Films Screening Images Festival: Whispers in the Air

Bison, Whispers in the Air

Di, 25.04.2023

19:00 Uhr – 20:30 Uhr

Innis Town Hall Toronto

Präsentiert von Images Festival & dem Goethe-Institut
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Das Goethe-Institut Toronto mit dem neuen Programmschwerpunkt "Digitale Natur" freut sich, erneut mit dem Images Festival zusammenzuarbeiten und gemeinsam das Programm "Whispers in the Air" über das Artensterben und Frühwarnzeichen zu präsentieren, das neben dem Kölner Künstlerduo Hyeseon Jeong und Seongmin Yuk auch indigene Künstler in den Mittelpunkt stellt.

Nach Angaben des Smithsonian wurde 1911 in Großbritannien erstmals ein Kanarienvogel eingesetzt, um die Sicherheit einer Kohlemine für menschliche Arbeitskräfte zu testen. 75 Jahre lang wurden Kanarienvögel in Käfigen in Kohlebergwerke gebracht und in die Schächte getrieben. Dort sollten sie leben und den Arbeitern unter Tage mit ihrem Gesang Gesellschaft leisten. Aber die Vögel waren nicht nur zur Gesellschaft da. Sie wurden als Detektoren für Kohlenmonoxid und andere Giftstoffe in der Luft eingesetzt. Wenn das Pfeifen aufhörte, wussten die Minenarbeiter, dass die Vögel gestorben waren. Stille war ihr Alarm.

Seitdem hat sich der Begriff "Kanarienvogel im Bergwerk" als Abkürzung für die Beschreibung von Frühwarnsignalen bei Gefahr etabliert. Der Begriff wird zunehmend verwendet, wenn es um die Gefährdung von Schlüsselarten als Reaktion auf den Rückgang von Lebensräumen und Schutzmaßnahmen geht. Mit dem Verlust einer Schlüsselart verändert sich ein ganzes Ökosystem radikal, da keine andere Art die Lücke füllen kann, die sie hinterlassen hat.

In diesem Programm werden die Arbeiten von vier Filmemachern vorgestellt, die das Leben von Schlüsselarten während des derzeitigen Massenaussterbens in den Vordergrund stellen. Wenn Kanarienvögel stille Alarme wären, wirken diese Filme wie ein Flüstern in der Luft und stellen Überlegungen zu unserer gemeinsamen Zukunft an der Seite unserer übermenschlichen Verwandten an.

das programm

Gefolgt von einem Q&A

all roses sleep (inviolate light)
Alana Bartol , Bryce Krynski
Canada | 2022 | 14 MIN

Ein ultraviolettes Geruchsvideo, aufgenommen aus der Sicht einer Biene, die durch eine Prärie fliegt. Die Zuschauer verwenden eine Rubbel- und Schnüffelkarte, während sie die einsame Biene auf der Suche nach einer Rose begleiten und von ihr träumen. Dieser Film soll Fragen über unsere gemeinsame Zukunft aufwerfen. all roses sleep (inviolate light) ist ein Geruchsvideo. Bitte kommen Sie frühzeitig ins Kino, um Ihre Rubbelkarte zu erhalten. Eine Voranmeldung wird empfohlen.

lii bufloo aen loo kishkishiw (Buffalo Wolf Memory)
Dianne Ouellette
CANADA | 2022 | DIGITAL | 5 MIN | MICHIF AND ENGLISH WITH SUBTITLES

Der kulturelle Völkermord hat viele indigene Sprachen zerstört. Während die Filmemacherin die Michif-Sprache erlernt, denkt sie über das Comeback der Büffel nach und darüber, wie die Wolters die "Büffelwölfe" im Grasland auslöschten. Dianne erinnert sich an deren Aussterben, an ferne Erinnerungen an die Vorfahren, an die verlorene Sprache und an die Tiere, während ich über das Land wandere.


The Backpack of Wings: Modern Mythology
Hyeseon Jeong, Seongmin Yuk
GERMANY | 2021 | DIGITAL | 23 MIN | ENGLISH WITH SUBTITLES

Der Rucksack mit Flügeln: Moderne Mythologie vermittelt spekulative Zukunftsszenarien, die Kollisionen und Integrationen zwischen einer Bio-Geo-Tracking-Technologie für Wildtiere in wissenschaftlichen Bereichen und einem Animismus in Erdbebenmythen in Ostasien darstellen.

Kuratiert von Jaclyn Quaresma
 

die künstler*innen

Hyeseon Jeong und Seongmin Yuk sind ein Künstlerduo mit Sitz in Köln. Sie konzentrieren sich in ihren audiovisuellen Arbeiten auf die Erforschung neuer Erzählungen und setzen sich mit neuen ökosozialen Strukturen auseinander, indem sie über eine hypervernetzte Umwelt spekulieren, in der Menschen, Nichtmenschen und Maschinen ein alternatives planetarisches Leben schaffen.

Dianne Ouellette (sie/ihr) ist eine Metis-Filmemacherin, Multimedia-Künstlerin, Kuratorin und Pädagogin. Seit fast 30 Jahren richtet sie ihren Blick auf Familie, Geschichte und Identität. Multimodales Geschichtenerzählen erfüllt ihre Medienleidenschaft, und andere zu ermutigen, indem sie Menschen mit Geschichten verbindet, ist wertvoll für ihre künstlerischen Ziele.

Alana Bartol und Bryce Krynski (Mohkínstsis/Calgary) sind bewegte Bilder und interdisziplinäre Künstler. In ihren unabhängigen und gemeinschaftlichen Arbeiten setzen sie sich mit dem Abbau von Ressourcen, den kolonialen Agrarsystemen der Siedler und dem Verlust der Artenvielfalt auseinander. Sie nutzen oft partizipatorische, sensorische Erfahrungen als Mittel, um die menschliche Wahrnehmung zu dezentrieren. Dies ist ihr erster gemeinsamer Film.


Teil des Schwerpunkts "Digitale Natur" des Goethe-Instituts

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