Das Hafenstädtchen Lunenburg
Deutsche Spuren in Halifax

  • Das Hafenstädtchen Lunenburg © Goethe-Institut Montreal
    Das Hafenstädtchen Lunenburg
  • Lunenburg I UNESCO Welterbe seit 1995 © Goethe-Institut Montreal
    Lunenburg I UNESCO Welterbe seit 1995

Das Hafenstädtchen Lunenburg

Das 90 km südwestlich von Halifax gelegene Hafenstädtchen Lunenburg war einst florierendes Zentrum der Fischerei- und Schiffsbauindustrie in Nova Scotia und ist eine der ältesten Siedlungen Kanadas.

1749 war es Heimat von knapp 50 französischsprachigen Arkadiern und trug den Namen „Merliguesche“, bevor die britische Regierung Siedler aus ganz Europa rekrutierte, um sich eine Vormachtstellung in der maritimen Region gegenüber Frankreich zu sichern. Als 1751 die größtenteils deutschsprachigen Einwanderer Kanada erreichten, siedelten sich einige der „Foreign Protestants“ im nördlichen Teil der Festungsstadt Halifax an, während eine andere Gruppe von 1453 Einwanderern nach Lunenburg weiterzog. Dort wurde ihnen Ackerland und ein Stadtgrundstück frei zur Verfügung gestellt, welches bebaut werden sollte, um die Präsenz der britischen Regierung zu demonstrieren.

Die Neuankömmlinge stammten überwiegend aus den südwestlichen Gebieten Deutschlands (der Pfalz und Württemberg), dem französischen Fürstentum Montbéliard und der Schweiz und besaßen keinerlei Kenntnisse, die in Küstenregionen von Vorteil gewesen wären. Doch durch harte Arbeit und den Erfindergeist des Stadtvaters Luc Rechenbach entwickelte sich das Dorf zu einem betriebsamen Hafenstädtchen. Schon die nächste Generation zeichnete sich durch erfahrene Fischer, Segler und Bootsbauer aus, welche die Kultur und Ökonomie des Ortes bis heute prägen. Im Laufe der Zeit kamen fast ausschließlich Einwanderer aus Deutschland in die Umgebung mit der Aussicht auf günstiges Farmland oder zur Bewahrung und Ausübung verschiedener religiöser Lebensstile. Schließlich wurde die Stadt in Lunenburg (bezugnehmend auf Lüneburg) umbenannt und bis heute besteht die deutsche Sprache und Tradition in Rezepten, Festen und neuen Immigranten fort. Zur Anerkennung des deutschen Kulturerbes und seines bemerkenswerten Einflusses auf die kanadische Stadtentwicklung wurde 2001 der 7. Juni in der Provinz Nova Scotia zum „German Settlers Day“ erklärt. 

Lunenburg gilt als bestes Beispiel für eine von der britischen Regierung geplante Kolonialstadt und sowohl die abwechslungsreiche ortstypische Holzarchitektur als auch das gut erhaltene Gesamtbild der Stadt gaben im Jahre 1995 Anlass zur Ernennung Lunenburgs als UNESCO Weltkulturerbe. Unbeachtet der Topographie wurde der Stadt bei der Planung von London aus ein rechteckiges Straßennetz zugrunde gelegt, was zu parallelen, aber auch gefährlich steilen Straßen führte. Die größtenteils von Schiffsbauern entwickelten Holzhäuser sind Zeuge hochgradiger handwerklicher Fähigkeiten und der Farbenreichtum der Altstadt ist ein beliebtes Fotomotiv bei Touristen aus aller Welt. Eine Tour auf dem Segelschiff der „Bluenose II“ gibt weitere Hinweise auf die bedeutende Schiffsbautradition in Lunenburg. Es ist ein Abbild des 1921 gebauten Segelbootes „Bluenose“, das am 26. März 1921 bei der Werft Smith & Rhuland vom Stapel gegangen ist, und sich durch ausgezeichnete Segeleigenschaften hervorhob.

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