisten aufgeführt. Dirigieren wird Dmitrij Subow.
 
Das Konzert findet mit Unterstützung des Goethe-Instituts Minsk statt.
 

Details

Belarussische Staatliche Philharmonie

Prosp. Nesawissimosti 50
Minsk

Preis: Eintrittskarten an den Kassen der Stadt
+375 17 2377119
Igor.Kuksin@goethe.de

Im Großen Saal