Berlinale-Blogger 2017 BerlinalePeople: Alex Brendemühl, Schauspieler

Alex Brendemühl mit Schauspielkollegen Ulrich Brandhoff am Set von DJANGO
Alex Brendemühl (l.) mit Schauspielkollege Ulrich Brandhoff am Set von „Django“ | © Alex Brendemühl

Teil einer laufenden Serie aus Miniprofilen auf dem Blog „Deutscher Film @ Kanada“ zu den Machern und Impulsgebern, die die Berlinale zu einem der wichtigsten Events im internationalen Filmkalender machen: Filmemacher, Schauspieler, Kuratoren, Branchenförderer und Besucher.

Name & Rolle: Alex Brendemühl, Schauspieler, bekannt für Wakolda (2013), Hedi Schneider steckt fest (2015). Brendemühl eröffnet die 67. Berlinale mit Django.

Was es für mich als europäischer Schauspieler bedeutet, das Berliner Filmfestival zu eröffnen: Die Berlinale ist, zusammen mit Cannes und Venedig, das wichtigste Filmfestival in Europa, vielleicht sogar der Welt. Jeder Künstler träumt davon, eines Tages einen Film bei der Berlinale zu haben. Dass meine Familie dabei ist, macht es für mich noch toller. Es ist eine große Ehre.

Was war an der Arbeit an „Django“ mit Comar und Kateb besonders:
Django ist ein Film über die Macht der Musik, die Macht des Swing. Durch das Setting im Zweiten Weltkrieg ist der Film besonders faszinierend. Comar hat sich dem sensiblen Thema und der Arbeit mit uns Schauspielern mit viel Feingefühl und Freiraum genähert. Ich weiß es sehr zu schätzen, wenn ein Regisseur dich Teil des Prozesses sein lässt, dich an seinen Entscheidungen beteiligt. Reda Kateb und Cecile de France sind so unglaublich begabt und passen perfekt in ihre Rollen. Es war eine Freude, mit ihnen zu arbeiten.

Der größte Unterschied bei der Arbeit an deutschen Produktionen im Vergleich zu anderen europäischen Filmen: Wo auch immer auf der Welt ich drehe, habe ich das Gefühl, dass die Filmemacher ihre ganz eigene Philosophie und ihren ganz eigenen Lebensstil haben. Wir sind Nomaden und schlagen unsere Zelte jeden Tag woanders auf. Aber auf jedem Set finde ich ähnliche Typen, und das schafft ein Gefühl von Heimat. Von kleinen kulturellen Unterschieden abgesehen ist es nicht so viel anders, in Deutschland oder anderswo zu drehen.

Wenn ich in Berlin Zeit für was Anderes habe, würde ich gerne: den Schleusenkrug besuchen. Das ist ein beliebter Biergarten im Zentrum von Tiergarten, mit leckerem deutschen Essen (und Trinken) für die Seele – zu jeder Jahreszeit. Besonders im Winter, wenn Schnee liegt!

Ein deutscher Regisseur, mit dem ich gerne arbeiten würde (und warum): Christian Petzold. Seine Filme inspirieren mich extrem und ich freue mich, dass ich in seinem neuen Film eine kleine Rolle spiele.

Wohin geht es nach der Berlinale? Im Februar drehe ich einen französischen Film mit Cédric Kahn. Und im April arbeite ich mit Jaime Rosales, einem Regisseur, mit dem ich vor über zehn Jahren bei Las horas del día zusammengewirkt habe und für den wir den Kritikerpreis bei der Quinzaine des réalisateurs in Cannes gewannen.
 

Interview von @JuttaBrendemuhl, die gerade versucht herauszufinden, wie genau sie mit Alex verwandt ist.