Gustav Roedde
Deutsche Spuren in Vancouver und Umgebung

  • Das Anwesen von Gustav Roedde © Goethe-Institut Montreal
    Das Anwesen von Gustav Roedde
  • Das Innere des ehemligen Hauses von Roedde © Goethe-Institut Montreal
    Das Innere des ehemligen Hauses von Roedde
  • Das Innere des ehemligen Hauses von Roedde © Goethe-Institut Montreal
    Das Innere des ehemligen Hauses von Roedde

Ein Buchbinder aus Deutschland

Mehr als 120 Jahre ist es her, dass Gustav Roedde das Haus in Vancouver an der Barclay Street im heutigen Stadtteil Westend für seine Familie bauen ließ. Der Prachtbau aus viktorianischer Zeit liegt gleich neben dem schönen „Barclay Heritage Square Park“. 1893 war die Stadt Vancouver erst 7 Jahre alt und in der ganzen Stadt gab es keine Buchbinderei. Da Buchbinden damals so wichtig war wie heute ein Tablet-PC, machte sich Gustav Roedde auf den Weg nach Nordamerika.

Roedde kam über die Vereinigten Staaten nach Kanada. Er wanderte 1881 aus Deutschland aus und lernte in Ohio seine aus Helgoland stammende Frau Matilda kennen. Mit ihr reiste er in den Nordwesten, erst nach Victoria, der Hauptstadt von Britisch Kolumbien, und dann in die 1886 neu gegründete Stadt Vancouver. Nur zwei Jahre später eröffnete er dort die erste Buchbinderei.

Roedde wurde 1860 in Großbodungen, einem Ortsteil von Thüringen, geboren und lernte das Buchbinden in Leipzig. 20 Jahre später war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn die kommenden Jahre waren für Vancouver eine Blütezeit, wovon auch Roedde profitierte und sich ein Haus im viktorianischen Stil leisten konnte. Seine Familie vergrößerte sich um sechs Kinder. Einige der Urenkel dieser Pionierfamilie leben und arbeiten noch heute in Vancouver und zeigen Interesse an diesem Haus. Die Buchbinderei, später verbunden mit einer Druckerei, existiert heute weiterhin als „G.A. Roedde" Druckerei und befindet sich in neuem Besitz.
 
Eine Tour im „Roedde House Museum“ ermöglicht dem Besucher einen Blick in die Vergangenheit vor über 120 Jahren und in das Leben einer mittelgroßen Immigranten-Familie. Man erfährt, wie Familien zu dieser Zeit lebten, welche Gegenstände sie verwendeten und bekommt so eine Vorstellung von ihrem Alltag. Für die kleinen Besucher im Schulalter lohnt es sich im Vorfeld eines Besuchs einen Clip über die zwei Roedde Enkelinnen Gwen und Kay anzuschauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts kleine Mädchen waren, da ihre Erinnerungen einen wunderbaren Einblick in diese vergangene Zeit geben.

 Webseite des Museums