Reflektion + Künstlerinnengespräch Gestaltung der Vergangenheit: Reflections on Dreaming and Black and Indigenous Futures

Reflection © Alisha Wormsley

Sa, 31.10.2020

Online


Montreal

Afro-Indigenous Futures - Reflections on (post-)colonial pasts, presents and futures

Künstler*innengespräch am 31.10.2020 um 14.00 Uhr via Zoom
Alisha Wormsley, Stipendiatin des Monument Lab, und die multidisziplinäre Künstlerin Kite werden ihre Praxis des kollektiven Träumen als Mittel zur Gestaltung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vorstellen. — Diese Veranstaltung ist Teil des laufenden Projekts Shaping the Past, einem internationalen Austauschprogramm, das Künstler*innen, Aktivist*innen und Gedächtnisarbeitende aus Nordamerika und Deutschland im Dialog zusammenbringt, um aktuelle kritische Erinnerungs- und Denkmalinterventionen in Nordamerika und Deutschland hervorzuheben und sichtbar zu machen.
Das Gespräch wird moderiert von Aline Baiana.

In dieser Zeit der Aufstände, der politischen Auseinandersetzungen und der globalen Abrechnung mit der weißen Vorherrschaft sehen wir Denkmäler fallen und Ideen entstehen. Wie können wir den notwendigen Wandel herbeiführen, ohne Zeit zum kollektiven Träumen zu haben?
Die multidisziplinären Künstlerinnen Suzanne Kite und Alisha Wormsley werden der Öffentlichkeit ihre Praxis des kollektiven gemeinschaftlichen Träumens als Mittel zur Gestaltung der Vergangenheit vorstellen, indem sie es wagen, die Zukunft zu gestalten.

Das Gespräch wird sich auf die Heilungs- und Traumarbeit als künstlerische und aktivistische Praxis zur Stärkung von Gemeinschaften und als revolutionären Akt zur Herbeiführung gesellschaftlicher Veränderungen konzentrieren.

 

Sprecherinnen

Alisha B. Wormsley ist interdisziplinäre Künstlerin und Kulturproduzentin. Ihre Arbeit kreist um das kollektive Gedächtnis und die Synchronität der Zeit, insbesondere im Hinblick auf die Geschichten von Women of Color.
Wormsleys Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und gefördert. Dazu zählen das Projekt The People Are The Light (Teil der Hillman Photography Initiative), die Film- und Performancereihe afronaut(a) das Film- und Videoarchiv Children of NAN sowie das Projekt There Are Black People in the Future, und ihr Stipendium bei der Homewood Artist Residency. Ihre Projekte und Werke wurden im Andy Warhol Museum, auf der Octavia-Butler-Konferenz der Spelman University, im Carnegie Museum of Art, auf der ArtUp in Johannesburg (Südafrika), im Kunstzentrum Studio XX in Montreal, im Project Row House, in der Art League Houston, in der Rush Art Gallery in New York, im Charles Wright Museum in Detroit und in der Mattress Factory in Pittsburgh ausgestellt. In den letzten Jahren schuf Wormsley mehrere Kunstwerke im öffentlichen Raum. Dazu zählt Streaming Space, eine etwa siebeneinhalb Meter hohe Pyramide mit Video- und Klanginstallationen auf dem Market Square von Pittsburgh und AWxAW, eine interaktive Multimedia-Installation und ein Filmprojekt am Andy Warhol Museum. Mehr Info hier.

Kite aka Suzanne Kite ist eine Oglála Lak’óta und Performance-Künstlerin, Bildende Künstlerin und Komponistin, die in Südkalifornien aufgewachsen ist. Sie hat einen BFA-Abschluss in Komposition von CalArts, einen MFA-Abschluss von der Milton Abery Graduate School des Bard College und ist derzeit Doktorandin an der Condordia University. In ihrer Forschung und Praxis untersucht Kite zeitgenössische Lakota-Epistemologien, wobei sie sowohl computergestützte Medien als auch Performance als Mittel einsetzt.
Zuletzt widmete sich Kite der Entwicklung eines Körper-Interfaces für Bewegungsperformances, Kohlefaser-Skulpturen sowie immersiven Video- und Klanginstallationen und war Mitbetreiberin des experimentellen elektronischen Musikverlags Unheard Records.
Für die 2019 erstmalig stattfindende Toronto Art Biennale schuf Kite in Zusammenarbeit mit Althea Thauberger die Installation Call to Arms, die unter anderem Audio- und Videoaufnahmen ihrer Proben mit Her Majesty’s Canadian Ship (HMCS) York verarbeitet und zu der auch eine Live-Performance mit dem Schneckenhorn-Sextett gehörte, das die vier von Kite komponierten Partituren aufführte.
Kite ist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften und Magazinen vertreten, darunter dem Journal of Design and Science (MIT Press), in dem der preisgekrönte Artikel Making Kin with Machines (verfasst mit Jason Lewis, Noelani Arista und Archer Pechawis) erschien. Derzeit ist sie Pierre Elliott Trudeau Foundation Scholar für das Jahr 2019. Mehr Info hier.

Aline Baiana, lebt und arbeitet zwischen Rio de Janeiro und Berlin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf ontologische Konflikte in Konvergenz mit indigenen, feministischen, ethnischen, ökologischen und sozialen Gerechtigkeitsstudien und zeigt, wie wichtig es ist, andere Geschichten aufzudecken, sowohl innerhalb als auch gegen die hegemonialen Mächte der Kolonialherrschaft.
Baiana nimmt an der Berlin Biennale 11 teil, und ihre Arbeiten wurde in einer Reihe von Ausstellungen und Filmfestivals gezeigt, u.a. Sharjah Biennale 14, Sharjah (2019), Vaivéim, Centro Cultural Banco do Brasil, São Paulo, Brasília, Rio de Janeiro und BeloHorizonte (2019-2020); Mostra Corpos da Terra, Caixa Cultural, Rio de Janeiro (2017); forumdoc. bh, Belo Horizonte (2017).

 

Über GESTALTUNG DER VERGANGENHEIT

Tiohtià:ke, allgemein bekannt als Montréal, ist historisch gesehen ein Treffpunkt für viele indigene Völker. Die Monumente und Straßennamen der Stadt spiegeln jedoch hauptsächlich die französische und britische Kolonisierung der Stadt wider - Schwarze und Indigene Darstellungen fehlen im Stadtbild. Dieses Projekt konzentriert sich auf übersehene Biografien von Schwarzen und Indigenen Menschen in Montreal und stellt sich durch Traumarbeit und mittels fantasievollem Weltaufbaus mögliche urbane Zukünfte für Schwarzen und Indigene in der Stadt vor.

Das Projekt Gestaltung der Vergangenheit (Shaping the Past) ist eine Kooperation des Goethe-Instituts, des Monument Lab und der Bundeszentrale für politische Bildung und bringt Akteur*innen aus Kanada, Mexiko, den USA und Deutschland zusammen, die innovative Wege der Erinnerungskultur in ihrem jeweiligen lokalen Kontext beschreiten. Mehr Informationen hier.
 

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