Filmvorführungen Goethe films: Schlingensief: Approach those you fear

Volksbühne Berlin Hara Schlingensief Schütz Hermann Beyer Grassmann Schreibkraft - Own work, CC BY-SA 3.0

Do, 10.05.2018 -
Do, 17.05.2018

TIFF Bell Lightbox

350 King St. W.
Toronto

Filmreihe ko-präsentiert mit der Laser Blast Film Society & KinoVortex

Bilderstürmer, Enfant terrible, Agent Provocateur. Während viele den deutschen Filmemacher und Performance-Aktivisten Christoph Schlingensief (1960-2010) furchtlos nennen würden, sagte er kurz vor seinem vorzeitigen Tod selbst, dass er, um gute Filme machen zu können, sich denen annähern müsse, die er fürchtet. GOETHE FILMS zeigt zentrale Schlingensief-Projekte, die sich mit den Geistern von Europas Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen – Faschismus, Kapitalismus, Teilung und Wiedervereinigung. Und dies in seinem gewohnten, rückhaltlosen Splatter-Style.

10. May 2018, 18:30 Uhr
DIE 120 TAGE VON BOTTROP (Deutschland 1997, 60 min) Regie Christoph Schlingensief und Oskar Roehler (Buch), mit Margit Carstensen, Irm Hermann, Volker Spengler, Udo Kier, Sophie Rois, Martin Wuttke; mit Musik von Helge Schneider.
Eine exzentrische Hommage an Rainer Werner Fassbinder, die das Ende des Neuen Deutschen Films ausruft.
Eingeführt von Bruce LaBruce

15. Mai 2018, 18:30 Uhr
AUSLÄNDER RAUS! SCHLINGENSIEFS CONTAINER (Österreich 2002, 90 min) Dokumentarfilm, Regie Paul Poet, mit Christoph Schlingensief, Luc Bondy, Daniel Cohen-Bendit, Einstürzende Neubauten, Elfriede Jelinek, Peter Sellars, Peter Sloterdijk.
Ein Film über Schlingensiefs berühmte Antifaschismus-Intervention in Wien.

17. May 2018, 18:30 Uhr
DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER (Deutschland 1990, 63 min), Regie Christoph Schlingensief, mit Irm Hermann, Udo Kier (Regieassistenz), Produktionsdesign von Uli Hanisch (The International, Das Parfüm).
Schlingensiefs Kultfilm, der ihm den Durchbruch brachte, entlarvt den freien Markt als (buchstäblichen) Fleischmarkt. 
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DAS HALTEN VON TOTENSCHÄDELN LIEGT MIR NICHT! (Deutschland 2001, 45 min) Regie Alexander Kluge. Kulturtheoretiker Kluge in einem Telefonat mit Schlingensief über die Hintergründe einer kontroversen Hamlet-Produktion in Zürich, in der Schlingensief Fortinbras spielt und für eine Sensation sorgte, indem er Rollen mit reformierten Rechtsextremisten besetzte. 

Restaurierte und digitalisierte Originalversionen. Provozierendes Bildmaterial!

Vom Töten seiner Lieblinge (Fassbinder) über die Auseinandersetzung mit dem Feind (Nazis) – Schlingensief bezieht sich auf die europäische Kulturgeschichte und Europas Filmkanon (Pasolini, Riefenstahl, Emmerich ...) in wilden und kühnen Arbeiten; er dirigiert Wagner in Bayreuth und im Teatro Amazonas; er lässt sich in einer Kunstaufführung auf der Documenta verhaften und er arbeitet mit einigen der besten Künstler/innen wie zum Beispiel häufigen Partnern Udo Kier und Irm Hermann.

"Herr Schlingensief, brauchen Sie einen Psychiater?" - BILD

Christoph Schlingensief arbeitete fieberhaft über alle Genre-Grenzen hinweg: Oper, Installationskunst, Theater, Film, politischer Aktivismus, Radio, Fernsehen, und als Autor. Indem Schlingensief sowohl sich selbst in Horror, Trash, Satire und Experimentalfilm vertieft als auch sein erstauntes Publikum darin eintauchen lässt, macht er sich selbst zum Spuk als auch zum Orakel kommender Dinge – von neuen Medien-Formaten bis zum Wiederaufleben der Rechten. Hierfür wurde er bei der ICA London, der Biennale di Venezia (posthume Verleihung des Goldenen Löwen), MoMA PS1, Centre Pompidou und von anderen prestigeträchtigen Institutionen geehrt.
 
Geboren 1960 in Westdeutschland, schuf Schlingensief seinen ersten 8mm Film im Alter von acht Jahren. Seitdem produzierte er über 20 Filme, von denen mehrere in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut entstanden. Nachdem bei ihm 2008 Lungenkrebs diagnostiziert wurde, begann Schlingensief über seine Krankheit zu schreiben und veröffentlichte sein Tagebuch. Er starb 2010. Zu seinem Vermächtnis gehört das Operndorf Afrika, ein internationales Kunst- und Bildungsprojekt, das er zusammen mit dem preisgekrönten Berliner Architekten Francis Kéré ins Leben rief.
 
Der Titel des Programms „Approach those you fear“ bezieht sich auf ein Zitat von Christoph Schlingensief in einem 3sat-Fernsehinterview 2008. 
 

Alle GOETHE FILMS sind freigegeben ab 18 Jahren.

Teil des Goethe-Institut Schwerpunkts Deutscher Film


 

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