„The Crusty Bun“
Deutsche Spuren in Winnipeg und Umgebung

Die deutsche Bäckerei in Winnipeg

In der Luft liegt ein wohliger Duft frisch gebackener Leckereien, wenn man an der „St. Mary’s Road“ in die kleine Straße entlang des „Hastings Boulevards“ einbiegt. Es duftet nach frischem Brot, Brötchen und anderen Backspezialitäten – es duftet nach deutscher Heimat.

Die Idee, eine traditionelle deutsche Bäckerei zu eröffnen, die sich insbesondere qualitativ von inzwischen weit verbreiteten Massenbackwerken abhebt, kam den Inhabern Andi und Friederike bereits im Jahr 2005, als die beiden noch in Deutschland lebten. Der Bäckermeister träumte von einer offenen Backstube mit angeschlossener Bäckerei und einem dazugehörigen Café. Die administrative Umsetzung des Geschäftsmodells sollte in die Hände seiner Frau übergeben werden, die sich in diesem Bereich bestens auskennt. In Deutschland bot sich jedoch kein geeigneter Markt und da Friederike und Andi bereits auf viele positive Auslandserfahrungen zurückblicken konnten, war schnell klar, dass ein gemeinsamer Schritt in ein weiteres Ausland-Abenteuer gewagt werden sollte.

Auf Manitoba wurden die beiden aufmerksam, als sie zufällig auf eine Verkaufsanzeige aus der dortigen Kleinstadt Carman stießen, in der eine Bäckerei übernommen werden sollte.
 
„The Crusty Bun“ „The Crusty Bun“ | © Goethe-Institut Montreal Die erste Reise nach Manitoba erfolgte im Oktober 2005 und obgleich die Übernahme der Bäckerei in Carmen nicht infrage kam, wurde der Aufenthalt in Winnipeg und Umgebung zu einer inspirierenden Erfahrung, die mit einem vielversprechenden Jobangebot in der Abflughalle des YWG-Flughafens endete. Andi und Friederike entfachten viel Begeisterung für ihr tragfähiges Geschäftskonzept und wurden tatkräftig von der hiesigen deutsch-mennonitischen Gemeinde unterstützt. Diese Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit der Kanadier machte es leichter, den Schritt aus der Sicherheit in Deutschland in das Abenteuer in Kanada zu wagen. Im April 2006 fand die Übersiedlung statt und Andis und Friederikes berufliches Leben wurde quasi wieder auf Anfang zurückgestellt.

Andis damaliger Arbeitgeber unterstützte seine Idee und wurde zum Mentor, als es darum ging, erste Schritte auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit zu gehen. Im Jahr 2008 war ein geeignetes Objekt gefunden und die Umsetzung des Lebenstraums konnte im darauffolgenden Jahr verwirklicht werden.

Seither verköstigen Andi und Friederike ihre Kundschaft mit frischen deutschen Backwaren, die ausnahmslos in eigener Produktion hergestellt werden. Der Bäckermeister legt besonderen Wert darauf, dass die Zutaten seinen strengen Qualitätsansprüchen genügen und, dass vom Sauerteig über die Füllungen bis hin zu den Mittagsspeisen alle Produkte von eigener Hand, ohne Fertigprodukte oder Farb- und Zusatzstoffe, hergestellt werden. Davon, dass die Produktion der traditionellen deutschen Backkunst entsprechend abläuft, können sich die Kunden bei einem Blick in die offene Backstube selbst überzeugen. Sie ist direkt an die Bäckerei und den geräumigen Restaurantbereich angeschlossen, der zum Verweilen einlädt.

„Die Kunden lieben insbesondere unsere Kürbiskernbrötchen, das deutsche Brot, die belegten Brötchen und den deutschen Bienenstich“ sagt Friederike. Saisonale Backwaren wie beispielsweise Weihnachtsgebäck, Osterbrot, Rhabarberkuchen, Pflaumenkuchen werden ebenso nachgefragt wie die hauseigenen Suppen.

Die Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit, die Andi und Friederike in den vergangenen Jahren entgegengebracht wurden, geben die beiden heute weiter. In ihrem Unternehmen sind mit kanadischen, deutschen, französischen und philippinischen Mitarbeitern diverse Nationalitäten vertreten und es war unter anderem die Entscheidung, im Sommer 2017 zu expandieren und eine weitere Bäckerei unweit des Lagimodière Boulevard zu eröffnen, die die Spur deutscher Backkunst verfestigt hat.

 Webseite der Bäckerei