Ausstellung Philip Scheffner: Havarie

Philip Scheffner: Havarie (still) © pong

Sa, 03.03.2018 -
Do, 31.05.2018

Goethe-Institut Toronto

100 University Ave, North Tower, 2. Stock
Toronto

Philip Scheffner: Havarie (Standbild)

Toronto Premiere
Präsentiert vom Goethe-Institut Toronto

HAVARIE
(Deutschland 2016, 93 Min.), Regie: Philip Scheffner, mit Rhim Ibrir, Abdallah Benhamou, Leonid Savin, Terry Diamond,
als Videoinstallation im Loop

Preis der deutschen Filmkritik 2017
Berlinale Forum 2016
Bester Schnitt in einem internationalen Feature beim Montreal International Documentary Festival 2016
ARTE-Dokumentarfilmpreis der Duisburger Filmwoche 2016
Bester internationaler Feature Film beim L'Alternativa Barcelona 2016
Special Mention - Prix Georges de Beauregard International beim FID Marseille 2016


Am 14. September 2012 um 14:56 Uhr meldete das Kreuzfahrtschiff Adventure of the Seas die Sichtung eines havarierten Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord an die spanische Seenotrettung. Aus einem YouTube-Clip und biografischen Hör-Szenen entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden auf dem Boot und auf dem Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer spiegeln. 

Dokumentarfilmer Philip Scheffner dehnte das dreiminütige Handyvideo, das der irische Touris Terry Diamond vom Deck des Kreuzfahrtschiffes gefilmt hatte, auf 90 Minuten aus. Fast wirkt der Film wie ein Foto, welches von einer Geräuschkulisse untermalt wird.  

37º 28.6´N 0º3.8´E. Ein Schlauchboot voller Menschen, einer winkt. Die Kamera schwenkt langsam nach rechts und zeigt Touristen, die von einem Kreuzfahrtschiff aufs Meer blicken. Sie bewegt sich zurück, streift erneut das Boot, und schwenkt nach links, zur anderen Seite des Schiffes. Währenddessen ist zu hören: Per Funk bittet die Seerettung zu warten, bis ein Hubschrauber kommt. Eine Frau telefoniert aus Frankreich mit ihrem Mann in Algerien. Er berichtet später von einer Überfahrt.

Während der Arbeit an diesem Film haben Bilder die Realität überrollt. Als Antwort erzeugt Havarie durch die Verdichtung und Trennung vom Ton einen Wahrnehmungsraum, der die eigene Position erfahrbar macht, ohne das Thema aus dem Blick zu verlieren: ein radikaler Befreiungsschlag des Kinos. (Berlinale)

„Dieses schneidend fiese Kunstwerk entfaltet mehr politische Dringlichkeit als jede verfilmte Meinungsäußerung zur „Flüchtlingskrise“, die vielleicht längst eine Krise der Wahrnehmung ist.“ – Die Welt

"HAVARIE sucht nach einem Bild für die europäische Flüchtlingspolitik." – Der Freitag



Philip Scheffner, geb. 1966 in Homburg/Saar, lebt und arbeitet als Künstler und Filmemacher in Berlin. Er arbeitet seit 1985 als Visual Artist und seine Dokumentarfilme "The Halfmoon Files", "Day of the Sparrow" und "Revision" haben zahlreiche internationale Auszeichnungen gewonnen. Er betreibt die Produktionsplattform pong und produziert elektronische Musik. 

Zurück