Street-Art-Entdeckungen aus Mexiko, Kanada und den USA
#artbits

Artbits © Foto: Claus Schmidt / Artist: Okuda

Street Art ist eine interdisziplinäre zeitgenössische Kunstform, deren Ursprünge auf Graffiti zurückgeführt werden können. Sie findet sich überall auf der Welt an Wänden und Flächen und gehört für Millionen von Menschen wie selbstverständlich zu ihrem Alltag. Street Art leistet durch die meist unautorisierte Nutzung öffentlicher Räume als Leinwände für künstlerische, politische und soziale Auseinandersetzungen einen wichtigen Beitrag zum sozialen Diskurs. Durch ihre weitgehend unkommerzielle Nutzung und oftmals anonymen oder unter Pseudonymen schaffenden Künstlerinnen und Künstlern und die anarchische Struktur der Szene hat sie den Ruf als eine der letzten wirklich unabhängigen, freien Künste.

Über #artbits

In dieser Fotosammlung haben die Kolleg*innen der Goethe-Institute in Montreal, Los Angeles, Mexiko-Stadt, New York City, Toronto und Washington, D.C. Fotos von Street-Art in ihren jeweiligen Städten aufgenommen. Unsere Fundstücke haben wir thematisch in Serien sortiert. Begonnen hatten wir den Blog mit einer Serie unserer Lieblingsstücke, gefolgt von Werken deutscher Künstler*nnen in unseren Städten. Im Laufe der Zeit kamen aber immer neue Ideen hinzu, die hier in loser Folge präsentiert werden. Neben Städtespecials und aktuellen Themen finden sich in #artbits aber auch relevante Beiträge zu Künstler*innen, die uns besonders interessant erschienen.

Beteilige dich, indem du Street-Art in deiner Heimatstadt fotografierst und unter dem Hashtag #artbits teilst.

Die beste Kunst findet man auf der Straße.

Maurizio Cattelan

Fast wie im Fernsehen

Das Fernsehen, diese hassgeliebte Parallelwelt, hat das letzte Jahrhundert geprägt, den Menschen Freude und Kummer, Verflachung und Erleuchtung, Spannung und Entspannung gebracht. Es hat ganz gewöhnliche Personen zu überlebensgroßen Helden gemacht und wichtige Persönlichkeiten zu Witzfiguren schrumpfen lassen. Ganz reale Geschichte wurde neu interpretiert und in Szene gesetzt oder eine utopische Zukunft erträumt. Ihre Hauptfiguren sind bekannter als manche Staatoberhäupter und sind fester Bestandteil der öffentlichen Konversation, als seien sie Nachbar*innen oder Kolleg*innen.

Der Verdacht, daß die Realität, die man serviert, nicht die sei, für die sie sich ausgibt, wird wachsen.

Theodor W. Adorno

Diesen widmen wir unsere Serie über Leute, die man nur aus dem Fernsehen kennt, obwohl sie ganz real sind. Eine Ausnahme ist Cleo aus dem mexikanischen Film Roma, aber auch sie ist der Wirklichkeit entsprungen. Die anderen – Jerry Seinfeld, Jim Vance und John Oliver – sind Fernsehversionen ihrer selbst, was ihre Abbildung in Street Art umso reizvoller macht.






Special: Mexiko City



Schnappschuss: Las Vegas


¡Somos berlíneses!

Aus dem alten Postgelände des Berliner Stadtteils Spandau ist – zumindest vorübergehend – ein Ort der Künste geworden. Möglich wurde dies durch die Überlassung des Terrains an die „Neuen Urbanen Welten“ – ein Verein, dessen Aktivitäten auf dem Postgelände zum Ziel hatten, Spandaus Kulturszene zu beleben und und Menschen aus innovationsfreudigen und kreativen Umfeldern zusammenzubringen. Die verlassenen und brachliegenden Räumlichkeiten der Alten Post wurden unter anderem als Drehort für Musikvideos und als Veranstaltungsort genutzt, und die auf dem Gelände gelegene alte Pakethalle wurde als „Urban Art Hall“ der Street-Art gewidmet. Vor allem lokale, aber auch internationale Künstler*innen sollten sich hier ganz legal und in einem kreativen, auf Austausch angelegten Umfeld präsentieren. Und das haben auch einige der besten mexikanischen Street-Art-Künstler*innen getan. Ein paar der schönsten Beispiele haben wir hier gesammelt. Im Oktober 2019 mussten die Neuen Urbanen Welten den geplanten Neubauten weichen, es entstehen Büros, Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen. Aber es soll weitergehen: Der Verein ist bereits auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten.







Pretty Ugly

#artbits schön scheußlich“! Auf der Suche nach etwas Schaurigem im Vertrauten fanden wir ein paar fabelhaft fiese artbits. Alle sehr süß, nix Saures, und ganz nebenbei stellt sich auch die Frage, ob Hässlichkeit nicht ohnehin immer nur im Auge der Betrachterin oder des Betrachters liegt.





Queer As Artsy Folk

Street Art ist überall und wendet sich an alle. Sie ist bunt oder farblos, laut oder ruhig, knallig oder subtil und sie ist auch mal mehr queer als straight. In unserer neuen Serie Queer as Artsy Folk geht es um queere Street Art – von queeren Künstlerinnen und Künstlern mit Haltung, Sendungsbewusstsein und Ziel. Ob Homo Riot die Öffentlichkeit mit ihrer eigenen Homophobie konfrontiert oder Hugo Gyrl das kämpferische You Go Girl über die Kontinente schickt – queere Street Art hat viele spannende Facetten. Ein paar davon zeigen wir hier.








Schnappschuss: San Francisco


Street-Artivismus

Die Allgegenwärtigkeit von Street Art und die unerschöpfliche Zahl an öffentlichen Wänden, Säulen, Telefonzellen, U-Bahnzügen, die Tatsache, dass der öffentliche Raum genau das – nämlich öffentlich ist, begünstigen (erzwingen!) ihre Nutzung als politisches Medium. Street Art als Protestmittel, als Ausdrucksform für Unzufriedenheit und Forderungen für oder gegen herrschende Umstände ist so alt wie sie selbst.

Nicht erst seit Banksy und anderen Superstars der politischen Kunstszene dienen viele Kreationen der Straße einem höheren Zweck. Diesem Phänomen haben sich unsere Bloggerinnen und Blogger in dieser Serie gewidmet – wie immer ohne den Anspruch der Vollständigkeit oder Repräsentativität. Das wäre allein schon wegen der großen Menge an toller, relevanter, spannender Straßenkunst unmöglich – und es wäre auch nicht fair. Daher haben wir mit einer ganz persönlichen Auswahl einen Blick in diese Welt der Politischen Kunst gewagt – Artivismus in Los Angeles, Mexiko, Montreal, New York und Washington, D.C.







Kunst aus Worten





Schnappschuss: Montreal

Montreal von Frühling bis Herbst, das bedeutet Festivalsaison: Solide eingebettet zwischen dem experimentellen Tanz- und Theaterfestival Festival Transamériques und dem Festival International du Jazz de Montréal findet seit nunmehr fünf Jahren Mitte Juni das Street Art Festival MURAL statt. Seine Sichtbarkeit macht das Festival bereits zu einem der größeren Events des Jahres – entlang des Boulevard St-Laurent, der sogenannten „Main“, einer der wichtigsten Arterien der Stadt, der Demarkationslinie zwischen ihrem Ostteil und Westteil und einer der auch ohne Festival dynamischsten Straßen der Metropole. Auch die Organisation MU („Transformer Montréal en Musée à ciel ouvert“ – Montreal wird zum Museum unter freiem Himmel) trägt dazu bei, dass die Stadt eine echte Vielfalt an spannender Straßenkunst aufzuweisen hat. In unserem Montrealer Stadtspecial stellen wir einige Werke vor, die über die letzten Jahre beim MURAL-Festival und oft auch mit Unterstützung von MU entstanden sind.









Special: Washington D.C.


Im Weltall





Abstrakt






Prominente Gesichter





Deutsche Künstler*innen





Einige Favoriten





Insta-artbits der Woche

Fotograf*innen


Aim Pé © Aim Pé
Marie-Pierre Poulin ist seit 2011 Direktorin der Bibliothek für das Goethe-Institut Montreal. In den vergangenen zwei Jahren hat sie Street-Art für sich entdeckt und sucht seither mehr und mehr Kunst auf den Straßen. Ihre anderen Interessen sind Esskultur, Sprachen, Reisen und Hasen. Instagram:
@aim_pe/

Katherine “Luna Park” Lorimer © Luna Park
Lebt in Brooklyn und ist eine Graffiti- und Street‑Art‑Enthusiastin, außerdem Fotografin, Kuratorin, Bibliothekarin und Autorin von (Un) Sanctioned: The Art on New York Streets. Seit 2002 arbeitet sie als Bibliothekarin beim Goethe‑Institut New York. Seit 2005 verbringt sie ihre freie Zeit damit, New York City auf der Suche nach Kunst an unerwarteten Orten zu erkunden. Als Mitbegründerin und Autorin des Street Spot Blog beschäftigt sie sich leidenschaftlich mit der Dokumentation von urbanen Kunstformen und unterstützt alle kreativen Bemühungen, den öffentlichen Raum neu zu definieren. Ihre Fotos wurden in New York, Los Angeles und Chicago ausgestellt und sind in führenden Straßenkunstbüchern und -zeitschriften erschienen. Sie hat ihre Beobachtungen über die Straßenkunst im Brooklyn Museum und in der New York Public Library präsentiert, Vorträge im Kurs „History of Street Art & Graffiti“ an der Long Island University gegeben und Kommentare zum HBO-Dokumentarfilm Banksy Does New York beigetragen.
Instagram:  @lunapark

Lord Jim © Lord Jim
Stefan Kloo aka Lord Jim ist ein Liebhaber schräger Kunst und Sammler flüchtiger Dinge. Als ein leidenschaftlicher Fürsprecher der Gattung fotografiert er Street-Art bereits seit mehr als einem Jahrzehnt und wird dabei das Gefühl nicht los, dass es auch noch eine Weile so weitergehen wird. Ursprünglich aus Deutschland stammend, lebt Lord Jim mit seiner Frau und zwei Söhnen in Los Angeles, wo er auch den meisten Schaden anrichtet. Seine Fotos und Essays wurden in zahlreichen Büchern und Artikeln veröffentlicht (etwa in Stay Up – Los Angeles Street Art mit Autor Jim Deichendt, Shepard Fairey Inc. von Jim Deichendt oder Banksy – Sie sind ein akzeptables Maß an Bedrohung von Carpet Bombing Culture). Eine umfangreiche Sammlung seiner Street-Art-Fotos findet sich auf seinen Flickr Seiten. 
 

Nesa Fröhlich © Nesa Fröhlich
Nesa Fröhlich ist seit August 2017 Leiterin der Bibliothek im Goethe-Institut Mexiko. Gerade in Mexiko angekommen, sind Street-Art-Entdeckungstouren eine gute Gelegenheit, die Stadt noch von einer anderen Seite kennenzulernen. Sonst schaut sie sich Kunst auch gern in Museen an. Instagram: @nizafeliz

Mike Maguire © Josh
Mike Maguirekommt aus Washington, D.C. und ist Fotograf und Schriftsteller. Seine Fotos sind im Washington City Paper, in der Baltimore Sun, in USA Today und im Thrasher Magazine erschienen. Der gebürtige Washingtoner liebt es, das Nachtleben und die Street‑Art der Stadt zu fotografieren. Er ist Co-Autor des Spielfilms Ultrasonic über einen fiktionalen DC-Rockmusiker aus dem Jahre 2012, Autor des Science-Fiction-Romans Three Days Breathing und des Wordplay-Buches Drawn Inward and Other Poems
Instagram:  @mike.j.maguire 
Webseite:  mmaguirephoto.com

Peter Schweppe
Peter Schweppe ist Assistenzprofessor für Deutsche Studien und Geschichte an der Montana State University. In der Vergangenheit hat er bereits in Toronto, Montreal und Minneapolis gelebt. Außer für Fotografie interessiert er sich für visuelle Kultur und ist zudem ein Naturliebhaber.
Instagram und Twitter:
@p_schweppe

Lucia Romero
Lucia Romero (Ausschnitt) | © Lucia Romero
Lucia Romero mag Mangas und Animes aus den 80er- und 90er-Jahren, Dark Music und Metal. Lucía erkundet ihre Heimatstadt in Mexiko immer auf der Suche nach dem Ungewöhnlichen an den gewöhnlichen Orten. Sie macht gern Fotos vom alltäglichen Leben in der Stadt. Und wenn in den Bildern auch noch Street-Art vorkommt, findet sie es umso interessanter.
Instagram: @littledemonlucy

Sophoan Sorn
Der in Nordkalifornien lebende Sophoan Sorn wurde 1985 in einem Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand geboren. Sophoan ist ein gefragter Kurator und Veranstalter zeitgenössischer internationaler Filmfestivals.Derzeit ist er in seiner zehnten Spielzeit Festivalleiter des Berlin & Beyond Film Festivals in San Francisco, das jährlich vom Goethe-Institut präsentiert wird.

Er arbeitete bereits als Porträtfotograf, Dokumentarfilmer und Grafikdesigner. Jedes Jahr sieht er sich jedes Jahr Hunderte von Filmen an und besucht bedeutende Festivals wie die Berlinale, Cannes und Sundance. Sophoan Sorn ist außerdem Direktor des San Joaquin International Film Festival, das er 2008 gegründet hat. Als begeisterter Reisender war er bisher in 60 Ländern der Welt unterwegs.
 

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