European Union Film Festival Toronto

EUFF Toronto Foto: Goethe-Institut Toronto

Das EUFF wurde 2005 von und im Goethe-Institut unter dem Namen „Eh! U Meet the Europeans“ als Ausdruck der vielfältigen, aber dennoch gemeinsamen europäischen Kultur gegründet. Das Festival eröffnete mit einem ehrgeizigen und vielfältigen Programm der 15 teilnehmenden Länder. Deutschland präsentierte in der ersten Ausgabe der Veranstaltung Fatih Akins GEGEN DIE WAND, Österreich nahm mit HUNDSTAGE von Ulrich Seidl teil. Alle Länder kamen zusammen, um die herausragende Qualität, die Innovationsfreude und die unbändige Ästhetik des europäischen Kinos zu zeigen, dem Publikum in Toronto eine breite Auswahl an Filmstilen zu präsentieren, sowie den europäisch-kanadischen Dialog und Austausch zu stärken. 

Schon nach kurzer Zeit wurde das Festival zu groß für die Filmvorführungen im Kinosaal des Goethe-Instituts und man reagierte auch auf die rasante Erweiterung der EU. Heute findet das zweiwöchige Festival im November in Torontos Royal Cinema statt. Alle 28 Mitgliedsstaaten präsentieren die besten Filme, die ihr Land zu bieten hat: von Dramen und Komödien bis hin zu Spiel- und Dokumentarfilme.

Das Festivalprogramm spiegelt die länderübergreifenden Beziehungen innerhalb der EU wider. 2008 präsentierte das Goethe-Institut die deutsch-polnische Koproduktion AM ENDE KOMMEN TOURISTEN von Robert Thalheim mit dem jungen Alexander Fehling (INGLOURIOUS BASTERDS) in der Hauptrolle. Im Rahmen dieser Filmvorführung lud das Goethe-Institut die polnische Hauptdarstellerin Barbara Wysocka ein. Die Programm-Kuratorin des Goethe-Instituts, die seit der Inkorporierung des Festivals 2010 Vorstandsmitglied ist, kommentiert den grenzüberschreitenden Charakter der Initiative:



Drei Dutzend Filme werden jedes Jahr gezeigt, für die die Zuschauer auf der College Street lange Schlange stehen, um noch ein Ticket für die meist ausverkauften Kinosäle zu ergattern. „Die heißesten Tickets der Stadt“, urteilte die Zeitung Globe and Mail. Das Profil des Festivals passt perfekt zu Toronto, das als die multikulturellste Stadt der Welt gilt. Schauspieler und Filmbeauftragter der Stadt Toronto Zaib Shaik machte der Initiative ebenfalls ein großes Kompliment: „Normalerweise schaue ich nicht einfach in die Kamera und sage jemandem, dass ich ihn liebe. Aber European Union Film Festival – ich liebe dich!“ 
 
Jedes Jahr haben die Zuschauer die Möglichkeit, für den Film, der ihnen am besten gefallen hat, abzustimmen. Die Filmauswahl des Goethe-Instituts gewann bereits zwei Mal den EUFF Publikumspreis: 2011 mit der wegweisenden Migrationskomödie ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND von Yasemin Şamdereli und 2016 mit Til Schweigers Tragikomödie HONIG IM KOPF, die sich mit Demenz und modernen Familiendynamiken auseinandersetzt. Andere prämierte deutsche Filme, die im Rahmen des EUFFs gezeigt wurden, sind HALT AUF FREIER STRECKE von Andreas Dresen sowie DER BAADER MEINHOFF KOMPLEX. Häufig werden Filme als kanadische Premieren oder Toronto-Premieren präsentiert.


Wiebke von Carolsfeld @ EUFF Toronto Wiebke von Carolsfeld | Photo: Jutta Brendemühl Diskussionsrunden mit Regisseuren, Filmexperten und europäischen Talenten umrahmen das Festivalprogramm. In der Ausgabe von 2016 fand ein Gespräch zwischen der in Montreal lebenden und arbeitenden deutschen Regisseurin Wiebke von Carlosfeld, dem griechischen Industrie-Veteranen Panos Karkanevatos sowie dem niederländischen, mehrfach ausgezeichneten Regisseur Joram Lürsen statt, bei dem es um die Identität des europäischen Kinos ging. TIFF Manager Christoph Straub lobt: „Das EUFF bietet dem Torontoer Publikum die Möglichkeit, einige der besten europäischen Filme zu sehen und die unglaublichen Talente dahinter zu treffen, von Regisseuren über Drehbuchautoren bis zu Schauspielern und Produzenten. Dieses einmalige Festival zeigt die Vielfältigkeit der europäischen Kultur und Politik, regt einen offenen Dialog an und lässt uns alle das Konzept, das wir von Europa haben, überdenken.” 

2010 wurde die Vorführung des englischsprachigen Dramas STURM von Hans-Christian Schmid, mit den europäischen Stars Kerry Fox, Alexander Fehling und Rolf Lassgård, durch eine Podiumsdiskussion über Menschenrechte ergänzt. An der Diskussion auf der Bühne des Royal Cinemas nahmen der kanadische Philosoph Mark Kingwell und die deutsche Menschenrechtsanwältin Mirja Trilsch teil. Die in Montreal lebende Trilsch nahm am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag teil – ihre Rolle wird im Film von Fehling gespielt.

Im Jahr 2014 jährte sich der Fall der Berliner Mauer zum 25. Mal. Aus diesem Anlass zeigte das Goethe-Institut Christian Schwochows kritisches Fluchtdrama WESTEN mit einer Einführung des ehemaligen Leiters der Stasi Archive Mecklenburg-Vorpommern und DDR-Dissidenten Jörn Mothes, der auch an einer Debatte über „Europa 25 Jahre nach dem Mauerfall“ in der Munk School of Global Affairs teilnahm.

Das Festival bietet Kanadiern eine einmalige Gelegenheit, in die Cineasten-Community einzutauchen und herausragende europäische Filme zu sehen, die häufig nicht in kommerziellen Kinos gezeigt werden. Das EUFF wird von den europäischen Kultur-Instituten und Konsulaten finanziert und organisiert. Der Vorstand strebt stets danach, ein innovatives Programm zu bieten und beispielsweise ergänzende Ausstellungen wie „Fassbinder 1945–1982“, die 2016 im Goethe-Institut zu sehen war, zu entwickeln. Vor den ausgewählten Filmvorführungen werden internationale Kurzfilme gezeigt, und kanadische Filmstudenten geben eine Einführung in das Filmthema. Eine weitere neue ganzjährige Initiative ist die EUFF Classics Serie, die das diverse zeitgenössische EUFF Programm mit erlesenen europäischen Filmklassikern ergänzt, so zum Beispiel mit dem französischen Film JOUR DE FETE oder JOURNEY TO ITALY aus Italien. Deutschland zeigt im Mai 2017 Wolfgang Beckers GOOD BYE, LENIN!, jenen Comedy-Hit, der das Zusammenkommen einer Nation nach 1989 definierte und die internationale Karriere des damals 25-jährigen Daniel Brühls in Gang brachte.    

Sehen sie das Beste @EUFFTO, aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, dem Vereinigten Königreich, Zypern.
 

Zahlen & Fakten

8000+ Besucher pro Jahr
1520 Besucher sehen mehr als 10 Filme
390 Sitzplätze im Royal Theatre
66 Prozent der Besucher sprechen nicht die Sprache des Films
40 Prozent sehen 5 - 10 Filme
35+ Filme im Jahr 2016
28 Europäische Mitgliedsstaaten
2 Wochen im November
1 Europäische Union