In Zusammenarbeit mit der Université de Montréal freuen wir uns, Sie zur Vorstellung des Buches
Till van Rahden, „Vielheit. Jüdische Geschichte und die Ambivalenzen des Universalismus“ (Hamburger Edition, Hamburg 2022)
einzuladen. Der Autor wird anwesend sein.
Über das Buch
Seit der Aufklärung steht die Frage im Raum, wie es möglich ist, die „Einheit des Menschengeschlechts“ als Vielheit zu denken. Wie kann das Versprechen allgemeiner Gleichheit mit einem Anspruch auf Verschiedenheit verbunden werden? Dieses Leitthema der europäischen Moderne greift Till van Rahden am Beispiel der jüdischen Geschichte auf.
Je mehr das Ideal der Gleichheit an Bedeutung gewann, desto heftiger wurde der Streit über kulturelle und religiöse Differenz. Davon zeugen die Auseinandersetzungen über die Judenemanzipation und die jüdischen Erfahrungen von Gleichberechtigung und Diskriminierung seit dem späten 18. Jahrhundert.
Anhand der Geschichte strittiger Begriffe wie Assimilation, Minderheit oder Mehrheit, Ethnizität und Stamm erzählt dieses Buch eine Geschichte der Pluralität, die bis in unsere Gegenwart reicht. Es beschreibt eine Wirklichkeit voller Widersprüche, in der es gilt, die Spannung zwischen Gleichheit und Freiheit auszuhalten.
Till van Rahden
Till van Rahden lehrt Europäische Geschichte an der Université de Montréal, wo er von 2006 bis 2016 den Canada Research Chair in German and European Studies innehatte. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Europäischen Geschichte seit der Aufklärung. Dabei interessiert er sich besonders für die Spannung zwischen dem schwer fassbaren Versprechen demokratischer Gleichheit und der Allgegenwart von kultureller Vielfalt und moralischen Konflikten. Als Fellow war in den vergangenen Jahren u.a. am Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg/Frankfurt, dem Leibniz Institut für Europäische Geschichte, Mainz, dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien.
1999 wurde er an der Universität Bielefeld promoviert. Seine Studie Jews and other Germans: Civil Society, Religious Diversity and Urban Politics in Breslau, 1860-1925 (Madison, 2008) wurde mit dem »Fraenkel Prize in Contemporary History« ausgezeichnet. Ausgewählte neuere Publikationen: „Lumpen sammeln: Siegfried Kracauer und die Geschichte des 19. Jahrhunderts“, in: Historische Zeitschrift 307 (2018), S. 319-340, Demokratie. Eine gefährdete Lebensform (Frankfurt/M. 2019) und Vielheit. Jüdische Geschichte und die Ambivalenzen des Universalismus (Hamburg 2022).
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