Das Toronto Dominion Centre
Deutsche Spuren in Toronto und Umgebung

  • Das Toronto Dominion Centre © Goethe-Institut Montreal
    Das Toronto Dominion Centre
  • Das Dominion Centre in der Innenstadt Torontos © Goethe-Institut Montreal
    Das Dominion Centre in der Innenstadt Torontos
  • Das Dominion Centre in der Innenstadt Torontos © Goethe-Institut Montreal
    Das Dominion Centre in der Innenstadt Torontos

Das Toronto Dominion Centre

In Torontos Bankenviertel gibt es sechs Bürogebäude, die mit ihren dunklen Stahltürmen und dem dazugehörigen Pavillon das Toronto Dominion Centre bilden. Das TD Centre ist die weltweite Konzernzentrale der Toronto-Dominion Bank, die diese Räume auch an andere Firmen vermietet. Die Gebäude sind architektonisch sehr interessant. Als das TD Centre 1967 erbaut wurde, veränderte es die gesamte Gestaltung von Bürogebäuden und der Innenstadt in Toronto.

In den 60er Jahren waren die meisten Gebäude der Innenstadt Torontos aus grauem Stein und mit eher klassischen Elementen, wie Rundbogenfenstern, Säulen und Wasserspeiern, versehen. Der Bau des TD Centre stellte für viele Anwohner einen Schock dar. Zunächst wurden lediglich der Pavillon und zwei Türme gebaut, von denen der höhere 56 Stockwerke umfasste. Im Gegensatz zur Architektur der anderen Gebäude stellte dieser neue Komplex den Innbegriff an Schlichtheit dar. Die Fassaden dieser Bauwerke bildeten starre Linien aus bronzefarbenem Glas und schwarzem, matt lackiertem Stahl. Anfänglich zeigten sich lokale Politiker noch skeptisch und hielten diese Bauten in Toronto für fehl am Platz. Heute ist die Innenstadt jedoch nur schwer ohne das TD Centre zu denken, da seine Gebäude den Beginn des Baubooms von Bürogebäuden und Türmen in Toronto markieren.

Der Designer dieser einflussreichen Bauwerke, Mies van der Rohe, wurde 1886 in Aachen geboren. Oft nur „Mies“ genannt, ist er einer der bekanntesten Architekten des 20. Jahrhunderts und ein Pionier moderner Architektur. Sein Vater war Steinmetz und so verbrachte er als Kind viel Zeit auf Baustellen. Eine formale Ausbildung in Architektur erhielt er jedoch nie. Stattdessen begann er im Alter von 15 Jahren bei verschiedenen Architekten in die Lehre zu gehen. Mit 21 erhielt er seinen ersten Auftrag. Er konzipierte ein Privathaus, das die Aufmerksamkeit des damals bekanntesten Architekten Deutschlands, Peter Behrens, erregte. Mies arbeitete daraufhin für Behrens und begann seinen eigenen architektonischen Stil zu entwickeln. Als Mitglied der Modernen Schule erwarb er einen guten Ruf und wurde 1930 zum Direktor der Bauhaus Schule ernannt.

1937 zog Mies nach Amerika, da er Schwierigkeiten hatte, im Deutschland der 30er Jahre Arbeit zu finden. In den USA erhielt er regelmäßig größere Aufträge, wie das Seagram Building in New York City. Er wurde zu einem der unbestrittensten Anführer minimalistischer Architektur. Als Mies mit dem Bau des TD Centre beauftragt wurde, ließ man ihm freie Hand. In Wirklichkeit entwarf er allerdings nur die ersten beiden Türme und den Pavillon, denn die vier weiteren Türme wurden später unter Berücksichtigung von Mies Originalplanes hinzugefügt. Bis heute wird seine Vision aufrechterhalten und die Besucher des „TD Centre“ können in der Eingangshalle Becken mit gelben Margeriten, eines der Details des für Mies typischen Designs, entdecken.

 Video zur Architektur des TD Centers