Informationen für Universitäten

Zusatzqualifikation der Studierenden

Nach der Absprache mit den belarussischen Hochschulen und lokalen Bildungsbehörden können Deutschstudierende eine Zusatzqualifikation und praktische Erfahrung im Rahmen des Projekts „Frühes Fremdsprachenlernen“ bekommen.
 
Die vom Goethe-Institut ausgebildeten Koordinatorinnen und Koordinatoren des Projekts „Frühes Fremdsprachenlernen“ betreuen die Studierenden während ihres Einsatzes im Kindergarten. Vor dem Einsatz führen sie mit Studierenden – nach dem Trainingsmodell des Goethe-Instituts – ein methodisch-praktisches Seminar durch und bereiten sie auf die Besonderheiten des frühen Fremdsprachenerwerbs vor.

Vorteile für Universitäten

  • Einführung einer internationalen Ausbildungskomponente ins Hochschulcurriculum
  • Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs und der Lehrerausbildung
  • Vermittlung der Zusatzqualifikation „Deutsch im Kindergarten“ – gemäß internationalen Standards – im Rahmen des regulären Studiums
  • Einsatz von moderner Fremdsprachendidaktik und international anerkannten, authentischen Lehrmaterialien
  • Identifizierung und Schulung der Hochschuldozentinnen und -dozenten als lokale Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren des Goethe-Instituts
Konzept

In erster Linie schließt das Goethe-Institut im Projekt „Frühes Fremdsprachenlernen“ Kooperationsvereinbarungen mit Hochschulen ab. Die Laufzeit der Kooperationsvereinbarung umfasst zwei Jahre. Während dieser Zeit fördert das Goethe-Institut das Projekt „Frühes Fremdsprachenlernen“ an der Hochschule sowie in den lokalen Partnerkindergärten konzeptionell, beratend und finanziell. Nach Ablauf dieser Frist kann die Hochschule das Projekt ins Hochschulcurriculum integrieren und selbstständig betreuen.
 
Die Hochschulen erklären sich bereit, das Studententraining nach Projektvorgaben durchzuführen und die komplette Projektplanung, -koordination und -evaluation vor Ort zu übernehmen. Dazu zählen z.B. die Anwerbung von Kindergärten, die Durchführung von Elternabenden, Infoveranstaltungen für Behörden und Kindergartenleitung usw.
 
Die Hochschule informiert die lokale Bildungsbehörde von Anfang an über alle Abläufe und baut in Zusammenarbeit mit der Bildungsbehörde ein lokales Partnerkindergarten-Netzwerk auf.
 
Koordinatoren
 
Die Netzwerkarbeit in diesem Projekt wird vor allem dadurch ermöglicht, dass an jedem Standort zwei Projektkoordinatorinnen oder -koordinatoren für „Frühes Fremdsprachenlernen“ bestimmt werden. Das Koordinatorenteam besteht aus einer Hochschuldozentin oder einem -dozenten, der sich sehr gut mit universitären Strukturen und Anforderungen auskennt, und einer erfahrenen Schullehrkraft, die über umfangreiche praktische Erfahrungen im Primar- und Vorschulbereich verfügt.
 
Die Koordinatoren und Koordinatoren durchlaufen in einem Intensivseminar des Goethe-Instituts eine spezielle Ausbildung. Das Seminar sieht folgende Inhalte und Praxissimulationen vor: Methodik und Didaktik des frühen Fremdsprachenlernens, Fortbildungsdidaktik, Anforderungen an einen Koordinator/eine Koordinatorin.
 
Gemeinsam organisieren sie nach einem einheitlichen, vom Goethe-Institut entwickelten Projektschema die Arbeit vor Ort und übernehmen selbstständig diverse Aufgaben: Aufnahme der ersten Gespräche mit den Bildungsbehörden, Durchführung des Studententrainings, Hospitationen und Betreuung der Studierenden während des Praktikums im Kindergarten, Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit usw.

„Deutsch mit Hans Hase“-Training für Ihre Studierenden

Studierende sind in diesem Projekt eine der wichtigsten Zielgruppen. Während des methodischen Trainings, das vollständig auf Deutsch abläuft, werden sprachliche, fachsprachliche und methodische Kompetenzen der angehenden Deutschlehrerinnen und -lehrer in Theorie und Praxis aufgebaut. Die Studierenden sammeln dabei erste internationale Projekterfahrungen und arbeiten mit hochqualitativen, authentischen Lehrmaterialien. Ein entscheidender Vorteil für Studierende ist die integrierte Vermittlung der Zusatzqualifikation „Deutsch im Kindergarten“ im Rahmen des regulären Studiums.

  • Das Projekt richtet sich in erster Linie an Studierende der pädagogischen Hochschulen, die eine Ausbildung als Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache absolvieren.
  • Die Studierendengruppe soll mindestens 10 und maximal 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfassen, die sowohl am Training teilnehmen als auch das betreute Praktikum machen.
  • Die Studierenden bringen Grundlagenkenntnisse in Pädagogik, Methodik und z.B. Psychologie mit.
  • Die Studierenden verfügen über Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Sprachniveau.
  • In der Regel handelt es sich um Studierende im 3. bis 5. Studienjahr, die sich im Rahmen des Studiums auf ein Pflichtpraktikum vorbereiten.
  • In vielen Fällen sollten die Studierenden bereit sein, sich über das von der Hochschule vorgesehene Mindestpraktikum hinaus zu engagieren. Das Pflichtpraktikum an der Hochschule umfasst beispielsweise 15 bis 20 Unterrichtseinheiten und dauert einen Monat. Das Förderprogramm „Deutsch mit Hans Hase im Kindergarten“ mit 30 Lerneinheiten erstreckt sich über 3 bis 4 Monate. Im Interesse der Kindergartenkinder soll das Praktikum ungekürzt stattfinden.
Das Goethe-Institut hat zwei Trainingsmodelle entwickelt:

Modell 1: Blended Learning-Modell: Online-Phase und Präsenztraining

Die Ausbildung umfasst zwei Online-Module und ein darauf folgendes praktisches Präsenztraining.

Während der Online-Phase befassen sich die Studierenden mit den Grundlagen des frühen Fremdsprachenlernens und der theoretisch-methodischen Einführung ins Projekt „Deutsch mit Hans Hase“. Die Online-Phase wird von erfahrenen Tutorinnen und Tutoren des Goethe-Instituts begleitet. Die Aufgaben sind kommunikativ, interaktiv und abwechslungsreich gestaltet. Dabei bauen die Studierenden nebenbei auch ihre Medienkompetenz aus.

Der wöchentliche Zeitaufwand beträgt ca. 4 Unterrichtseinheiten. Jedes Modul dauert einen Monat. Der Gesamtumfang der Online-Phase umfasst ca. 32 Unterrichtseinheiten.

Das anschließende praktische Präsenztraining dauert ca. 24 Unterrichtseinheiten und kann als Intensivseminar (3 Tage à 8 Unterrichtseinheiten) oder als Blockseminar angeboten werden. 

Modell 2: Präsenztraining

In diesem Modell empfiehlt das Goethe-Institut ein Training mit ca. 40 Unterrichtseinheiten. Das Training kann als Intensivseminar (5 Tage à 8 Unterrichtseinheiten) oder als Blockseminar innerhalb von 2 bis 3 Wochen durchgeführt werden. Die Seminarmethoden sind handlungsorientiert, kommunikativ und binnendifferenziert.