P.A.C. – Contra-normative AR Cosmetics

P.A.C. – Contra-normative AR Cosmetics © Jeremy Bailey

Fr, 04.02.2022

16:00 Uhr

Online

In Auftrag gegeben vom Goethe-Institut und von Rosy DX

Ein neues Hybrid-Projekt, das sich mit künstlerischen Utopien und Dystopien damals und heute beschäftigt. Das Werk „Das Maschinenzeitalter” (1889) der Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner dient als Ausgangspunkt für die Entstehung globaler Kunstinterventionen – oder Zukunftsvorlesungen – von drei geladenen Künstler*innen: Jeremy Bailey (Toronto), Lucie Freynhagen (Dresden), Sam Lavigne (New York). Wie bringen wir die Fragmente unseres Ich im digitalen Zeitalter in Einklang? Können Kunst und Literatur die Emotionen in unseren digitalisierten und atomisierten Körpern zu neuem Leben erwecken? The Jemand Society, eine Anspielung auf von Suttners Pseudonym als Schriftstellerin, steht für den Aufbruch des Ich im digitalen Zeitalter, für ein neues sinnliches Zeitalter einer hybriden Lebensform.

Für dieses Projekt erstellt Jeremy Bailey: 

P.A.C

Magic for All

Filter-Dysmorphie bezeichnet das Schamgefühl, das Menschen nach Verwendung eines Augmented-Reality-Filters empfinden. So viele ließen sich dadurch zu Schönheitsoperationen verleiten, dass die Effekte von Betreibern sozialer Medien verboten wurden. Doch Verbote sind kein geeignetes Mittel gegen eine gesellschaftliche Dynamik, die normative Wünsche erzeugt, vielmehr fördern sie einen Konservativismus, der Innovationen ausbremst, die eine antinormative Haltung fördern können.
P.A.C vertritt den Standpunkt, dass jeder Mensch das Recht auf eine AR-Fantasieversion seiner selbst haben sollte, und – wo nötig – Zugang zu der Unterstützung und den gesundheitlichen Ressourcen haben sollte, um sich auch in der Realität wohlzufühlen.
P.A.C ist ein Online-Projekt, das Anfang 2022 durch den Künstler im Rahmen von drei Performances in Toronto aktiviert wird. Los geht es am 4. Februar beim Goethe-Institut Toronto. Eventbrite folgt!

Die Künstler*innen

Jeremy Bailey ist als selbst erklärter „Famous New Media Artist“ (berühmter Künstler für Neue Medien) in Toronto tätig. Seine Arbeiten wurden vielfach im Rahmen von Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem in der Panke Gallery in Berlin, der Whitechapel Gallery in London, dem LIMA in Amsterdam und dem MuseumsQuartier in Wien. Er arbeitete als Auftragskünstler für das MCA in Chicago, die Stiftung für Kunst und kreative Technologie (FACT) in Liverpool und das New Museum in New York.

Lucie Freynhagen studierte experimentelle und interdisziplinäre Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden, wo sie ihr Diplom und im Jahr 2013 einen Masterabschluss erwarb. Seit 2010 ist sie zudem als Kuratorin und Initiatorin verschiedener Kunstprojekte weltweit tätig. Die in Dresden ansässige Künstlerin betrachtet ihre Arbeiten als „konzeptionelle Erfahrungen“ und beschäftigt sich mit allgemeinen gesellschaftlichen und kulturellen Moralbegriffen unter formellen, sozialen, räumlichen und geschlechtsspezifischen, historischen und politischen Aspekten, die sie durch ihre eigenen künstlerischen Rekontextualisierungen zu erweitern versucht. Ihre Kunstwerke verstehen sich als Intervention und Analyse der allgemeinen Vorstellungen der Dinge, die gleichzeitig den Versuch unternehmen, diese neu zu erschaffen und zu beeinflussen.

Der Künstler und Pädagoge Sam Lavigne beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Daten, Überwachung, Polizeibeamt*innen, der Verarbeitung natürlicher Sprache und der Automatisierung. Seine Werke präsentiert er häufig in Form von Online-Interventionen, die oft undurchschaubare politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, die durch die Computertechnologien geprägt sind, an die Oberfläche bringen. Seine Arbeiten wurden in folgenden Museen ausgestellt: Lincoln Center, SFMOMA, Pioneer Works, DIS, Ars Electronica, New Museum und Smithsonian American Art Museum.



 


 

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